Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Potsdam am 20. März 2026 hat der Leiter der Feuerwehr, Ralf Krawinkel, den Jahresbericht für 2025 vorgestellt und eine umfassende Bilanz gezogen. Vor rund 310 anwesenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr sowie zahlreichen Gästen würdigte er das Engagement der Einsatzkräfte und skizzierte zugleich die Herausforderungen und Entwicklungen der kommenden Jahre.
Auch die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam, Noosha Aubel, würdigte bei der Veranstaltung vor Ort die Leistungen der Feuerwehr: „Ehrenamt ist ein tragender Teil kommunaler Daseinsvorsorge. Es schafft Zusammenhalt und macht aus unserer Stadt erst eine Gemeinschaft. Ich danke allen Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren für ihren unermüdlichen Einsatz. Sie übernehmen eine außerordentlich wichtige Aufgabe, sind ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft und sorgen tagtäglich für Sicherheit in unserer Stadt“, so Aubel.
Zu Beginn seiner Rede stellte Krawinkel die besondere Bedeutung der Feuerwehr als Gemeinschaft in den Mittelpunkt: „Die Feuerwehr ist mehr als nur ein Ort des Dienstes, sie ist eine Familie“, so Krawinkel. Dieses Selbstverständnis präge die tägliche Arbeit ebenso wie den Zusammenhalt in schwierigen Einsatzlagen. In diesem Zusammenhang erinnerte er auch an die im vergangenen Jahr verstorbenen Kameradinnen und Kameraden und rief zu einem gemeinsamen Gedenken auf.
Beständigkeit in Zeiten des Wandels
Das Jahr 2025 sei von zahlreichen Veränderungen im politischen und gesellschaftlichen Umfeld geprägt gewesen. Dennoch habe die Feuerwehr Potsdam für Stabilität und Verlässlichkeit gestanden. „Beständigkeit bedeutet für uns keinen Stillstand, sie entsteht durch kontinuierliche Weiterentwicklung und unsere verlässliche Präsenz für die Menschen in unserer Stadt“, betonte Krawinkel. Gleichzeitig wies er auf zunehmende globale und regionale Herausforderungen hin: Klimabedingte Extremwetterlagen, komplexere Einsatzszenarien und steigende Anforderungen an die Gefahrenabwehr verlangten ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Professionalität.
Starke Gemeinschaft im Ehrenamt
Mit insgesamt 450 ehrenamtlichen Mitgliedern – 79 Frauen und 371 Männer – bildet die Freiwillige Feuerwehr weiterhin eine tragende Säule der Gefahrenabwehr in Potsdam. Die positive Mitgliederentwicklung sei erfreulich, bringe jedoch auch Herausforderungen mit sich, insbesondere im Bereich Ausstattung und Infrastruktur. Ein besonderes Augenmerk legte Krawinkel auf die Nachwuchsarbeit: Rund 190 Kinder und Jugendliche engagieren sich aktuell in den Jugendfeuerwehren der Stadt. „Diese Arbeit ist von unschätzbarem Wert, da sie den Fortbestand unserer Einsatzabteilungen langfristig sichert“, so Krawinkel. Auch im Bereich der Ausbildung wurde im Jahr 2025 viel geleistet: 179 Teilnehmende wurden in der Kreisausbildung geschult, ergänzt durch Lehrgänge auf Landesebene. Ein überwiegend ehrenamtliches Ausbilderteam gewährleiste dabei die hohe Qualität der Ausbildung.
Steigende Einsatzzahlen und komplexe Lagen
Das Einsatzgeschehen verdeutlicht die wachsenden Anforderungen an die Feuerwehr Potsdam: Insgesamt 3.164 Einsätze im Bereich Brandschutz und technische Hilfeleistung sowie 25.816 Einsätze in der Notfallrettung wurden im Jahr 2025 bewältigt. Damit stiegen die Einsatzzahlen erneut an. Die Freiwilligen Feuerwehren waren mit 767 Einsätzen so stark eingebunden wie lange nicht mehr – ein Anstieg um über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schwerpunkte bildeten dabei technische Hilfeleistungen sowie Brandeinsätze.
Weiterentwicklung und moderne Strukturen
Neben dem Einsatzgeschehen standen auch organisatorische und strukturelle Entwicklungen im Fokus. Arbeitsgruppen zu Themen wie Alarm- und Ausrückeordnung, Funkkonzept oder IT-Entwicklung haben im vergangenen Jahr wichtige Impulse gesetzt. Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wurde neu aufgestellt und modernisiert. Für die Zukunft sieht Krawinkel insbesondere in der Weiterentwicklung von Ausbildung, Führungsstrukturen und technischer Ausstattung zentrale Aufgabenfelder. Gleichzeitig machte er deutlich, dass finanzielle Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle spielen: „Die Freiwillige Feuerwehr ist kein ‚Nice-to-have‘ oder Luxus. Sie ist die zentrale Säule der kommunalen Gefahrenabwehr und der Sicherheit in unserer Stadt.“
Ausblick auf 2026: Herausforderungen gemeinsam bewältigen
Mit Blick auf das Jahr 2026 rief Krawinkel zu einem gemeinsamen Kraftakt auf. Angesichts angespannter Haushaltslagen seien Priorisierung und effiziente Abläufe unerlässlich. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung des Dialogs und eines respektvollen Miteinanders innerhalb der Feuerwehr: Unterschiedliche Perspektiven müssten zusammengeführt werden, um tragfähige Lösungen zu entwickeln. Ziel sei es, die Feuerwehr Potsdam langfristig zukunftsfähig aufzustellen und die Einsatzbereitschaft nachhaltig zu sichern.
Dank an alle Einsatzkräfte und Partner
Zum Abschluss seiner Rede richtete Krawinkel seinen besonderen Dank an alle Einsatzkräfte sowie an die Partner in der Gefahrenabwehr. Die Zusammenarbeit mit Organisationen wie Polizei, THW oder Hilfsorganisationen sei geprägt von Vertrauen und gegenseitigem Respekt und bilde die Grundlage für ein funktionierendes Gefahrenabwehrsystem. „Was unsere Feuerwehr ausmacht, sind die Menschen dahinter ihr Engagement, ihr Zusammenhalt und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, fasste Krawinkel zusammen.
Insgesamt bedankten, ehrten und beförderten Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und Ralf Krawinkel 37 Kameradinnen und Kameraden. Am Ende erhielt die Oberbürgermeisterin ihre persönliche Feuerwehrjacke ein symbolischer Moment der Anerkennung für die enge Verbundenheit mit der Feuerwehr, die sie künftig bei besonderen Einsätzen tragen kann.