Pressemitteilung Nr. 280 vom 19.06.2026 Stadtarchiv Potsdam startet Online-Rechercheportal für seine Bestände

Ab dem 22. Juni 2026 können Interessierte erstmals online in den Beständen des Stadtarchivs Potsdam recherchieren / 30.000 Archivalien aus 112 Beständen
rotes Wachssiegel auf der handschriftlichen Chronik des Oberbürgermeisters Wilhelm Saint Paul von 1821
© Landeshauptstadt Potsdam / Frank Daenzer

Handschriftliche Chronik des Oberbürgermeisters Wilhelm Saint Paul von 1821 (Stadtarchiv Potsdam, Bestand: Chroniken, Signatur: 24)

Wer wissen möchte, welche historischen Quellen und Unterlagen im Stadtarchiv Potsdam verwahrt werden, kann sich künftig bequem von zu Hause aus, einen Überblick verschaffen: Unter www.stadtarchiv-potsdam.findbuch.net stellt das Stadtarchiv ab dem 22. Juni 2026 seine neue Online-Rechercheplattform zur Verfügung.

Mit dem neuen Angebot werden rund 30.000 Archivalien aus insgesamt 112 Beständen anhand ihrer beschreibenden Metadaten öffentlich recherchierbar. Nutzerinnen und Nutzer können gezielt nach Stichworten suchen oder sich durch die Bestände des Stadtarchivs klicken. Damit geht das Stadtarchiv einen wichtigen Schritt in Richtung Nutzerfreundlichkeit und ermöglicht einen unabhängigen und zeitgemäßen Zugang zu seinen historischen Schätzen.

Die Plattform bildet die Struktur des Stadtarchivs – die sogenannte Tektonik – digital ab. Über einen Navigationsbaum gelangen Interessierte von der übergeordneten Archivstruktur über die einzelnen Bestände bis hin zu den jeweiligen Archivalien. Jeder Bestand enthält grundlegende Informationen zu seinen inhaltlichen Schwerpunkten, seinem zeitlichen Umfang sowie zur Anzahl der enthaltenen Archivalien.

Bei den recherchierbaren Archivalien handelt es sich um ganz unterschiedliche Quellen und Objekte: Neben klassischen Verwaltungsakten finden sich darunter beispielsweise Zeitungsbände, Plakate, amtliche Publikationen, Flyer oder weitere Einzelstücke. Diese werden durch Angaben wie Titel und Datierung näher beschrieben und können über die Suchfunktion gezielt recherchiert werden.

Die neue Plattform dient ausschließlich der Recherche in den Metadaten der Bestände. Eine digitale Einsichtnahme in die Archivalien selbst ist darüber nicht möglich. Die Originalunterlagen liegen weiterhin in analoger Form im Stadtarchiv vor und können wie gewohnt im Rahmen der Vor-Ort-Benutzung eingesehen werden.

Dass Archivbestände nicht vollständig digital verfügbar sind, hat verschiedene Gründe. Eine umfassende Digitalisierung erfordert erhebliche personelle, zeitliche und finanzielle Ressourcen. Hinzu kommen konservatorische und rechtliche Aspekte, etwa wenn Unterlagen aufgrund von Persönlichkeits- oder Datenschutzrechten nicht frei zugänglich gemacht werden dürfen. Zudem bleiben die analogen Originale auch nach einer Digitalisierung dauerhaft im Archiv erhalten.

Unabhängig davon stellt bereits die Veröffentlichung der Metadaten einen bedeutenden Mehrwert dar: Sie macht die Bestände des Stadtarchivs sichtbarer, erleichtert die Vorbereitung von Archivbesuchen und erweitert das Serviceangebot für die Öffentlichkeit. Gleichzeitig fördert sie Transparenz, gesellschaftliche Teilhabe und den Zugang zum historischen Erbe der Landeshauptstadt Potsdam.

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© Landeshauptstadt Potsdam / Frank Daenzer

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