FAQ: Konsolidierungsvorschläge im Kulturbereich 2026

Im Jahr 2026 stehen dem Geschäftsbereich „Bildung, Kultur, Jugend und Sport“ insgesamt rund 308 Millionen Euro zur Verfügung – rund 5,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr 2025. Auch der Bereich Kultur und Museum erhält rund ein Prozent mehr als im Ansatz 2025 vorgesehen war. Trotzdem müssen wir an einigen Stellen kürzen, weil unter anderem die Personal- und Betriebskosten so stark gestiegen sind.

Wie viel Geld steht uns im Geschäftsbereich „Bildung, Kultur, Jugend und Sport“ im Jahr 2026 zur Verfügung – im Vergleich zum Vorjahr 2025?

Im Jahr 2026 plant der Geschäftsbereich „Bildung, Kultur, Jugend und Sport“ im Ergebnishaushalt insgesamt rund -308 Millionen Euro ein. Das sind rund 5,5 Millionen Euro mehr als 2025. Im Vorjahr 2025 lag der Ansatz bei rund -302 Millionen Euro. Für den Bereich Kultur und Museum hat der Geschäftsbereich 27 Millionen Euro eingeplant – rund ein Prozent mehr als im Ansatz 2025 vorgesehen war.

Warum machen wir trotz des höheren Ansatzes in 2026 Kürzungsvorschläge?

Die Fixkosten, vor allem die Personal- und Dienstleistungskosten sowie die Betriebs- und Infrastrukturkosten, sind so stark gestiegen, dass sie trotz der moderaten Erhöhung des Ansatzes des Bereiches Kultur und Museum auf -27 Millionen Euro nicht vollständig finanziert werden können. Das führt zu den Kürzungen in der Programmarbeit sowie der Kulturförderung, die im Vorschlag unserer Verwaltung enthalten sind.

Sind diese Kürzungen schon beschlossen?

Nein. Im Rahmen der Haushaltsplanung 2026 hat die Verwaltung Konsolidierungsvorschläge vorgelegt. Dazu gehören auch Vorschläge wie, die Ausgaben im Kulturbereich zu begrenzen oder zu senken. Über diese müssen nun die Stadtverordneten diskutieren. Am 25. März soll es eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung geben, bei der der Haushalt für das laufende Haushaltsjahr beschlossen werden soll.

Woran orientieren wir uns, wenn wir Kürzungsvorschläge machen?

Das sind unsere Prämissen: gesetzliche Aufträge werden vorrangig erfüllt. Freiwillige Leistungen werden wirkungsorientiert eingesetzt. Wir wollen vorhandene Strukturen in unseren Verantwortungsbereichen sichern. Wir prüfen auch Einnahmen wie zum Beispiel Schulkostenbeiträge und Gebührenordnungen. Wir planen auf Basis der Ist-Zahlen 2024/2025 und beachten rechtliche Verpflichtungen sowie die Leistungsfähigkeit von Einrichtungen und Trägern (Subsidiarität).

Warum ist in der Debatte oft von „pflichtig“ und „freiwillig“ die Rede?

Weil im Haushalt zwischen Leistungen, die aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen erbracht werden müssen, und Leistungen die eine Kommune darüber hinaus freiwillig erbringt, unterschieden wird. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag Haushaltsdebatte 2026 - Eckdaten, Hintergründe und FAQs. Für 2026 planen wir stadtweit elf Prozent für freiwillige Leistungen ein – 2025 waren es 12 Prozent. Der Geschäftsbereich „Bildung, Kultur, Jugend und Sport“ umfasst 40 Prozent der freiwilligen Leistungen der Landeshauptstadt Potsdam (2025: 38 Prozent). 

Was schlagen wir für 2026 im Bereich Kultur und Museum grundsätzlich vor?

