Pressemitteilung Nr. 264 vom 10.06.2026 Potsdam Museum richtet Fachbeirat für neue Stadtgeschichten ein

Fachgremium begleitet die Erneuerung der ständigen Ausstellung zur Stadtgeschichte
Eine Frau läuft durch die Stadtgeschichtliche Ausstellung im Potsdam Museum mit dem Rücken zur Kamera.
© Lea Städler

Das Potsdam Museum erneuert in den kommenden Jahren sein Herzstück – die ständige Ausstellung zur Geschichte der Stadt. An die Stelle einer einzigen Erzählung tritt ein vielfältiger Ort, an dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenkommen – ein Tor zur Stadt. Die Erneuerung der Ausstellung soll mit breiter Expertise begleitet werden. Perspektiven aus Wissenschaft, Museumspraxis, Vermittlung, Geschichtsdidaktik, Tourismus und Zivilgesellschaft sollen in den Entwicklungsprozess einfließen. Hierfür hat das Potsdam Museum einen Fachbeirat einberufen. Ziel ist es, die Neukonzeption auf einer breiten fachlichen und gesellschaftlichen Grundlage zu erarbeiten.

Thomas Steller, Direktor des Potsdam Museums, fasst den neuen programmatischen Zuschnitt der Ausstellung so zusammen: „Die neue Potsdam-Ausstellung wird die Stadt von ihren Menschen sowie den wichtigen Entwicklungen und Ereignissen her erzählen. Sie wird Potsdam aus vielen Blickwinkeln zeigen, Kulturgeschichte, Kunst und Alltagskultur miteinander verbinden und gemeinsam mit den Potsdamerinnen und Potsdamern entstehen, die ihre eigenen Objekte und Geschichten einbringen können. Im Mittelpunkt werden ihre Lebenswelten stehen – etwa das Wohnen, die Arbeit, die Geschichte der Frauen oder das Ankommen von Zugezogenen. Erstmals werden dabei auch die prägenden Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts den Raum erhalten, der ihnen zusteht.“

Mit der neuen zeitgemäßen ständigen Ausstellung werden die Geschichten Potsdams nicht nur bewahrt, sondern nahbarer gemacht. Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam, erläutert den Nutzen: „Die stadtgeschichtliche Ausstellung stiftet Identität für die Landeshauptstadt und darüber hinaus – denn nur, wer weiß, woher er kommt, kann gestalten, wohin er will. Die neue Ausstellung wird ein zentraler Lern- und Freizeitort für Schulen, Familien und Gäste aus nah und fern. Und sie soll als Forum wirken: ein Ort, an dem die Stadtgesellschaft mit Blick auf heutige Fragen miteinander ins Gespräch kommt. So wird die neue Ausstellung einen Beitrag gegen gesellschaftliche Spaltung leisten und zur Inspirationsquelle für die Zukunft Potsdams.“

Die inhaltliche und strukturelle Verantwortung für die Neugestaltung der ständigen Ausstellung liegt beim Potsdam Museum. Dabei versteht sich der Fachbeirat als Beratungsgremium und bringt seine interdisziplinäre Expertise ein, gibt Impulse für neue Themen und Forschungsansätze und reflektiert die Konzepte des Museums konstruktiv-kritisch.

Der Fachbeirat setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Oberstleutnant Dr. Heiner Bröckermann, Leiter Bereich Grundlagen Historische Bildung Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam; Leiter Arbeitskreis Militärgeschichte im Förderverein des Potsdam Museums e.V.; Präsident des Bildungskomitees der Internationalen Kommission für Militärgeschichte (CIHM)
  • Dr. Michael Fürst, Leiter des Filmmuseums Potsdam
  • Christine Gerbich, Leiterin des Museums Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt/ Beeskow
  • Prof. Dr. Heinz Kleger, Politikwissenschaftler, Ehem. Universität Potsdam und Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder sowie Vorstandsmitglied im Neuen Potsdamer Toleranzedikt – Gemeinsam für eine weltoffene Stadt e.V. 
  • Robert Leichsenring, Stadtführer und stellvertretender Vorsitzender des Historische Straßenbahn Potsdam e.V. Potsdam sowie Mitglied im Förderverein des Potsdam-Museums e.V.
  • Prof. Nicola Lepp, Professorin für Kultur und Vermittlung an der Fachhochschule Potsdam
  • Dr. Arne Lindemann, Geschäftsführer des Museumsverbands des Landes Brandenburg e.V.
  • Dr. Christina Ludwig, Direktorin des Stadtmuseums Dresden
  • Katja Melzer, Direktorin des Brandenburg Museums für Zukunft, Gegenwart und Geschichte Potsdam
  • Prof. Dr. Tobias Nettke, Professor für Bildung und Vermittlung in Museen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
  • Florian Rietzl, Landesvorsitzender des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V. (VGD), Landesverband Brandenburg 
  • Anne Robertshaw, Geschäftsführerin der Potsdam Marketing und Service GmbH
  • Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
  • Dr. Irmgard Zündorf, Referentin für Hochschulkooperation und Wissenstransfer / Koordinatorin des Masterstudiengangs Public History an der FU Berlin; Leiterin des Bereichs Public History am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Die Mitglieder haben Dr. Irmgard Zündorf als ihre Vorsitzende gewählt. Die Stellvertretung übernimmt Dr. Heiner Bröckermann. Dr. Irmgard Zündorf erklärt: „Potsdam braucht eine neue ständige Ausstellung zur Potsdamer Stadtgeschichte, von der ersten Erwähnung bis in die Gegenwart, die heutigen Ansprüchen der Besuchenden mit modernen Vermittlungs- und Beteiligungsformaten entspricht. Wir, der neue Fachbeirat, möchten die Neukonzeption gern fachlich beraten und bei der Vertretung nach außen unterstützen.“

Parallel dazu werden Besuchende künftig verstärkt einbezogen: Bereits im September startet ein neues Format innerhalb der derzeitigen ständigen Ausstellung, in dem die Potsdamerinnen und Potsdamer ihre Wahrnehmungen und Wünsche, aber auch Objekte und Themen an das Museum herantragen können. Der Schwerpunkt wird dabei zunächst auf dem Zeitraum von der politischen Wende 1989/90 bis heute liegen. Zudem plant das Potsdam Museum systematische Befragungen von Besuchenden sowie Nicht-Besuchenden. 

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