Die Landeshauptstadt Potsdam stellt die Organisation der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung neu auf. Nun liegen die Ergebnisse der dafür im Vorfeld durchgeführten Markterkundung vor. Am 27. Mai 2026 hat die Landeshauptstadt diese dem Hauptausschuss vorgestellt. Ziel ist es, die Ver- und Entsorgung geordnet neu zu strukturieren und dafür einen zukunftsfesten sowie rechtssicheren Vertrag aufzusetzen.
Als Grundlage für die weiteren Entscheidungen hatte die Landeshauptstadt Potsdam die Markterkundung beauftragt, in deren Zuge mehrere fachkundige Unternehmen unter anderem zur Sicherung kritischer Infrastruktur, zur Personalentwicklung sowie zu wirtschaftlichen und technischen Belangen befragt wurden. Dabei wurden unterschiedliche Organisations- und Betriebsmodelle betrachtet sowie externe Erfahrungen und Vergleichswerte aus ähnlichen Projekten einbezogen.
Die Auswertung zeigt, dass verschiedene Betriebsführungsmodelle grundsätzlich geeignet sind, diese Aufgabe der Daseinsvorsorge zuverlässig zu erfüllen. Vorteile sieht die Analyse insbesondere bei Organisationsformen, die Aufgaben, Zuständigkeiten und Entscheidungswege stärker zusammenführen. Dadurch könnten Abläufe effizienter gestaltet, Schnittstellen reduziert, Investitionen besser gesteuert sowie der Zugang zu technischem Fachwissen und zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten verbessert werden.
Einzelheiten zur Markterkundung, den geprüften Modellen und Bewertungen werden nicht öffentlich beraten, da sie vergabe-, vertrags- und wettbewerbsrelevante Informationen enthalten. Die Ergebnisse werden nun zunächst weiter ausgewertet und den politischen Gremien Vorschläge für das weitere Vorgehen unterbreitet. Angestrebt ist, dass ab August 2026 das Vergabeverfahren beginnt, sodass im kommenden Jahr die neue Struktur umgesetzt werden kann.
Zentrale Voraussetzung für alle weiteren Entscheidungen bleibt die Sicherung des kommunalen Einflusses. Ebenso stehen Versorgungssicherheit, Transparenz, wirtschaftliche Stabilität, stabile Gebührenstrukturen und der Erhalt qualifizierter Arbeitsplätze im Fokus.
Der laufende Prozess geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2025 zurück. Hintergrund sind insbesondere veränderte rechtliche Rahmenbedingungen und gerichtliche Entscheidungen der vergangenen Jahre. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2025 hatte wesentliche Fragen zur Transparenz, Steuerbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Gebühren- und Kostenstrukturen aufgeworfen. Aus diesem Grund wurde der bisherige Ver- und Entsorgungsvertrag mit Wirkung zum 31. Dezember 2027 gekündigt.