Friedrichs Festsaal

Marmorsaal im Neuen Palais

Der Marmorsaal im Neuen Palais (© SPSG/Wolfgang Pfauder)
Der Marmorsaal im Neuen Palais (© SPSG/Wolfgang Pfauder)
Der Marmorsaal im Neuen Palais (© SPSG/Wolfgang Pfauder)
Blick in den Marmorsaal des Neuen Palais nach den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten (© SPSG/Wolfgang Pfauder)
Blick in den Marmorsaal des Neuen Palais nach den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten (© SPSG/Wolfgang Pfauder)
Blick in den Marmorsaal des Neuen Palais nach den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten (© SPSG/Wolfgang Pfauder)

Der zentrale Festsaal des Neuen Palais wurde von dem Architekten Carl von Gontard (1731-1791) nach dem Vorbild des Marmorsaals im Potsdamer Stadtschloss gestaltet. Die vier großformatigen Wandgemälde waren von Friedrich dem Großen bereits vor dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) in Auftrag gegeben worden. Es handelt sich um die Arbeiten „Triumph des Bacchus und der Ariadne“ (1757) von Jean Restout, „Das Urteil des Paris“ von Jean-Baptiste Marie Pierre, „Raub der Helena“ von Antoine Pesne und „Opferung der Iphigenie“ (1757) von Carle van Loo. Das Deckengemälde „Ganymed wird von Hebe in den Olymp eingeführt“ schuf 1769 der Nachfolger Pesnes als Hofmaler, Charles-Amédée-Philippe van Loo.

Wie ein ornamentaler Teppich fügt sich der 600 Quadratmeter große, reich inkrustierte Natur-
steinfußboden in den architektonisch streng gegliederten Marmorsaal. In seinen Dimensionen, durch seinen künstlerischen Entwurf und in seiner handwerklichen Ausführung stellt der Fußboden ein Meisterwerk der Innenraumdekoration dar, das in der europäischen Schlossbaukunst des 18. Jahrhunderts einmalig ist. Friedrich der Große schätzte die dekorative Wirkung farbiger Natursteine und setzte sie vor allem für die Ausgestaltung der Festsäle in seinen Potsdamer Schlössern ein. Bei dem Fußboden des Marmorsaals wurde der variationsreiche und filigrane Ornamentstil des friderizianischen Rokoko, der sonst Wände, Decken und kunsthandwerkliche Objekte schmückt, auf die große steinerne Fläche übertragen.

Der wohldurchdachte Entwurf lässt die Augen des Betrachters, der von seinem Standpunkt aus jeweils nur einen Ausschnitt aus dem Ganzen erfassen kann, unweigerlich die Schwingungen und Bewegungen der in Stein geschnittenen Formen verfolgen. Durch die vielfältige Kombination relativ weniger Steinsorten wurde eine außerordentlich lebendig wirkende Farbigkeit erzielt.

Nach knapp drei Jahren wurde die Restaurierung und Sanierung des Mamorsaals im Nauen Palais von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) abgeschlossen. Damit sind beide zentralen Festsäle des Hauses wieder in den Besucherrundgang durch das Gästeschloss Friedrichs des Großen integriert und für die Potsdamerinnen und Potsdamer sowie ihre Gäste zugänglich. Auch der Grottensaal im Untergeschoss ist geöffnet.

Adresse: 
Neues Palais
Am Neuen Palais
14469 Potsdam
Deutschland