Pressemitteilung Nr. 447 vom 02.10.2026 Vortrag im Naturkundemuseum Potsdam über Tierische Einwanderer: Waschbär, Nutria und Co. in Brandenburg

Waschbär in der Ausstellung „Biologische Invasionen"
© D. Marschalsky

Waschbär, Bisam, Nutria und Marderhund gehören inzwischen ganz selbstverständlich zur Tierwelt Brandenburgs. Doch ursprünglich stammen diese Arten nicht aus unserer Region. Wie sind sie hierhergekommen? Woher kommen sie ursprünglich, wie konnten sie sich in ihrer neuen Heimat etablieren und welche Auswirkungen haben sie auf die heimische Natur? Diesen Fragen widmet sich der Biologe Dr. Dirk Berger am 6. Oktober 2026 um 15 Uhr im Naturkundemuseum Potsdam. In der Veranstaltungsreihe „Grüne Stunde für Erwachsene“ stellt er verschiedene gebietsfremde Tierarten – sogenannte Neozoen – vor. Dabei geht er ihren Wegen nach Brandenburg auf den Grund: vom blinden Passagier bis zum bewusst angesiedelten Tier.

„Die Wege, auf denen gebietsfremde Arten nach Europa und Brandenburg gelangen, sind erstaunlich vielfältig. Spannend wird es dort, wo sich entscheidet, ob eine Art in ihrer neuen Umgebung ohne größere Auswirkungen einfügt, wie beispielsweise bei der Europäischen Gottesanbeterin oder das bestehende Ökosystem verändert, wie es bei der Schwarzmundgrundel der Fall ist“, erklärt Dr. Dirk Berger.

Ob Waschbär, Amerikanischer Flusskrebs oder Schwarzmundgrundel, sie haben ganz unterschiedliche Geschichten. Manche wurden gezielt eingeführt, andere gelangten beispielsweise durch Handel und Tierhaltung nach Europa. Wieder andere wurden unbeabsichtigt über menschliche Transportwege verbreitet. Nicht jede gebietsfremde Art wird dabei zwangsläufig zum Problem. Entscheidend ist, ob und wie stark sie sich in einem neuen Lebensraum ausbreitet und welche Folgen dies für heimische Arten, Ökosysteme, Landwirtschaft oder andere Bereiche haben kann.

Wie weitreichend die weltweiten Veränderungen durch die Verbreitung gebietsfremder Arten sein können, zeigt auch die Ausstellung „In der Spur des Menschen – Biologische Invasionen“ im zweiten Obergeschoss des Naturkundemuseums Potsdam. Dort können Besucherinnen und Besucher ihr Wissen über Neobiota, also gebietsfremde Tiere, Pflanzen und andere Organismen, vertiefen und die globale Dimension biologischer Invasionen entdecken.

Die „Grüne Stunde für Erwachsene“ findet einmal im Monat im Naturkundemuseum Potsdam statt. Dabei geben Expertinnen und Experten Einblicke in aktuelle Themen aus Biologie und Naturkunde und laden bei Getränken und Keksen zum Austausch in entspannter Atmosphäre ein. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro zuzüglich zum Museumseintritt von 4 Euro für Erwachsene beziehungsweise 3 Euro ermäßigt. Getränke und Kekse sind im Teilnahmebeitrag enthalten. Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist eine telefonische Anmeldung unter 0331289-6707 erforderlich. Das Naturkundemuseum Potsdam ist mit dem Bus 695 gut zu erreichen. Die Haltestelle „Naturkundemuseum“ befindet sich rund 100 Meter vom Haupteingang entfernt.

Termin-Überblick der „Grünen Stunde für Erwachsene“ im zweiten Halbjahr 2026

  • 6. Oktober 2026, 15 bis 16:30 Uhr „Gebietsfremde Tierarten erobern Brandenburg“
  • 3. November 2026, 15 bis 16:30 Uhr „Die biologischen Folgen des Klimawandels“
  • 1. Dezember 2026, 15 bis 16:30 Uhr „Eulen: Vielfalt, Biologie und Evolution“

Adresse und Kontakt
Naturkundemuseum Potsdam
Breite Straße 13
14467 Potsdam
0331 289 6707
www.naturkundemuseum-potsdam.de
naturkundemuseum@rathaus.potsdam.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet
Museumsmontag: Jeden 1. Montag im Monat von 9 bis 17 Uhr geöffnet mit 50 Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis.