Migrationsmonitoring der Landeshauptstadt Potsdam

Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven einer vielfältigen Stadtgesellschaft
Migration prägt Potsdam
© LHP/A. Faika/S. Plath

Die Landeshauptstadt Potsdam hat das Migrationsmonitoring 2025 veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert Entwicklungen in den Bereichen Bevölkerung, Bildung, Arbeit, Wohnen, Teilhabe und Verwaltung und zeigt auf, wie sich die Stadtgesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Gleichzeitig macht das Monitoring bestehende Herausforderungen sichtbar und unterstützt eine datenbasierte kommunale Entscheidungsfindung.

2025 hatte etwa jede fünfte Person in der Landeshauptstadt eine eigene oder familiäre Migrationserfahrung. Seit den 1990er Jahren ist die Zahl der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit kontinuierlich gestiegen und die Stadtgesellschaft deutlich vielfältiger geworden.
 

Das Monitoring wurde durch das Büro für Chancengleichheit und Vielfalt gemeinsam mit dem Bereich Statistik und Wahlen erarbeitet und methodisch weiterentwickelt. Erstmals fließen neben statistischen Verwaltungsdaten auch qualitative Erkenntnisse aus Fachbefragungen, Mitarbeitendenbefragungen sowie Analysen freier Träger und wissenschaftlicher Diskurse ein.

Vielfalt und Internationalisierung prägen Potsdam zunehmend

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt deutlich, dass Migration und Vielfalt die Stadt Potsdam dauerhaft prägen. Besonders sichtbar wird dies durch internationale Fluchtbewegungen sowie die zunehmende Internationalisierung des Wissenschafts- und Hochschulstandorts.

Besonders stark gewachsen sind in den vergangenen Jahren die Gruppen aus der Ukraine und Syrien. Die Auswirkungen internationaler Krisen und Kriege spiegeln sich damit unmittelbar auch in der Stadtgesellschaft Potsdams wider.

Gleichzeitig nimmt die internationale Vielfalt an Hochschulen und Forschungseinrichtungen kontinuierlich zu. Im Wintersemester 2024/25 waren mehr als 7.000 internationale Studierende an Potsdamer Hochschulen eingeschrieben. Ihr Anteil hat sich innerhalb weniger Jahre deutlich erhöht und unterstreicht die internationale Bedeutung Potsdams als Wissenschaftsstandort.

Auch bei den Einbürgerungen zeigt sich eine deutliche Entwicklung: 2025 wurden 639 Einbürgerungen abgeschlossen – mehr als viermal so viele wie noch 2016. Dies verweist sowohl auf langfristige Bleibeperspektiven vieler Zugewanderter als auch auf die zunehmende Bedeutung gesellschaftlicher Teilhabe und rechtlicher Gleichstellung.

Herausforderungen bei Teilhabe und Chancengleichheit bleiben bestehen

Neben positiven Entwicklungen macht das Monitoring auch bestehende strukturelle Ungleichheiten sichtbar. Unterschiede bestehen weiterhin beim Zugang zu Bildung, Wohnraum und Arbeitsmarkt.

So sind Haushalte mit Migrationshintergrund häufiger stark von Mietkosten belastet als Haushalte ohne Migrationsgeschichte. Auch im Bildungssystem zeigen sich weiterhin Unterschiede bei Bildungswegen und Schulabschlüssen. Das Monitoring verweist darauf, dass soziale Herkunft, Sprachbarrieren und strukturelle Benachteiligungen weiterhin Einfluss auf Bildungs- und Erwerbschancen haben.

Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass Menschen mit Migrationsgeschichte in politischen Gremien und Teilen der Verwaltung weiterhin unterrepräsentiert sind. Obwohl rund 20 Prozent der Stadtbevölkerung einen Migrationshintergrund haben, liegt ihr Anteil in der Stadtverordnetenversammlung deutlich darunter.

Auch Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen bleiben ein relevantes Thema. Die Zahl rechter Angriffe in Potsdam ist zuletzt angestiegen. Das Monitoring verdeutlicht damit, dass Fragen von gesellschaftlichem Zusammenhalt, Antidiskriminierung und gleichberechtigter Teilhabe weiterhin zentrale Aufgaben kommunaler Politik bleiben.

Grundlage für kommunale Planung und Weiterentwicklung

Das Migrationsmonitoring dient der Landeshauptstadt Potsdam als fachliche Grundlage für kommunale Planungs- und Entscheidungsprozesse. Ziel ist es, Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen, Handlungsbedarfe zu erkennen und integrations- sowie vielfaltspolitische Maßnahmen datenbasiert weiterzuentwickeln.

Der Bericht trägt dazu bei, die vielfältige Stadtgesellschaft Potsdams differenziert abzubilden und Transparenz über migrationsbezogene Entwicklungen zu schaffen. Gleichzeitig unterstützt er die Weiterentwicklung einer chancengerechten und integrationsorientierten Stadtpolitik.

Der Bericht trägt dazu bei, die vielfältige Stadtgesellschaft Potsdams differenziert abzubilden und Transparenz über migrationsbezogene Entwicklungen zu schaffen. Gleichzeitig unterstützt er die Weiterentwicklung einer chancengerechten und integrationsorientierten Stadtpolitik. Das vollständige Migrationsmonitoring steht im Downloadbereich zur Verfügung.

Downloads

Adresse

Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Landeshauptstadt Potsdam
Friedrich-Ebert-Straße 79/81
Besucheradresse: Edisonallee 5-9
14469 Potsdam
Deutschland

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