Die erste Phase des Dialogs zum Haushalt – Bürgerhaushalt 2027/28 ist abgeschlossen. Ein Redaktionsteam aus Potsdamerinnen und Potsdamern, Stadtverordnetenversammlung sowie Verwaltung hat aus insgesamt 707 eingereichten Vorschlägen die „TOP 40 – Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger“ erarbeitet. Sie bildet die Grundlage für die zweite öffentliche Abstimmung, die am 7. September startet.
Die Bandbreite der Vorschläge ist groß. Sie reicht von günstigeren Preisen für Bus und Bahn, mehr Bäumen und Grünflächen sowie dem Erhalt der Kinder- und Jugendarbeit über den Ausbau von Geh- und Radwegen, Trinkwasserbrunnen und öffentlichen Toiletten bis zur Modernisierung des Bürgertreffs und der Zweigbibliothek Waldstadt oder der Sanierung des Rechenzentrums. Auch zahlreiche Vorschläge zur Finanzierung des städtischen Haushalts haben es in die Auswahl geschafft. Dazu gehören unter anderem Einsparungen bei Energiekosten, eine effizientere Verwaltung, höhere Einnahmen aus Parkgebühren und der Zweitwohnungssteuer sowie eine stärkere Beteiligung des Tourismus an städtischen Kosten.
„Der Bürgerhaushalt lebt vom Mitmachen. Die vielen Vorschläge zeigen, was den Menschen in Potsdam wichtig ist“, sagt Bürgermeister Burkhard Exner. „Alle Potsdamerinnen und Potsdamer sind eingeladen, darüber abzustimmen, welche Ideen mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 diskutiert werden.“
Der Dialog zum Haushalt startete am 18. Mai 2026. Bis zum 3. Juli gingen 707 Vorschläge ein, die bei der Vorauswahl 560-mal kommentiert und 25.764-mal unterstützt wurden. Insgesamt beteiligten sich in der ersten Phase rund 2.200 Menschen.
Das Redaktionsteam tagte am 14., 21. und 28. Juli 2026. Es prüfte, ob die Landeshauptstadt überhaupt für die Vorschläge zuständig ist, fasste ähnliche Ideen zusammen und erarbeitete daraus die Liste der 20 wichtigsten Ausgaben- und 20 Finanzierungsvorschläge. In den kommenden Wochen erstellt die Stadtverwaltung zu allen Vorschlägen nun fachliche Einschätzungen zur Umsetzbarkeit, zu den voraussichtlichen Kosten und zum zeitlichen Rahmen.
Die zweite Abstimmungsrunde läuft vom 7. September bis 8. November 2026. Teilnahmeberechtigt sind alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam. Pro Kategorie können jeweils bis zu fünf Stimmen vergeben werden. Die 20 Vorschläge mit der größten Unterstützung werden dann Anfang Dezember 2026 gemeinsam mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 an die Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Entscheidung übergeben.
„TOP 40 – Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger"
Bürgervorschläge zu AUSGABEN
1. Sportförderung sichern und Sportstätten besser nutzen
2. Verlässliche Finanzierung für Begegnung und Ehrenamt
3. Kleinen Saal im Lottenhof ganzjährig nutzbar machen
4. Bürgertreff und Zweigbibliothek Waldstadt modernisieren
5. Rechenzentrum erhalten und sanieren
6. Kinder- und Jugendarbeit erhalten und ausbauen (nicht kürzen)
7. Digitale Geräte für den Schulunterricht bereitstellen
8. Preise für Bus und Bahn senken
9. Wohnen: Preisspirale stoppen. Faire Mieten für Potsdam
10. Alten Markt und Landtagsumfeld attraktiver gestalten
11. Platz der Einheit als Ort für Begegnung entwickeln
12. Mehr Bäume und Begrünung für Potsdam
13. Wildblumenwiesen und naturnahe Grünflächen fördern
14. Solaranlagen und Dachbegrünung auf städtischen Gebäuden
15. Geh- und Radwege ausbauen und sicherer gestalten
16. Feste Abstellstationen für E-Roller einrichten
17. Öffentliche Toiletten ausbauen
18. Trinkwasserbrunnen und Cooling-Points ausbauen
19. Garagenstandort „Unter den Eichen“ langfristig sichern
20. „Nuthewiesen“ in Waldstadt erhalten – Natur und Klima schützen
Bürgervorschläge zur FINANZIERUNG / Haushaltssicherung
21. Energiekosten für Stadtbeleuchtung senken
22. Kosten für Verwaltung und Stadtpolitik senken
23. Fuhrpark der Stadtverwaltung verkleinern
24. Software umstellen (Lizenzkosten sparen)
25. Rathauspersonal schrittweise reduzieren
26. Verwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr schließen
27. Einnahmen durch Werbung an städtischen Flächen und Baustellen
28. Stadtfinanzen durch Bund und Land entlasten
29. Stadtforum auf besondere Vorhaben beschränken
30. Zweitwohnungssteuer erhöhen
31. Tourismus stärker an städtischen Kosten beteiligen
32. Vergnügungssteuer für Spielhallen erhöhen
33. Hundesteuer erhöhen
34. Abgabe für unbebaute Baugrundstücke
35. Gebühren für öffentliches Zeit-Parken erhöhen
36. Dauer- und Anwohnerparken ausweiten und Gebühren erhöhen
37. Eintrittspreise städtischer Museen um 1 Euro anheben
38. Finanzierung der Biosphäre
39. Finanzierung des Naturkundemuseums
40. Kosten für das Brandenburg Museum reduzieren
Weitere Informationen und eine Zusammenfassung der Arbeit des Redaktionsteams stehen unter www.Potsdam.de/Buergerhaushalt bereit.