Pressemitteilung Nr. 366 vom 21.08.2026 Landeshauptstadt Potsdam lässt Queerfeindlichkeit und Beratungsbedarfe wissenschaftlich untersuchen

Studie ist Teil der Umsetzung und Fortschreibung des Aktionsplans „Queeres Potsdam“
Buntes Potsdam: Die Regenbogenflagge vor dem Rathaus.
© LHP/jab
Buntes Potsdam: Die Regenbogenflagge vor dem Rathaus. Foto: LHP/jab

Die Landeshauptstadt Potsdam will die Situation queerer Menschen in der Stadt wissenschaftlich untersuchen lassen. Im Rahmen der weiteren Umsetzung des Aktionsplans „Queeres Potsdam“ soll eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme zu Queerfeindlichkeit sowie zu Beratungs- und Unterstützungsbedarfen von LSBTIQ*-Personen in Potsdam in Auftrag gegeben werden.

Ziel der Untersuchung ist es, den bestehenden Forschungs- und Kenntnisstand systematisch zusammenzuführen, vorhandene Daten und Erkenntnisse auszuwerten sowie bestehende Beratungs- und Unterstützungsstrukturen zu betrachten. Ergänzend sollen Gespräche mit relevanten Stellen und Aktiven geführt werden. Auf dieser Grundlage sollen Handlungsbedarfe identifiziert und Empfehlungen für die weitere kommunale Arbeit entwickelt werden.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam, Claudia Sprengel, erklärt: „Wir brauchen eine verlässliche Wissensgrundlage darüber, wo und in welcher Form queere Menschen in Potsdam Diskriminierung und Anfeindungen erleben und welche Unterstützung sie tatsächlich benötigen. Der schreckliche Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hat auf dramatische Weise gezeigt, dass die Sicherheit queerer Menschen keine Selbstverständlichkeit ist. Auch queerfeindliche Vorfälle in Potsdam, unter anderem in Golm, zeigen uns, dass wir genau hinschauen müssen. Dabei geht es nicht darum, bereits vorher zu wissen, was eine Untersuchung ergeben soll. Wir wollen wissenschaftlich fundiert und ergebnisoffen feststellen, wo Handlungsbedarf besteht und welche Angebote die Menschen in unserer Stadt benötigen.“

Der Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days am 25. Juli 2026 hatte auch in Potsdam große Bestürzung ausgelöst. Die Landeshauptstadt gedachte gemeinsam mit der queeren Community der Opfer und setzte mit der Gedenkveranstaltung „Gemeinsam. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ auf dem Alten Markt ein Zeichen der Solidarität.

„Solidarität und Sichtbarkeit sind wichtig. Gleichzeitig müssen daraus konkrete und nachhaltige Strukturen entstehen“, sagt Sprengel weiter. „Wenn wir Beratungsangebote und Präventionsmaßnahmen weiterentwickeln wollen, müssen wir wissen, welche Erfahrungen queere Menschen in Potsdam machen, welche Angebote sie erreichen und wo möglicherweise Lücken bestehen. Genau dafür soll die Studie eine Grundlage schaffen.“

Wissenschaftliche Bestandsaufnahme als Teil des Queeren Aktionsplans
Der 2025 vorgelegte Aktionsplan „Queeres Potsdam“ bündelt erstmals konkrete Maßnahmen der Landeshauptstadt zur Förderung der Sichtbarkeit und Akzeptanz queerer Menschen und zur Prävention von Diskriminierung und queerfeindlicher Gewalt. Er wurde gemeinsam mit der queeren Community, der Zivilgesellschaft, der Polizei, der Verwaltung sowie der Stadtpolitik entwickelt.

Die nun geplante wissenschaftliche Untersuchung soll einen weiteren Baustein bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Aktionsplans bilden. Die Studie soll im Frühjahr 2027 abgeschlossen und anschließend in den zuständigen Gremien vorgestellt werden.

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