Mit dem Ziel der Sicherung bestehender Strukturen, schlagen wir eine Absenkung von Zuwendungen – vor allem bei der Projektförderung und in Teilen der ganzjährigen Förderung der Freien Träger vor. Auch in den kommunalen Kultureinrichtungen planen wir mit einem geringeren Produktionsbudget. Zudem schlagen wir vor, die Projektförderung insgesamt zu reduzieren – gleichzeitig soll die Zuwendungshöhe bei kulturellen „Leuchttürmen“ beibehalten werden. 

Was bedeutet das für das Potsdam Museum?

Das Sonderausstellungsprogramm mit dem Haushaltsansatz kann umgesetzt werden und die Bildungs- und Vermittlungsangebote können voraussichtlich auf dem jetzigen Niveau gehalten werden. Aber die Finanzierung der Neuen Ständigen Ausstellung konnte im Haushalt 2026 nicht sichergestellt werden. Darum planen wir diese modular, also abschnittsweise, zeitlich gestreckt umzusetzen.

Was bedeutet das für das Naturkundemuseum Potsdam?

Die museumspädagogischen Angebote werden in hoher Qualität fortgeführt. Die Aktualisierung der Dauerausstellung werden wir auf einen kleinen Abschnitt reduzieren. Die neuen Räume im Zwischendepot Groß Glienicke werden wir grundlegend einrichten. 

Was würde sich in der Schiffbauergasse verändern?

Veranstaltungen und Marketingleistungen können wegen Budgetkürzungen und Kostensteigerungen nur noch in geringem Umfang erbracht werden. Das Ziel bleibt, etablierte Projekte zu sichern, die auf die Dachmarke einzahlen – jedoch ohne zusätzliche Mittel, obwohl die Kosten steigen. 

Warum ist Bewirtschaftung und Instandhaltung in der Schiffbauergasse so kritisch?

Weil die Fixkosten stark steigen und immer mehr vom Budget binden. Als Beispiel: Der Anteil liegt inzwischen bei 57 Prozent. 2018 waren es noch 31 Prozent, 2023 46 Prozent. 

Welche Zuschüsse planen wir 2026 für städtische Kultur-Einrichtungen oder Beteiligungen?

Für die Hans-Otto-Theater GmbH planen wir 8,6 Millionen Euro ein, für die Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam gGmbH 2,8 Millionen Euro, für die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH 292.000 Euro. Das Hans-Otto-Theater und die Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam gGmbH erhalten zusätzlich Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich.

Welche Belastungen sehen wir bei diesen Einrichtungen?

Steigende Personalkosten (Tarifsteigerungen, Mindestlohn, Gagenanpassungen) und steigende Infrastrukturkosten (Mieten/Betriebskosten) gehen zulasten der künstlerischen Arbeit. Gleichzeitig können Eintrittspreiserhöhungen dem Auftrag kultureller Teilhabe entgegenstehen. Außerdem gibt es ein Liquiditätsrisiko, wenn Rücklagen sinken und Zuwendungen stagnieren. 

Wie entwickelt sich die Förderung für Stiftungen und freie Träger 2026?

Dafür hat der Geschäftsbereich „Bildung, Kultur, Jugend und Sport“ nun 6,4 Millionen Euro eingeplant (2025: 6,6 Millionen Euro). Die Zuwendungen liegen zwar 2,8 Prozent unter den Zuschüssen, die 2025 an die Kulturträger gegangen sind, aber 13 Prozent über denen, die sie 2024 erhalten haben. Zusätzlich trägt die Landeshauptstadt für sechs freie Träger die Miete von insgesamt 342.000 Euro, indem sie ihnen die Nutzung kommunaler Gebäude unentgeltlich überlässt. 

Weitere Beiträge

FAQ: Schülerticket Potsdam

Eine der Konsolidierungsmaßnahmen, die die Landeshauptstadt Potsdam vorschlägt, betrifft das sogenannte Schülerticket. Die Landeshauptstadt Potsdam möchte die Fahrkarten für Busse …