Die Landeshauptstadt Potsdam erhält erneut das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ und setzt damit ein deutliches Zeichen für die nachhaltige Verankerung der Kinderrechte auf kommunaler Ebene. Mit der Verlängerung würdigt der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den neuen Aktionsplan „Kinder- und jugendfreundliche Kommune Potsdam 2025-2028“, mit dem Potsdam die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie die Berücksichtigung ihrer Interessen systematisch in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft weiter stärkt.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und die Beauftragte für Kinder- und Jugendinteressen, Stefanie Buhr, nahmen die Auszeichnung heute gemeinsam mit Kindern in der UNESCO-Kinderrechteschule – Grundschule am Humboldtring entgegen. Die Grundschule steht beispielhaft für einen Ort, an dem Kinderrechte aktiv im Schulalltag gelebt werden. Seit zehn Jahren setzen sich hier die Schulkinder praxisnah an Projekttagen, kreativen Gemeinschaftsaktionen und altersgerechten Lernformaten mit zentralen Kinderrechten wie Beteiligung, Schutz, Nichtdiskriminierung und persönlicher Entwicklung auseinander.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel betont anlässlich der Siegelverlängerung: „Die erneute Auszeichnung als ,Kinderfreundliche Kommune‘ bestätigt unseren Anspruch, Kinderrechte in Potsdam nicht nur zu bekennen, sondern dauerhaft und verbindlich umzusetzen. Mit dem neuen Aktionsplan stärken wir die Beteiligung junger Menschen und stellen sicher, dass ihre Perspektiven in Verwaltung, Politik und Stadtentwicklung konsequent mitgedacht werden – heute und in Zukunft.“
Potsdam beteiligt sich bereits seit 2015 am bundesweiten Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ und gehört damit zu den Städten, die Kinderrechte als Querschnittsaufgabe verstehen. Der neue Aktionsplan knüpft an bisherige Erfolge an und setzt zugleich neue Schwerpunkte für die kommenden drei Jahre. Um den Wissenstransfer zur Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen zu stärken, wurde der Aktionsplan zusätzlich in einer kindgerechten Version erstellt.
Der neue Aktionsplan umfasst zahlreiche Maßnahmen. Drei Beispiele verdeutlichen, wie Kinderrechte in Potsdam konkret umgesetzt werden:
- Stärkung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen: Beteiligungsformate zu Planungen im Schul- und Freizeitbereich, auf Freiflächen, in Stadtteilen und generell bei städtischen Planungsprozessen werden stärker standardisiert. Selbstvertretungen von Kindern und Jugendlichen werden ausgebaut, um frühzeitig und wirksam die Interessen und Bedarfe einzubinden.
- Kinderfreundliche Stadtentwicklung: Bei Grünflächen- und Verkehrsflächenprojekten wird die Perspektive von Kindern und Jugendlichen verbindlich berücksichtigt – für sichere Wege, mehr Aufenthaltsqualität und eine selbstständige Mobilität.
- Verankerung von Kinderrechten in der Verwaltung: Fortbildungen, interne Standards und klare Zuständigkeiten stellen sicher, dass Kinderrechte dauerhaft Bestandteil des Verwaltungshandelns sind.
Stefanie Buhr, Kinder- und Jugendbeauftragte der Landeshauptstadt Potsdam, erklärt:
„Kinderrechte werden erst dann wirksam, wenn sie im Alltag von Kindern und Jugendlichen spürbar sind. Der neue Aktionsplan ist deshalb mehr als eine Aufzählung von Maßnahmen: Er ist ein gemeinsames Versprechen der Stadt, jungen Menschen Raum, Stimme und echte Mitgestaltung zu geben. Die Siegelverlängerung ist Anerkennung – und zugleich Ansporn, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V., getragen von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk, begleitet Potsdam weiterhin fachlich bei der Umsetzung des Aktionsplans. Bundesweit engagieren sich inzwischen mehr als 60 Kommunen im Programm, das auf der internationalen Child Friendly Cities Initiative von UNICEF basiert.