Vor 80 Jahren, im April 1946, fand in der Sowjetischen Besatzungszone die Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ (SED) statt. Dass es sich bei der SED weit mehr als um eine politische Organisation handelte, veranschaulicht die neue Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung, die ab dem 1. Oktober in der Volkhochschule Potsdam (VHS) gezeigt wird.
In der Ausstellung „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“ verdeutlicht der Historiker Stefan Wolle, wie tief die SED in das Leben der Menschen eingriff: Sie bestimmte Politik, Wirtschaft und Justiz ebenso wie den privaten Alltag.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Mechanismen ihrer Herrschaft – ideologische Schulung, Kontrolle, Repression und das ständige Einfordern von Loyalität. Es wird dargestellt, wie die Partei ihr Machtmonopol mit Hilfe von Polizei, Justiz und Staatssicherheit absicherte und ein System sozialer Abhängigkeiten und Gewöhnung schuf. Zugleich thematisiert sie die Widersprüche des Lebens in der Diktatur zwischen Überzeugung und Anpassung, Idealismus und Opportunismus.
Die Ausstellung ist bis zum 22. Dezember zu den Öffnungszeiten der Volkshochschule im Bildungsforum zu sehen.