Die Landeshauptstadt Potsdam treibt die strategische Weiterentwicklung ihrer Kulturlandschaft voran. Am 12. November 2026 wird der zweite Teil der Kulturpolitischen Strategie 2025-2030 erstmals im Ausschuss für Kultur beraten. Das vom Fachbereich Kultur und Museum erarbeitete Strategiepapier adressiert die konkreten Ziele und Maßnahmen, um Potsdam als Kulturstadt zu bewahren und weiterzuentwickeln. Es knüpft damit an den bereits 2024 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen „Teil A: Grundlagen und Handlungsfelder“ an.
Grundlage des Strategiepapiers ist ein breit angelegter Beteiligungsprozess, in den sowohl Kulturschaffende als auch Einwohnerinnen und Einwohner eingebunden waren. Bei der Dialogkonferenz Anfang März 2026 erarbeiteten rund 90 Kulturakteurinnen und -akteure gemeinsam mit der Verwaltung kulturpolitische Ziele und Maßnahmen zu den in Teil A erarbeiteten Handlungsfeldern. Im Mai 2026 wurden in vier Kulturforen in Potsdamer Stadtteilen sowie in einer begleitenden Online-Umfrage Impulse von Einwohnerinnen und Einwohnern zu den aus der Dialogkonferenz mitgenommenen Themen und darüber hinaus gesammelt. Die Ergebnisse der Beteiligungsformate sind auf https://mitgestalten.potsdam.de einsehbar.
Die gesammelten Impulse und Gewichtungen der Kulturakteurinnen und -akteure sowie der Einwohnerinnen und Einwohner sind in die Erarbeitung des zweiten Strategieteils eingeflossen. Daraus ergaben sich die Ziele und Maßnahmen zu den Handlungsfeldern „Kulturelle Bildung und Teilhabe“, „Kulturelles Erbe“, „Internationalität“ und „Kultur- und Kreativwirtschaft“. Zusätzlich wird die Kulturförderung als konkretes Handlungsinstrument behandelt, dessen Umsetzung sich in großen Teilen in der Kulturförderrichtlinie wiederfindet. Damit schafft die Strategie einen Rahmen, der sowohl Verlässlichkeit als auch Möglichkeitsräume bietet – für neue Herausforderungen, gesellschaftliche Veränderungen und zukünftige Chancen. Langfristiges Anliegen bleibt es, Kultur als gesamtstädtisches und prioritäres Ziel der Landeshauptstadt Potsdam zu verankern.
Die Kulturpolitische Strategie 2025-2030 mit den Teilen A und B bildet gemeinsam mit der sich bereits im Gremienlauf befindenden Kulturförderrichtlinie und der anstehenden Kulturentwicklungsplanung ein zusammenhängendes Paket im Transformationsprozess der kulturpolitischen Ausrichtung Potsdams. Mit diesem Prozess strebt die Landeshauptstadt eine krisenfeste Kulturpolitik an, die bei finanziellen Engpässen handlungsfähig bleibt und ebenso Flexibilität bei positiven Entwicklungen gewährt.
„Das Paket aus Kulturpolitischer Strategie, Kulturförderrichtlinie und Kulturentwicklungsplanung stellt die Basis für eine langfristige Stabilität und Entwicklung der Potsdamer Kulturlandschaft dar“, sagt Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport. „Kultur ist eine Gemeinschaftsaufgabe und lebt vom Austausch. Die Dialogformate mit Kulturschaffenden sowie Einwohnerinnen und Einwohnern Potsdams haben unverzichtbare Ergebnisse und weiterführende Impulse hervorgebracht, ohne die ein Fortschreiben der Kulturpolitischen Strategie nicht möglich gewesen wäre. Diese Linie des aktiven und produktiven Dialogs wollen wir auch weiter beibehalten.“
Ein weiterer Austausch zwischen der Stadtverwaltung und den Potsdamer Kulturakteurinnen und -akteuren, vertreten durch das Netzwerk KulturMachtPotsdam, zum zweiten Teil der Kulturpolitischen Strategie ist bereits geplant.
Nach einer ersten Lesung des Teil B am 12. November 2026 ist eine zweite Beratung am 10. Dezember 2026 im Kulturausschuss vorgesehen. Die abschließende Beratung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung ist für den 27. Januar 2027 geplant.
Während die Kulturpolitische Strategie die übergeordneten Ziele und Maßnahmen definiert, soll die anschließende Kulturentwicklungsplanung deren Umsetzung konkretisieren. In der Funktion als Umsetzungsplan verfolgt sie das Ziel, die bestehende Kulturlandschaft zu analysieren und zu bewerten, auf dieser Basis weiterzuentwickeln und sie damit zukunftsfest sowie resilient aufzustellen – inhaltlich, qualitativ und strukturell. Ein Beschluss der Kulturentwicklungsplanung durch die Stadtverordnetenversammlung ist für Ende 2028 vorgesehen.