Potsdam erinnert an die Opfer der Novemberpogrome und des Holocausts. Zum Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 lädt die Landeshauptstadt am Montag, den 9. November, gemeinsam mit der jüdischen und den christlichen Gemeinden, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und den Omas gegen Rechts um 17 Uhr zum Gedenken ins Synagogenzentrum an der Schloßstraße 8 ein. Am Gedenken beteiligen sich Schülerinnen und Schüler der Katholischen Marienschule.
Im Anschluss um 18 Uhr wird das Gedenken am Standort der ehemaligen Synagoge am Platz der Einheit 1 fortgesetzt. Die alte Synagoge am Platz der Einheit wurde in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 entweiht wie 1.400 andere Synagogen im damaligem Deutschen Reich. Tausende jüdische Geschäfte wurden zerstört. Frauen, Männer und Kinder bedrängt und verfolgt. Die Gewaltexzesse markierten den Beginn der systematischen Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Menschen jüdischer Herkunft.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, die ein Grußwort sprechen wird, mahnt: „Das ‚Nie wieder‘ ist kein Versprechen, das wir einmal gegeben haben und das danach von selbst gilt. Es ist eine Aufgabe, die jeden Tag neu beginnt. Gerade angesichts zunehmender Ausgrenzung, antisemitischer Anfeindungen und einer Verschiebung der Grenzen des Sagbaren müssen wir Haltung zeigen und Menschenfeindlichkeit entschieden widersprechen. Das ist nicht nur unsere historische Verpflichtung, sondern ein grundlegendes Gebot der Menschlichkeit.“
Bereits am Sonntag, den 8. November 2026, wird das Gedenken an die Novemberpogrome mit durch eine besondere Filmvorführung ergänzt. Um 17 Uhr wird im Synagogenzentrum der Film „Aufstand in Auschwitz“ gezeigt. Der Dokumentarfilm von Gabi Schlag aus dem Jahr 2026 erzählt die Geschichte des einzigen bewaffneten Aufstands im Vernichtungslager Auschwitz. Der Eintritt ist frei.
In den Tagen vor dem 9. November putzen zahlreiche Potsdamerinnen und Potsdamer Stolpersteine in der gesamten Stadt. Die Steine erinnern an Menschen, die von den Nationalsozialisten als Juden verfolgt und ermordet wurden.