Marmorpalais

Marmorpalais (© Ulf Böttcher)
Marmorpalais (© Ulf Böttcher)
Marmorpalais (© Ulf Böttcher)
Das Marmorpalais mit Blick in die südliche Verbindungsgalerie (© TMB-Fotoarchiv, Wolfgang Pfauder/SPSG)
Das Marmorpalais mit Blick in die südliche Verbindungsgalerie (© TMB-Fotoarchiv, Wolfgang Pfauder/SPSG)
Das Marmorpalais mit Blick in die südliche Verbindungsgalerie (© TMB-Fotoarchiv, Wolfgang Pfauder/SPSG)

Das Marmorpalais liegt romantisch auf einer Terrassenanlage direkt am Seeufer, zwischen Heiligem See, Jungfernsee und Pfingstberg, im Neuen Garten in Potsdam. Hier gibt es einige architektonische Schmuckstücke zu bestaunen: die Orangerie, die Holländischen Etablissements, das Schindelhaus und die Gotische Bibliothek. Das Marmorpalais ist fast vollständig renoviert und bildet den Höhepunkt mit seiner frühklassizistischen Ausstattung und den in jedem Raum unterschiedlich gestalteten kunst-
vollen Bögen. König Friedrich Wilhelm II. ließ das mit schlesischem Marmor verkleidete Bauwerk 1787 bis 1793 als Sommerresidenz errichten. Dem musisch veranlagten und dem Gedankengut der Rosenkreuzer verbundenen König diente Schloss und Garten als privater Rückzugsort.

Es ist das Wechselspiel von unverputztem Backstein und edlem Marmor, das die besondere Wirkung des Baus ausmacht. Marmor war für den Bau zunächst genug vorhanden, denn Friedrich II. hatte für seine Schlösser mehr als nötig ankaufen lassen. Als später für die Anbauten erneut Marmor benötigt wurde, kam es zum Abriss einer wertvollen Kolonnade im Park Sanssouci. Die Innengestaltung des Schlosses war einem Architekten anvertraut, der als Schöpfer des Brandenburger Tores in Berlin weltbekannt ist, Carl Gotthard Langhans. Das Marmorpalais diente nach dem Tod Friedrich Wilhelms II. immer wieder als Wohnschloss für Mitglieder des Hauses Hohenzollern. Der ursprüngliche Charakter der Innenausstattung ist bis heute bewahrt.

1945 fiel das Schloss mitsamt dem Park und dem benachbarten Villenviertel („Verbotene Stadt“) unter sowjetische Verwaltung. 1961 übernahm die DDR das Marmorpalais und funktionierte es zu einem Armeemuseum um. Damals war es von Kanonen, einem Flugzeug, einem Schnellboot und anderem Kriegsgerät umgeben. Ende der 1980er Jahre kam das Aus für dieses Museum.

Nach einer umfassenden Restaurierung ist das Marmorpalais einschließlich der Seitenflügel wieder vollständig zugänglich. Der Grottensaal, der Konzertsaal und die Wohnräume des Königs sind prachtvoll mit Intarsien, Seidenbespannung, Stukkaturen, Marmorkaminen, Gemälden und Kunsthandwerk ausgestattet. Herausragend ist die kostbare englische Wedgewood-Keramik.

Adresse: 
Marmorpalais
Im Neuen Garten 10
14469 Potsdam
Deutschland