Pressemitteilung Nr. 421 vom 21.09.2026 Bürgermeister Exner kündigt Ruhestand an

25 Jahre Verantwortung für Potsdam: Ein Vierteljahrhundert im Dienst der Landeshauptstadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger
Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen, Investitionen und Controlling: Burkhard Exner.
© Karoline Wolf

Bürgermeister und Beigeordneter für Finanzen, Investitionen und Controlling: Burkhard Exner.

Nach einem Vierteljahrhundert in kommunalen Führungsaufgaben bei der Landeshauptstadt Potsdam wird Bürgermeister Burkhard Exner auf eigenen Wunsch im Frühjahr 2027 in den Ruhestand gehen. Mit seinem geplanten Ausscheiden endet eine außergewöhnlich lange und prägende kommunale Tätigkeit in Potsdam.

Die Entscheidung hat sich Burkhard Exner nicht leicht gemacht. Nach bewusster persönlicher Abwägung zwischen der Verantwortung für seine Aufgabe, den Anforderungen des Amtes und den aktuellen Herausforderungen sowie den Belangen seiner Familie hat er sich dafür entschieden, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Dabei spielt auch das eigene Alter eine Rolle – Bürgermeister Exner vollendet im März 2027 das 69. Lebensjahr – ebenso wie der Wunsch, noch Neues und Anderes zu entdecken und jenseits der bisherigen beruflichen Verantwortung Zeit für andere Perspektiven und Erfahrungen zu gewinnen.

Seit seinem Wechsel vom Landkreis Havelland nach Potsdam im Jahr 2002 hat Burkhard Exner die Entwicklung der Stadt maßgeblich begleitet und hier insbesondere das Haushalts- und Finanzgeschehen Potsdams über viele Jahre entscheidend mitgestaltet. Dabei ging es für ihn nie allein um Zahlen, Haushalte und Bilanzen. Im Mittelpunkt stand stets die Frage, wie die Stadt ihre Handlungsfähigkeit bewahren und gleichzeitig Verantwortung für die Menschen übernehmen und bewahren kann.

Exner hat Potsdam in Zeiten großer finanzieller Herausforderungen, gesellschaftlicher Veränderungen und außergewöhnlicher Krisen begleitet. Er stand für eine Finanzpolitik, die die langfristige Stabilität der Stadt ebenso im Blick hatte wie ihre soziale Verantwortung. Dabei war sein kommunales Handeln über Jahrzehnte von sozialdemokratischen Grundwerten geprägt: der Verantwortung für die Gemeinschaft, dem sozialen Zusammenhalt und dem Anspruch, kommunale Politik für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.

„Nach dann fast 25 Jahren in kommunalen Führungsaufgaben bei der Landeshauptstadt und zuvor beim Landkreis Havelland, insgesamt fast 27 Jahre im Wahl-Amt, ist für mich der Zeitpunkt gekommen, in den Ruhestand zu wechseln. Diese Entscheidung habe ich nach bewusster Abwägung und aus eigenem Wunsch getroffen. Dabei habe ich mir die Frage nicht leicht gemacht. Die Verantwortung für die Stadt und die Aufgabe, die ich übernommen habe, waren für mich immer weit mehr als nur ein Beruf. Es war mir wichtig, diese Verantwortung ernst zu nehmen und meine Aufgabe zu einem guten Abschluss zu führen. Gleichzeitig gibt es im Leben einen Punkt, an dem man sich fragen muss, wie man die kommenden Jahre gestalten möchte – mit Blick auf die eigene Familie, das eigene Alter und auch mit dem Wunsch, noch Neues und Anderes zu entdecken.“, sagt Burkhard Exner.

Der Bürgermeister weiter: „Wenn ich auf die mehr als 24 Jahre in Potsdam zurückblicke, denke ich vor allem an die Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Als ich 2002 nach Potsdam kam, war die Stadt eine Haushaltssicherungskommune und stand vor enormen finanziellen Herausforderungen. Gemeinsam haben wir es geschafft, diese schwierige Situation zu überwinden und Potsdam zu einer der lebenswertesten Städte Deutschlands zu entwickeln. Darauf können wir gemeinsam stolz sein. Wir haben in diesen Jahren viel erreicht und zugleich große Herausforderungen und auch Krisen bewältigt – von der schwierigen Finanzlage zu Beginn meiner Amtszeit, über die Einführung der „Doppik“ und des Bürgerhaushaltes, über die „Wachstumsschmerzen“ mit einem enormen Schulbauprogramm, über die Aufnahme vieler Geflüchteter bis zur Corona-Pandemie. Jede Zeit hat ihre eigenen Anforderungen mit sich gebracht – und stets war es entscheidend, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu finden. Immer ging es darum, die Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern und dabei die Menschen im Blick zu haben.
Und nichts von dem, was wir in diesen 25 Jahren erreicht haben, habe ich allein erreicht. Neben den Partnerinnen und Partnern in den kommunalen Gremien und Aufsichtsräten hatte ich über all die Jahre ein Team an meiner Seite, auf das ich mich verlassen konnte – fachlich kompetente, engagierte Menschen, die mich vertrauensvoll und loyal begleitet haben.
Heute steht Potsdam erneut vor großen finanziellen Herausforderungen, die es im Verwaltungsvorstand und in Zusammenarbeit mit den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung zu meistern gilt. Auch diesmal müssen wir Verantwortung übernehmen und einen gemeinsamen Weg finden, der solide Finanzen mit sozialer Verantwortung und der hohen Lebensqualität unserer Stadt verbindet. Ich möchte meinen Beitrag dazu noch einmal leisten, dass wir einen tragfähigen Haushalt beschließen können.

