Das Einsatzaufkommen der Feuerwehr Potsdam hat sich auch 2025 auf hohem Niveau bewegt. Im Vergleich zu 2024 sind die Einsatzzahlen des Jahres 2025 in der Gesamtschau aller Aufgabenfelder annähernd stabil geblieben. Die Feuerwehr Potsdam bewältigte im Jahr 2025 insgesamt 28.980 Einsätze und damit 75 weniger als im Jahr zuvor.
„Im vergangenen Jahr ist durch die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte ein breites Einsatzspektrum bewältigt worden. Gerade bei den Unwetterlagen und ausgedehnten Bränden waren viele Feuerwehreinheiten über Stunden gebunden. Zahlreiche Menschen konnten durch die Feuerwehr aus Gefahrenlagen gerettet werden“, sagt Feuerwehrchef Ralf Krawinkel. „Eine schlagkräftige Feuerwehr, bestehend aus hauptberuflichen und ehrenamtlichen Kräften, bildet weiterhin die tragende Säule der kommunalen Gefahrenabwehr in der Landeshauptstadt Potsdam. Diese Einsatzbereitschaft gilt es auch in Zeiten schwieriger Haushaltslagen zu sichern. Die zukünftigen Herausforderungen lassen sich weiterhin nur gemeinsam bewältigen und lösen. Mein herzlicher Dank gilt allen, die an unterschiedlichsten Einsatzstellen wirksam geholfen oder rückwärtig den Dienstbetrieb der Feuerwehr gesichert haben.“
Von den Gesamteinsätzen entfielen 22.219 Einsätze auf die Notfallrettung (+2,80% zum Vorjahr) und 2.566 Einsätze auf den qualifizierten Krankentransport (-3,82% zu 2024). Bei den Verlegungsfahrten ist ein Rückgang um -9,68% auf 840 Einsätze und bei sonstigen Maßnahmen des Rettungsdienstes ist eine Steigerung auf 191 Einsätze (+11,05%) zu verzeichnen.
Durchschnittlich 85-mal pro Tag rückte der Rettungsdienst im Jahr 2025 von einer der drei Rettungswachen aus. Dabei schwankten die Einsatzzahlen zwischen 49 Fahrten pro Tag bis zu 132 täglichen Einsätzen als Spitzenwert. Ein durchschnittlicher Rettungsdiensteinsatz dauerte im Jahr 2025 rund 58 Minuten.
Zu Einsätzen der technischen Hilfeleistung und zur Brandbekämpfung rückte die Feuerwehr Potsdam insgesamt 3.164 (+2,23%) mal aus. In 703 Fällen (+36,24%) waren die Freiwilligen Feuerwehren der Landeshauptstadt Potsdam eigenständig oder gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Die Brandeinsätze sanken leicht (-6,26%) auf 569 Fälle. Die Alarmierungen für Hilfeleistungen stiegen (um 7,99%) auf 1.906 Einsätze. Zu automatischen Brandmeldungen wurde die Feuerwehr Potsdam in 689 Fällen (-4,70%) alarmiert.
Im Schnitt rückten die Fahrzeuge der Feuerwehr Potsdam 8,67-mal täglich zu Einsätzen im Stadtgebiet oder der Region aus. Die Freiwillige Feuerwehr wurde durchschnittlich 1,9-mal täglich zu einem Einsatz alarmiert. Im vergangenen Jahr rettete die Feuerwehr 263 Menschen aus akuten Notlagen (-0,75%). Weitere 38 Personen (+90%) konnten nur tot geborgen werden. Im Jahr 2025 kamen keine Personen durch Brände ums Leben.
Im Jahr 2025 erreichten die Regionalleitstelle insgesamt 263.042 Anrufe (-3,46%) unterschiedlichster Art. Aus den Anrufen ergaben sich 91.162 Einsätze und damit 1.603 Einsätze mehr als im Jahr 2024. Die Regionalleitstelle Nordwest ist zuständig für Potsdam, das Havelland, die Prignitz und den Landkreis Ostprignitz-Ruppin.
Besondere Einsatzlagen und Ereignisse des Jahres 2025:
Sommergewitter verursachten in kurzer Folge am 23. Juni und 26. Juni 2025 schwere Schäden im Stadtgebiet. Über 200 Einsatzstellen mussten durch die Feuerwehr bearbeitet werden. Am 23. Juni waren bis zu 160 Einsatzkräfte, am 26. Juni bis zu 130 Hilfskräfte im Einsatz. Zwei Personen wurden bei dem Unwetter im Neuen Garten unter einer abbrechenden Baumkrone verschüttet und mussten von der Feuerwehr befreit werden. Noch am Abend des 26. Juni 2025 wurden Einsatzkräfte zur Unterstützung in die besonders betroffene Stadt Falkensee entsandt. Insgesamt drei Tage unterstütze die Feuerwehr Potsdam bei den Aufräumarbeiten im benachbarten Havelland mit Löschfahrzeugen und Drehleitern.
Am 5. Juli 2025 fand die Katastrophenschutzübung „KarLi25“ im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion statt. 625 Mitwirkende sorgten für eine erfolgreiche Übung. Insgesamt galt es 150 „Verletzte“ und „Betroffene“ zu retten, zu versorgen und in die umliegenden Krankenhäuser zu transportieren. Eine starke Teamleistung verschiedenster Hilfsorganisationen, Einsatzkräften der Feuerwehr Potsdam und dem Personal der Krankenhäuser führte zum Gelingen der Übung. Vertreter von Hilfsorganisationen, den Ministerien und der Lokalpolitik informierten sich vor Ort über die Übungsziele und den Ablauf.
In der Nacht des 2. November 2025 rettete die Feuerwehr insgesamt zwölf Personen bei einem Kellerbrand in der Saarmunder Straße. Der ausgedehnte Brand und die starke Rauchausbreitung beschäftigten rund 100 Einsatzkräfte über Stunden. Zwölf Wohnungen waren nach dem Brand nicht mehr nutzbar.
Ein Großbrand zerstörte in den frühen Morgenstunden des 1. Dezember 2025 den Dachstuhl eines historischen Offizierswohnhauses in der Berliner Straße. Eine Person wurde durch die Feuerwehr aus dem Gefahrenbereich gerettet. Rund 100 Einsatzkräfte kämpften über Stunden mittels zweier Drehleitern gegen die Flammen. Ein Totalverlust des leerstehenden Gebäudes konnte verhindert werden.
Am 16. Dezember rückte die Feuerwehr Potsdam zu einem spektakulären Verkehrsunfall in die Reiherbergstraße nach Golm aus. Ein ausgefahrener Ladekran eines LKW prallte gegen die dortige Bahnbrücke und hob die Fahrerkabine an. Durch den Aufprall unter der Brücke wurde der Fahrer in der Kabine eingeschlossen und musste von der Feuerwehr befreit werden.