Pilzexperte Pilzsachverständiger Wolfgang Bivour ist zu Gast im Naturkundemuseum Potsdam.
Welcher Pilz ist essbar, welcher ungenießbar und in welchen Merkmalen unterscheidet er sich von seinem giftigen Doppelgänger? Antworten darauf gibt es am 17. und 18. Oktober im Naturkundemuseum Potsdam. An beiden Tagen präsentiert Pilzsachverständiger Wolfgang Bivour gemeinsam mit einem Kollegen eine Frischpilz-Ausstellung mit 50 bis 100 Arten aus der Umgebung von Potsdam. Von 10 bis 16 Uhr können Besucherinnen und Besucher die Funde kennenlernen und eigene Pilze zur Bestimmung mitbringen.
Gerade im Herbst zieht es viele Menschen zum Pilze sammeln in die Wälder rund um Potsdam. Vom bekannten Steinpilz über den Maronen-Röhrling und Butterpilz bis hin zur Ziegenlippe und dem Champignon reicht die Vielfalt der Pilzarten, die in der Region zu finden sind. Doch essbare Pilze können leicht mit giftigen, wie dem Grünen Knollenblätterpilz oder dem Pantherpilz, verwechselt werden. Die Ausstellung setzt deshalb auf den direkten Vergleich: Frische Exemplare können aus nächster Nähe betrachtet, miteinander verglichen und anhand ihrer typischen Merkmale sowie ihres charakteristischen Geruchs bestimmt werden.
„Wer Pilze sammeln möchte, sollte genau hinschauen und sich nicht allein auf ein einzelnes Merkmal verlassen. Für die Bestimmung sind zum Beispiel die Form und Farbe des Pilzes, die Beschaffenheit des Hutes und Stiels, die Unterseite und auch der Geruch wichtig. Gerade bei ähnlichen Arten können kleine Unterschiede entscheidend sein. Deshalb gilt: Wenn ein Pilz nicht eindeutig bestimmt werden kann, sollte er besser im Wald stehen bleiben“, sagt Pilzsachverständiger Wolfgang Bivour. Bei der Pilzberatung zeigt er, worauf es bei der Bestimmung ankommt und wie sich essbare Pilze von giftigen Doppelgängern unterscheiden lassen.
Eigene Funde können mitgebracht werden. Bivour bestimmt die Pilze vor Ort und erläutert den Besucherinnen und Besuchern die charakteristischen Merkmale. Welche Arten auf den Ausstellungstischen zu sehen sind, hängt dabei von den aktuellen Funden und den Bedingungen der laufenden Pilzsaison ab. Neben bekannten Speisepilzen wie Steinpilz, Maronen-Röhrling und Pfifferling können beispielsweise auch Parasol, Krause Glucke, Birkenpilz oder Rotkappe zu den Funden gehören.
Ein anschauliches Beispiel für die Bedeutung genauer Artenkenntnis ist der Vergleich von Steinpilz und Gallenröhrling. Beide können auf den ersten Blick ähnlich wirken, unterscheiden sich aber anhand typischer Merkmale: So hat der Steinpilz ein feines helles Netz am Stiel und zunächst weiße, später gelbliche bis olivgrüne Röhren, während das Stielnetz des Gallenröhrlings dunkler und ausgeprägter ist und sich seine Röhren im Alter rosa verfärben. Die Frischpilz-Ausstellung ermöglicht es, solche Unterschiede unmittelbar am Original kennenzulernen, statt sich ausschließlich auf Abbildungen in Büchern oder digitale Bestimmungs-Apps zu verlassen.
Auch auffällige Arten wie der Fliegenpilz zeigen, dass die Pilzwelt weit mehr zu bieten hat als bekannte Speisepilze. Bei der Ausstellung geht es deshalb nicht allein um die Frage, welche Pilze gesammelt und gegessen werden können. Sie nimmt ebenso die ökologische Bedeutung der Pilze in den Blick. Als Teil des Ökosystems Wald übernehmen Pilze wichtige Funktionen und stehen in vielfältigen Beziehungen zu Pflanzen und anderen Organismen.
Die Frischpilz-Ausstellung und die Pilzberatung sind im regulären Museumseintritt enthalten. Erwachsene zahlen 4 Euro bzw. 3 Euro ermäßigt, Kinder oder Jugendliche zahlen 2 Euro. Kinder unter fünf Jahren haben grundsätzlich freien Eintritt im Naturkundemuseum Potsdam.
Adresse und Kontakt
Naturkundemuseum Potsdam
Breite Straße 13
14467 Potsdam
Telefon: 0331 289-6707
www.naturkundemuseum-potsdam.de
naturkundemuseum@rathaus.potsdam.de