Zum Auftakt des Green Visions Potsdam – Filmfestival für nachhaltiges Leben ist zum 15. Mal der Potsdamer Klimapreis verliehen worden. Vier ausgewählte Projekte konnten sich über Preise und die Ehrung freuen: das Schulzentrum am Stern mit seinem Projekt „Jugendschule an der Nuthe”, die 2M Gruppe GmbH Potsdam für ihre „Chemiefreie 2M-Bodenreinigung", der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. für das Projekt „Partizipative Klimaanpassung der AWO" und die Universität Potsdam für ihre „Heizenergie-Sparprämie“. Die Preisverleihung fand am Donnerstag, 28. Mai, im Filmmuseum Potsdam statt. Die Festrede hielt Dr. Monika Griefahn, die Preise wurden durch den Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt, überreicht.
Der Potsdamer Klimapreis wird von der Landeshauptstadt Potsdam vergeben. Partner sind die Stadtwerke, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Energie Forum Potsdam e. V.. Der Preis würdigt Ideen und konkrete Beiträge für mehr Klimaschutz im Alltag – direkt aus der Stadtgesellschaft.
Die Gewinnerprojekte 2026
Das Schulzentrum am Stern betreibt die Jugendschule an der Nuthe in Jahrgang 7/8.
Die Jugendschule an der Nuthe ist ein außerschulischer Lernort, an dem die Jahrgänge 7/8 dreimal jährlich jeweils eine Woche inmitten der Natur lernen und arbeiten. Dabei ist alles bewusst einfach gehalten, weitestgehend ohne Stromanschluss und fließendes Wasser. Die Jugendlichen bewirtschaften einen ökologischen Garten mit Streuobstwiese, bauen saisonal und ressourcenschonend Lebensmittel an, verarbeiten diese direkt oder konservieren die Ernte. Sie renovieren Gebäude in Lehm- und Strohbauweise unter Wiederverwendung vorhandener Materialien und haben sogar eine Pflanzenkläranlage zur nachhaltigen Wasseraufbereitung entwickelt, die mit dem Preisgeld noch erweitert und verbessert werden soll. Das Konzept baut auf die Säulen Gemeinschaft, Wissenschaft sowie auf die enge Zusammenarbeit mit lokalen Expertinnen und Experten aus Handwerk, Gartenbau und Umweltbildung.
Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. erhielt den Klimapreis für sein Klimaanpassungskonzept im AWO Obdachlosenheim und Notaufnahme. Die Besonderheit daran: Durch die aktive Beteiligung der Bewohnenden konnten sie in verschiedenen Beteiligungsformaten eigene Erfahrungen mit Hitze und Starkregen einbringen, Problembereiche benennen und Ideen zur klimaangepassten Gestaltung des Außengeländes und der Gebäude entwickeln. So ist ein praxisnahes, sozial verankertes und modellhaftes Klimaanpassungskonzept entstanden, das fachliche Planung und Teilhabe verbindet. Es ist ein Konzept entstanden, das auf andere soziale Einrichtungen übertragbar ist.
Die Universität Potsdam hat eine Heizenergie-Sparprämie für ihre Bereiche etabliert. In den teilweise historischen Gebäuden der Universität Potsdam hat der Heizenergieverbrauch den größten Anteil an Treibhausgasemissionen. Technische oder bauliche Veränderungen sind jedoch kaum möglich. Durch die Heizenergiesparprämie werden Nutzende mit in die Verantwortung genommen, durch bewusstes Heiz- und Lüftungsverhalten sowie organisatorische Maßnahmen den Heizenergieverbrauch messbar zu reduzieren. Der Anreiz ist groß, denn die beteiligten Bereiche werden finanziell zu 50 Prozent an den Einsparungen beteiligt. So konnten in der Heizperiode 2024/25 mit Beteiligung von 40 Bereichen etwa 28,6 Tonnen CO2 eingespart werden. Das Zusammenspiel der Leitungsebene, des Green Office und vor allem der Nutzenden mit dem finanziellen Anreiz bewirken deutliche Effekte.
Die 2M Gruppe GmbH hat ein innovatives Verfahren zur chemiefreien Grundreinigung elastischer Bodenbeläge entwickelt und erfolgreich im großflächigen Einsatz etabliert.
Durch das mechanische Reinigungsverfahren kann auf den Einsatz chemischer Reinigungsmittel vollständig verzichtet werden. Die Reinigung erfolgt ausschließlich mit Wasser und den speziell entwickelten Hochleistungs-Strippingpads. Das hat einen geringeren Energieverbrauch und weniger Emissionen bei der Herstellung des Reinigungsmittels zur Folge.
Die 2M Gruppe hat angekündigt, das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro als Unternehmen aus eigenen Mitteln in diesem Jahr auf insgesamt 5.000 Euro zu erhöhen, um Vereine und gemeinnützige Organisationen in der Region zu unterstützen. Die erste Förderung in Höhe von 1.000 Euro geht an das Waldhaus Potsdam e. V. – Falkenhof Potsdam.
Im September werden Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Vereine und Schulklassen zur Teilnahme an dem Wettbewerb um den Klimapreis 2027 aufgerufen.