Danach ist für mich der richtige Zeitpunkt gekommen, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Die Entscheidung zwischen der Verantwortung für meine Aufgabe, meiner Familie und mit Blick auf mein eigenes Alter habe ich mir nicht leicht gemacht. Ich freue mich darauf, noch Neues und Anderes zu entdecken und mehr Zeit für meine Familie zu haben.
Ich gehe mit großer Dankbarkeit für die vergangenen fast 25 Jahre – und mit dem guten Gefühl, dass wir alle zusammen und gemeinsam sehr viel für unser lebendiges und so lebenswertes Potsdam erreicht haben.“

Oberbürgermeisterin Noosha Aubel würdigt die langjährige Tätigkeit des Bürgermeisters: „25 Jahre kommunale Verantwortung allein in Potsdam sind ein ganz besonderer Anlass, Danke zu sagen. Burkhard Exner hat die Landeshauptstadt über viele Jahre mit großem Engagement und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein begleitet. Dafür gebührt ihm unsere Anerkennung und unser herzlicher Dank. Ebenso gilt unsere Anerkennung seiner Entscheidung, im kommenden Frühjahr in den Ruhestand wechseln zu wollen, die er mir in den vergangenen Tagen mitgeteilt hat. Unser gemeinsamer Fokus für die kommenden Monate liegt auf der Planung und Aufstellung eines vertretbaren Haushaltes für die Landeshauptstadt Potsdam. Diesen Weg der Aufstellung werden wir in sehr enger Abstimmung gehen. Ein tragfähiger Doppelhaushalt kann nur im engen Schulterschluss aufgestellt werden. Es ist also noch nicht die Zeit des Abschieds, denn mit der Haushaltsaufstellung liegt eine sehr schwere Aufgabe vor uns.“

Burkhard Exner wurde am 23. März 1958 geboren. Nach Jura-Studium und Zweitem Staatsexamen 1986 folgten zunächst die Tätigkeiten als niedergelassener Rechtsanwalt sowie als Gewerkschaftssekretär bei der ÖTV, 1991 wechselte er dann in die öffentliche Verwaltung zum Landkreis Nauen (später Landkreis Havelland). Dort baute er zunächst als Leiter des Rechtsamts und Justiziar das Rechtsamt im Landkreis auf und wurde schließlich zum Ersten Beigeordneten und stellvertretenden Landrat gewählt.

Im Jahr 2002 schlug ihn dann der damalige Oberbürgermeister Matthias Platzeck zum Beigeordneten der Landeshauptstadt Potsdam vor, zu dem er am 05. Juni 2002 gewählt wurde. Seit August 2002 war er als Beigeordneter und seit 2006 als Bürgermeister tätig. In seinen fast 25 Potsdamer Dienstjahren stand er den Oberbürgermeistern Matthias Platzeck, Jann Jakobs und Mike Schubert sowie Oberbürgermeisterin Noosha Aubel zur Seite.
Damit steht sein beruflicher Weg in Potsdam zugleich für ein Vierteljahrhundert kommunaler Kontinuität. Exner hat in dieser Zeit nicht nur Haushalte verantwortet und Verwaltungsentscheidungen begleitet, sondern gemeinsam mit den jeweiligen Stadtspitzen, den Stadtverordneten und der Verwaltung an der Entwicklung Potsdams gearbeitet.
Sein Wirken war dabei insbesondere von der Überzeugung geprägt, dass solide öffentliche Finanzen kein Selbstzweck sind. Sie sind vielmehr die Voraussetzung dafür, dass eine Stadt dauerhaft gestalten, investieren und soziale Verantwortung übernehmen kann. Diese Verbindung von finanzieller Verantwortung und sozialem Anspruch hat seine Arbeit über viele Jahre geprägt.

Mit dem Ruhestand von Burkhard Exner verliert die Landeshauptstadt im Frühjahr 2027 eine Persönlichkeit, die Potsdam über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat. Der Abschied wird deshalb nicht nur das Ende einer Amtszeit markieren, sondern auch das Ende einer außergewöhnlich langen kommunalen Verantwortung für diese Stadt.

Mit dem Ausscheiden von Burkhard Exner wird die Landeshauptstadt im kommenden Jahr zwei Beigeordnetenstellen neu besetzen. Die Beigeordnete Brigitte Meier geht im Juli 2027 nach Ablauf ihrer Amtszeit in den Ruhestand. Beide Stellen sollen zeitnah ausgeschrieben und möglichst zeitgleich durch die Stadtverordneten neu besetzt werden. Damit soll ein nahtloser Übergang in der Verwaltungsspitze gewährleistet werden.

Für Burkhard Exner steht bis zu seinem Ausscheiden im Frühjahr 2027 jedoch weiterhin die Arbeit im Mittelpunkt. Sein Anspruch ist klar: Die aktuellen Haushaltsberatungen sollen in schwieriger Zeit zu einem tragfähigen Haushaltsbeschluss führen. Erst dann, so Exner, sei seine Aufgabe erfüllt und der Zeitpunkt für den nächsten Lebensabschnitt gekommen.