Integrationspreisverleihung 2026
„Engagiert. Mutig. Gegen Rassismus.“ – unter diesem Motto hat die Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit der ProPotsdam GmbH am Sonntag den 22. Integrationspreis verliehen. In der Reithalle A des Hans-Otto-Theaters wurden Menschen, Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Vielfalt, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Potsdam einsetzen. Die Preisverleihung steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Dr. Hagen Wegewitz und dem Migrantenbeirat.
„Eine vielfältige Stadtgesellschaft entsteht nicht von allein. Sie lebt von Menschen, die aufeinander zugehen, Verantwortung übernehmen und sich gegen Ausgrenzung und Rassismus stellen. Die Ausgezeichneten des Integrationspreises, aber auch alle eingereichten Projekte, zeigen eindrucksvoll, wie wichtig dieses Engagement für Potsdam ist“, sagte Oberbürgermeisterin und Schirmherrin Noosha Aubel.
Ausgezeichnete Personen, Projekte und Initiativen 2026
Einzelleistung: Manal Alhamwiah und Dr. Ulrike Funke
Manal Alhamwiah wird für ihr langjähriges Engagement für Begegnung und interkulturellen Austausch ausgezeichnet. Dr. Ulrike Funke erhält den Preis für ihre ehrenamtliche Arbeit zur Erinnerung an die Potsdamer Opfer der Shoah. Die Kategorie ist in diesem Jahr erstmals geteilt; die Preisträgerinnen teilen sich das Preisgeld.
Vereinsarbeit: SV Babelsberg 03
Der SV Babelsberg 03 wird für sein vielfältiges Engagement an der Schnittstelle von Sport, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe ausgezeichnet. Der Verein nutzt Fußball als Ort der Begegnung und erreicht dabei unterschiedliche Communities, Kinder und Jugendliche.
Projektidee: „Wilde Jahreszeiten – Naturerfahrung“
Das Projekt ermöglicht geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Familien gemeinsame Naturerfahrungen. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, gemeinsames Gestalten und das Kennenlernen außerhalb des gewohnten Alltags.
Besonderer Bezug zum Jahresmotto: „WIR WÄHLEN Potsdam“
Das Projekt „WIR WÄHLEN Potsdam“ setzt sich für politische Teilhabe und Mitbestimmung ein. Menschen, die vom Wahlrecht ausgeschlossen sind oder bislang wenig Zugang zu politischer Beteiligung haben, werden ermutigt, ihre Stimme einzubringen und gesellschaftliche Machtverhältnisse zu hinterfragen. „Mitbestimmung ist zentral, um Machtverhältnisse infrage zu stellen“, betonte die Jury und sah in dem Projekt einen besonders deutlichen Bezug zum diesjährigen Motto.
Sonderpreis Nachbarschaft: Nachbarschaftscamp „Aus Fremden werden Nachbarn“ der Initiative Sonnenkiez
Das von der ProPotsdam GmbH gestiftete Nachbarschaftscamp bringt Familien unterschiedlicher Herkunft zusammen und schafft unmittelbare Begegnungen im Quartier. Der Sonderpreis ist mit 1.000 Euro dotiert. „Gute Nachbarschaft entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Genau dafür steht der Sonderpreis“, sagte Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH, bei der Übergabe.
Alle Ausgezeichneten wurden aus den eingegangenen Bewerbungen durch eine unabhängige Fachjury ausgewählt. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 3000 Euro vergeben. Besonders hervorgehoben wurde in diesem Jahr die Vielfalt des Engagements: von persönlichem Einsatz und Vereinsarbeit über Naturerfahrungen für geflüchtete Kinder und Familien bis hin zu politischer Teilhabe und gelebter Nachbarschaft.
„Der diesjährige Preis zeigt, wie vielfältig Engagement gegen Ausgrenzung sein kann – vom gemeinsamen Essen über Sport und Natur bis zur politischen Beteiligung und zur Erinnerungskultur“, sagte Dr. Amanda Palenberg, Beauftragte für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam.