Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, die Generalsekretärin von Europa Nostra, Sneška Quaedvlieg-Mihailović, sowie der Präsident von Europa Nostra Deutschland, Dr. Uwe Koch, unterzeichnen ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Einrichtung eines neuen „Europa Nostra Heritage Hub“ in Potsdam.
Die Landeshauptstadt Potsdam und der europaweite Kulturerbeverband Europa Nostra haben heute den Grundstein für eine langfristige strategische Zusammenarbeit gelegt. Im Alten Rathaus Potsdam unterzeichneten Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, die Generalsekretärin von Europa Nostra, Sneška Quaedvlieg-Mihailović, sowie der Präsident von Europa Nostra Deutschland, Dr. Uwe Koch, ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Einrichtung eines neuen „Europa Nostra Heritage Hub“ in Potsdam. Mit einem zusätzlichen Letter of Intent vereinbarten die Partner eine direkte internationale Kooperation. Der neue Hub soll ab 2027 seine Arbeit aufnehmen und insbesondere den klimaresilienten Erhalt des kulturellen Erbes, die Beteiligung der Zivilgesellschaft und die Förderung junger Menschen in den Mittelpunkt stellen.
„Der Erhalt unseres kulturellen Erbes gelingt nur, wenn wir die nächste Generation von Anfang an aktiv einbinden und begeistern“, erklärt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel. „Mit dem neuen Hub schaffen wir ganz bewusst Räume und Plattformen für junge Menschen. Es geht uns nicht um theoretische Debatten, sondern um echtes, praktisches Engagement vor Ort. Die geplanten Austauschprojekte mit den European Volunteers zeigen beispielhaft, wie junge Europäerinnen und Europäer gemeinsam Verantwortung für unsere Erinnerungskultur und den Denkmalschutz übernehmen können.“
Das Vorhaben bündelt die lokale Expertise Potsdams mit dem übernationalen Netzwerk von Europa Nostra. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf den Herausforderungen des Klimawandels. Die als UNESCO-Welterbe geschützten historischen Schlösser und Gärten sowie die Stadtlandschaft Potsdams bieten vielfältige Möglichkeiten, Anpassungsstrategien für den langfristigen Erhalt des kulturellen Erbes zu entwickeln und praktisch zu erproben. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und dem Research Center Sanssouci (RECS) vorgesehen. So soll Potsdam zu einem europäischen Praxis- und Austauschort für klimaresilientes Kulturerbe-Management werden.
Die Arbeit des neuen Hubs konzentriert sich auf drei zentrale Handlungsfelder:
- Klimaresilientes Kulturerbe-Management: Praktische Erforschung und Umsetzung von Anpassungsstrategien für historische Gebäude und Gärten gegen extreme Wetterlagen
- Gemeinschaftsbasierte Kulturerbepraxis: Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen und Vereine bei der gemeinsamen Pflege von Kulturstätten.
- Kompetenzaufbau junger Menschen: Schaffung von Bildungs- und Praxisplattformen für Nachwuchskräfte im Bereich Denkmalschutz und Restaurierung. Für das kommende Jahr sind in diesem Rahmen bereits zwei Austauschprojekte mit den European Volunteers geplant, die sich intensiv mit dem Thema Erinnerungskultur sowie dem Erhalt des kulturellen Erbes auseinandersetzen.
Die internationale Arbeit startet im Jahr 2027 unter dem Titel „Divided Heritage – Shared Responsibility“ mit einem gemeinsamen Kooperationsprojekt mit dem Europa Nostra Heritage Hub im zypriotischen Nikosia. Androulla Vassiliou, ehemalige EU-Kommissarin für Bildung und Kultur, Vizepräsidentin von Europa Nostra und Vorsitzende des Partnervorstands in Nikosia, beteiligte sich an der Unterzeichnungsveranstaltung mit einem virtuellen Grußwort.