Ein bezahlbares Schulmittagessen ist wichtig – für den Alltag vieler Familien und für gleiche Chancen für Kinder. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen und Unterstützung dort konzentrieren, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
In Potsdam gilt derzeit ein Preisdeckel für das Schulessen. Das heißt, Eltern und Sorgerechtsberechtigte zahlen seit dem Schuljahr 2023/2024 pauschal nur 3,90 Euro pro Schulessen. Die Differenz zu den Kosten übernimmt die Landeshauptstadt. Zunächst sollte der Preisdeckel entsprechend des Beschlusses der Stadtverordneten bis zum Ende des Schuljahres 2024/25 gelten und dann überprüft werden, um auf Grundlage des Ergebnisses ein soziales, bedarfs- und wirkungsorientiertes Modell zur Preisbegrenzung des Schulmittagessens zu entwickeln. Die aktuelle Diskussion um eine Reform des Preisdeckels für das Schulessen wirft viele Fragen auf. Hier finden Sie die Antworten.
Die ersten Ergebnisse der Auswertung zeigen: Der Preisdeckel hat nicht dazu geführt, dass signifikant mehr Kinder am Schulmittagessen teilnehmen. Deshalb wollen wir das Gießkannenprinzip beenden und den Preisdeckel künftig gezielt einsetzen: nämlich an den Start-Chancen-Schulen in Potsdam. Für Schülerinnen und Schüler anderer Schulen bleibt ebenfalls Hilfe beim Mittagessen möglich – über Bildung und Teilhabe (BuT) sowie über eine Härtefallregelung.
Ob und wie diese Umstellung umgesetzt wird, entscheidet die Stadtverordnetenversammlung.
- Was ist der Preisdeckel – und was soll sich ändern?
Der Preisdeckel ist eine städtische Subvention: Die Stadt übernimmt einen Teil der Kosten, damit das Mittagessen für Eltern und Sorgeberechtigte nicht teurer als 3.90 EUR wird. Künftig soll der Preisdeckel nur noch an Start-Chancen-Schulen gelten. Damit wird Unterstützung gezielter eingesetzt – statt pauschal für alle („Gießkanne“).
- Warum wird das geändert?
Weil die ersten Ergebnisse zeigen: Mit Preisdeckel haben insgesamt nicht mehr Kinder am Mittagessen teilgenommen. Die durchschnittliche Teilnahmequoten an den Schulen, wo der Preisdeckel zum Tragen kommt, waren:
- 2022: 30,06 Prozent (ohne Preisdeckel)
- 2023: 31,65 Prozent
- 2024: 32,06 Prozent
- 2025: 33,06 Prozent
- Warum soll der Preisdeckel künftig an Start-Chancen-Schulen gelten?
Start-Chancen-Schulen sind Schulen, die vom Land Brandenburg für das Startchancen-Programm ausgewählt wurden. Dessen Ziel ist es, diese Schulen besonders zu stärken, weil dort die Rahmenbedingungen oft herausfordernder sind und Kinder unter Umständen mehr Unterstützung brauchen.
Darum sollen die Schülerinnen und Schüler dieser Schulen auch künftig hier Mittagessen – damit Hilfe dort ankommt, wo sie am meisten Wirkung entfaltet.
- Welche Start-Chancen-Schulen in Trägerschaft der Landeshauptstadt Potsdam gibt es?
- Weidenhof-Grundschule
- Grundschule „Am Pappelhain“
- Grundschule am Humboldtring
- Grundschule „Am Priesterweg“
- Oberschule Theodor Fontane mit Primarstufe
- Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Gesamtschule
- Gesamtschule „Am Schilfhof“
- Käthe-Kollwitz-Oberschule
- Oberstufenzentrum I – Technik
- Fröbelschule (Förderschwerpunkt emotionale/soziale Entwicklung)
- Wie viel zahlen Eltern und Sorgeberechtigte, wenn der Preisdeckel für ihre Schule nicht gilt?
Das kommt ganz auf den jeweiligen Anbieter des Schulessens und der Schulform an. Belastbare allgemeingültige Aussagen können wir darum leider nicht treffen.
- Bekommen Familien an anderen Schulen dann gar keine Unterstützung mehr?
Doch. Für Kinder an allen anderen Schulen gibt es weiterhin Möglichkeiten der Unterstützung und zwar über:
- Bildung und Teilhabe (BuT) kostenloses Schulessen für berechtigte Familien - alle aktuellen Informationen
- eine Härtefallregelung, wenn es akut ist oder sich die Bearbeitung des BuT-Antrags verzögert - alle aktuellen Informationen
- Wie viele Kinder bekommen in Potsdam BuT-Mittagessen?
Im Jahr 2023 waren es 3934 Kinder, im Jahr 2024 waren es 4030. Für das Jahr 2025 liegt die Zahl noch nicht abschließend vor. Dabei handelt es sich nicht um Schuljahre, sondern um Kalenderjahre.
- Wie viele Härtefälle gab es?
Im Schuljahr 2023/24 gab es 314 Härtefallerklärungen. Im Schuljahr 2024/25 gab es 210.
- An wie vielen Schulen wird aktuell städtisch subventioniertes Schulessen angeboten?
An 38 Schulen in Trägerschaft der Landeshauptstadt Potsdam gilt der Preisdeckel.
- Was zahlt derzeit die Stadt für den pauschalen Schulessen-Preisdeckel?
Die Einsparung durch Reduzierung des bisherigen Preisdeckels (Konsolidierungsvorschlag der LHP, Fokus auf Startchancenschulen, wie im ABS JHA, Fraktionsvorrunde erörtert) beliefe sich auf ca. > 525.000 € (IST 2025: 567.667 €).
- Wie viele Kinder besuchen die Potsdamer Schulen in öffentlicher Trägerschaft?
Im laufenden Schuljahr: 20.429 Kinder. Im Schuljahr 2022/23: 19.637 Kinder.