Potsdam feiert ein besonderes Jubiläum: Seit dem 1. Januar 2016 gehört die braune Biotonne fest zum Alltag der Haushalte. Zehn Jahre später zeigt sich deutlicher denn je, wie wichtig sie für Klima, Umwelt und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist. Zum bundesweiten Tag der Biotonne am 26. Mai rückt die Stadt deshalb das richtige Trennen in den Mittelpunkt.
„Die Biotonne ist ein echter Klimaschützer, direkt vor unserer Haustür. Je mehr und besser wir trennen, desto mehr hochwertiger Kompost entsteht – und davon profitieren Landwirtschaft, Gartenbau sowie das Klima und die Umwelt gleichermaßen“, betont Nicole Prestin, Bereichsleiterin des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers. „Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger aus Anlass des bundesweiten Tages der Biotonne ein, mitzumachen und ihre kompostierbaren Küchenabfälle konsequent getrennt in der Biotonne zu sammeln.“
Mehr Bioabfall für mehr Klimaschutz
Aktuell fallen in Potsdam rund 46 Kilogramm Bioabfall pro Einwohner und Jahr an. Ein guter Wert – aber bis 2029 sollen es mindestens 54 Kilogramm pro Einwohner und Jahr werden. Jeder zusätzliche Apfelrest, jeder Kaffeesatz und jeder verwelkte Blumenstrauß trägt dazu bei, mehr wertvollen Kompost für die Region zu erzeugen.
Konsequentes Trennen lohnt sich auch finanziell: Die Gebühren für die Leerung der Biotonne sind geringer als für die Restmülltonne. Wer mehr Bioabfall sammelt, kann Tonnengröße oder Entleerungsrhythmus beim Restmüll reduzieren – und dadurch seine Kosten sinken. Zusätzlich bietet die Stadt zweimal jährlich eine kostenlose Tonnenwäsche für die Biotonne an.
Plastik bleibt draußen – auch „kompostierbares“
Auch „kompostierbare“ Bioplastiktüten zersetzen sich in der Schnellkompostierung der Anlage nicht vollständig und verschlechtern die Kompostqualität. Deshalb gilt: Keine Plastiktüten in die Biotonne. Besser geeignet sind Papiertüten oder Zeitungspapier.
Ein Jahrzehnt Biotonne – und ein Schritt in die Zukunft
Mit dem Beitritt zum Zweckverband Bioabfallverwertung Schwanebeck im Juli 2025 setzt Potsdam auf eine moderne und regionale Verwertung. In der Kompostieranlage in Nauen entsteht aus Küchen- und Gartenabfällen hochwertiger Kompost – das „braune Gold“, stärkt Böden, speichert Wasser, ersetzt Dünger und spart CO₂ ein.
Der bundesweite Themenschwerpunkt zum diesjährigen Tag der Biotonne 2026 „Der Boden beginnt hier“ macht deutlich: Nur sauber getrennter Bioabfall sorgt für gesunde und klimaresiliente Böden. Dafür braucht es eine Biotonne voller organischer Abfälle – und frei von Fremdstoffen.