Pressemitteilung Nr. 466 vom 13.10.2026 Landeshauptstadt Potsdam informiert über Taskforce Jugendgewalt

Engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und Aufbau langfristig wirksamer Präventionsstrukturen
Eingang Edisonallee
© Landeshauptstadt Potsdam/ Robert Schnabel

Edisonallee Eingang

Aufgrund der bekanntgewordenen Vorfälle von Jugendgewalt und Jugendkriminalität in Potsdam hat die Landeshauptstadt Potsdam eine Taskforce Jugendgewalt eingerichtet, die ein abgestimmtes und schnelles Handeln bei aktuellen Vorfällen ermöglichen soll. Diese soll eng mit der jüngst gegründeten Arbeitsgruppe „Jugendgewalt und Jugendkriminalität“ im Netzwerk „Sicherheit in Potsdam“ zusammenarbeiten, in der insbesondere Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe und Stadtverwaltung vertreten sind. Darüber informierte der Fachbereichsleiter Ordnung und Sicherheit, Dr. Karsten Lauber, heute den Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Katastrophenschutz. Die Landeshauptstadt setzt darauf, kurzfristig handlungsfähig zu sein und gleichzeitig langfristig wirksame Präventionsstrukturen aufzubauen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Jugendhilfe, Sicherheitsbehörden und weiteren Partnern soll dazu beitragen, Gewalt frühzeitig entgegenzuwirken und das Sicherheitsempfinden in Potsdam zu stärken.

„Wir nehmen die aktuellen Entwicklungen sehr ernst und wollen auf die schwerwiegenden Vorfälle schnell, entschlossen und abgestimmt reagieren. Niemand sollte in unserer Stadt Angst haben müssen, dass sie oder die eigenen Kinder Opfer von Gewalt werden. Die Menschen müssen sich sicher fühlen können. Dafür bringen wir die zuständigen Stellen innerhalb der Verwaltung enger zusammen und stärken die Zusammenarbeit mit der Polizei, den Trägern der Jugendhilfe und weiteren Partnern. Gleichzeitig wollen wir Präventionsangebote verstärken, um Gewalt und Kriminalität unter Jugendlichen nachhaltig vorzubeugen“, erklärt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.

Die neu gegründete Taskforce trifft sich ab sofort mindestens wöchentlich, um insbesondere das Jugendamt, die Ordnungsbehörde und das Netzwerk „Sicherheit in Potsdam“ noch zielgerichteter zusammenzubringen. Je nach Lage können weitere interne Stellen der Verwaltung hinzugezogen werden. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Informationen zusammenzuführen und bei schwerwiegenden Vorfällen schnell und koordiniert zu handeln.

Grundlage dafür ist ein fortlaufend aktualisiertes Lagebild, das relevante Informationen zu aktuellen Vorfällen bündelt und eine gemeinsame Bewertung der Situation ermöglicht. Hierfür werden maßgeblich Informationen aus der Jugendhilfe, etwa den Meldeketten in Jugendclubs, sowie der Polizei verwendet. Bei konkreten Anlässen sollen kurzfristig Fallkonferenzen einberufen werden, um die Situation gemeinsam zu bewerten und geeignete Sofortmaßnahmen festzulegen, etwa die stärkere Bestreifung bestimmter Areale durch das Ordnungsamt. Zudem sollen bestehende Präventions- und Unterstützungsangebote für Opfer von Gewalt stärker sichtbar gemacht werden.

Ergänzend zur Taskforce konstituiert sich in dieser Woche die Arbeitsgruppe „Jugendgewalt und Jugendkriminalität“ im Netzwerk „Sicherheit in Potsdam“. Deren Einrichtung wurde bereits Ende August durch den Lenkungsausschuss des Netzwerks unter Leitung der Oberbürgermeisterin und in Abstimmung mit Polizei und Staatsanwaltschaft beschlossen.

In der Arbeitsgruppe kommen Vertreterinnen und Vertreter des Jugendamtes, des Ordnungsamtes, des Netzwerkes „Sicherheit in Potsdam“ sowie freier Träger der Jugendhilfe, Polizei und Staatsanwaltschaft im Kontext der kommunalen Kriminalprävention zusammen. Die Arbeitsgruppe soll bestehende Präventionsangebote vernetzen, mögliche Lücken identifizieren und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten zur Verhinderung von Jugendgewalt und Jugendkriminalität entwickeln. Über die Ergebnisse wird regelmäßig im Jugendhilfeausschuss berichtet.

Ein wichtiger Bestandteil der weiteren Maßnahmen ist die Stärkung der präventiven Arbeit vor Ort. Dazu wird die Landeshauptstadt Potsdam mit freien Trägern der Jugendhilfe Gespräche führen, um die Sichtbarkeit und Präsenz der Jugend- und Jugendsozialarbeit insbesondere in jenen Stadtgebieten zu erhöhen, die im gemeinsamen Lagebild als Schwerpunkte identifiziert werden. Darüber hinaus trifft sich in dieser Woche die Arbeitsgruppe „Jugendgewalt und Jugendkriminalität“ im Netzwerk „Sicherheit in Potsdam“ mit Vertreterinnen und Vertretern insbesondere von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendhilfe und Stadtverwaltung.