Mit großer Mehrheit hat die Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Potsdam heute den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 188 „Universitätscampus Brauhausberg“ gefasst. Damit ist der Weg zum Einstieg in das formale Verfahren zur Erarbeitung eines Bebauungsplans und die damit verbundene Änderung des Flächennutzungsplans im entsprechenden Teilbereich eröffnet. Das Bauleitverfahren dient dazu, alle Fragen und städtebaulichen Schwerpunktthemen, die mit der Entwicklung eines Vorhabens in Zusammenhang stehen, zu erfassen, zu bewerten und im Ergebnis eine Entscheidung für die zukünftige Planung zu treffen.
„Die heutige Entscheidung der Stadtpolitik folgt der Leitentscheidung und zeigt deutlich: Potsdam macht sich auf den Weg zu einem innerstädtischen Universitätscampus auf dem Brauhausberg. Dafür treten wir nun in ein ordnungsgemäßes Planungsverfahren ein. Ich freue mich sehr über dieses klare Votum“, sagt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.
Potsdams Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt, ergänzt: „Unser Ziel ist es, mit einem zügigen und transparenten Bebauungsplanverfahren die großen Investitionen in die Wissenschaftsinfrastruktur bauplanungsrechtlich abzusichern und damit den Brauhausberg wieder zu einem öffentlichen Ort zu entwickeln.“
Transparenz, Beteiligung und Mitwirkung stehen dabei im Vordergrund. So startet die Landeshauptstadt mit dem zusätzlichen Angebot der öffentlichen Besichtigung auf dem Brauhausberg und der öffentlichen Vorstellung der städtebaulichen Varianten in das Planungsverfahren. Im Bebauungsplanverfahren werden alle fachlichen Fragen und mit dem Entwicklungsvorhaben verbundenen Sachthemen zusammengeführt, bewertet und lösungsorientiert in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen. Aktuell laufen bereits Fachgutachten und Untersuchungen. Deren Ergebnisse werden in den weiteren Planungsprozess einfließen. In dem Verfahren ist eine frühzeitige Beteiligung der Behörden und unterschiedlicher Träger öffentlicher Belange sowie auch der Öffentlichkeit verpflichtend erforderlich. Der im Rahmen der Bauleitplanung erarbeitete Bebauungsplanentwurf muss zum Abschluss wiederum durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden.
Die nächsten Termine
Als ersten Schritt zur Erarbeitung des Bebauungsplans führt die Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit dem Träger des Vorhabens ein Qualifizierungsverfahren für den Städtebau durch. Hierzu sind die folgenden öffentlichen Termine geplant:
• Samstag, 24. Januar, 10 Uhr: Besichtigung des Brauhausberg-Geländes für die Öffentlichkeit. Treffpunkt ist am Pförtnerhäuschen, Am Havelblick 8. Hier besteht die Möglichkeit, die sonst nicht zugänglichen Außenflächen des geplanten Universitätscampus zu besichtigen.
• Donnerstag, 29. Januar, 17 bis 20 Uhr: Öffentliche Vorstellung von städtebaulichen Varianten. Die Veranstaltung findet in der Universität Potsdam am Griebnitzsee, Haus 6, Hörsaal H05, statt. Es werden drei verschiedene Varianten der städtebaulichen Grundgestaltung vorgestellt und Gelegenheit zur Äußerung gegeben. Die Veranstaltung wird als Hybridveranstaltung durchgeführt, sodass die Teilnahme auch online möglich ist.
Unter Berücksichtigung der gewonnenen Erkenntnisse aus der Öffentlichkeitsveranstaltung werden dann im Februar die städtebaulichen Varianten mit der Universität Potsdam, Studierenden, den Grundstückseigentümern, der Hasso Plattner Foundation, Vertreterinnen und Vertretern des Landes Brandenburg, der Stadtverordnetenversammlung, der Verwaltung und Anwohnerinnen und Anwohnern in einem Werkstattverfahren diskutiert und Vorzugsvarianten festgelegt. Das Ergebnis des Werkstattverfahren wird ebenfalls, voraussichtlich im Frühjahr, öffentlich vorgestellt und präsentiert.
Alle Termine, Ergebnisse und weiteren Beteiligungsmöglichkeiten zum Projekt werden auf der Potsdamer Beteiligungsplattform https://mitgestalten.potsdam.de bekannt gegeben.
Hintergrund zum Projekt
Mit dem Gesamtvorhaben sind weitreichende positive Entwicklungen für die Landeshauptstadt Potsdam verbunden. Es sieht den Bau eines neuen und hochmodernen Universitätscampus auf dem Brauhausberg vor. Dabei soll zudem das denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Brandenburger Landtages in den Campus integriert und somit nachhaltig öffentlich genutzt werden. Neben der Rückkehr des studentischen Lebens in die Potsdamer Innenstadt wird der Brauhausberg langfristig öffentlich genutzt und zugänglich sein.
Darüber hinaus soll das Hasso-Plattner-Institut, als privat finanziertes Institut an einer öffentlichen Universität, am Campus Griebnitzsee zu einem Leuchtturm in Lehre und Forschung ausgebaut und zu einem führenden Institut im Bereich Digitale Wissenschaften in Europa entwickelt werden, was eine außerordentliche Stärkung des Wissenschaftsstandortes Potsdam bedeutet. Mit dem Projekt sind weitere maßgebliche Impulse für Forschung und Lehre und ebenso für innovationsorientierte gewerbliche Entwicklungen verbunden.
Grundlage dieser umfassenden Entwicklung der Universitätsstandorte in Potsdam ist eine unterzeichnete Absichtserklärung zwischen dem Land Brandenburg, der Universität Potsdam und der Hasso Plattner Foundation (HPF). Weitere Informationen hierzu sind online zu finden unter https://www.plattnerfoundation.org/de/projekte/campus-brauhausberg.