Familie Wohl

Familie Wohl (Foto: Collage von Jonas Pohlmann, Yad Vashem, Jerusalem)
Familie Wohl (Foto: Collage von Jonas Pohlmann, Yad Vashem, Jerusalem)
Familie Wohl (Foto: Collage von Jonas Pohlmann, Yad Vashem, Jerusalem)
Stolperstein Siegfried Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Siegfried Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Siegfried Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Erna Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Erna Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Erna Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Gerhard Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Gerhard Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Gerhard Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Inge Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Inge Wohl (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Inge Wohl (Foto: Christian Michelides)

Erna Lipper, wurde am 2. Juni 1895 in Jauer (Jawor, heutiges Polen) geboren. Nach ihrer Heirat mit dem Kaufmann Siegfried Wohl, der am 13. August 1889 in Bublitz geboren wurde, war sie hauptsächlich Hausfrau. 1922 kam die Tochter Hannelore, zwei Jahre später die Tochter Inge und schließlich 1928 Sohn Gerhard zur Welt. Zunächst lebte die Familie in Dramburg in Pommern als deutsche Mitbürger jüdischer Religion. Das Leben war ein sehr glückliches und innerhalb der Familie wurde viel musiziert, gedichtet und Sport getrieben.

Als es in Pommern 1933 zu den ersten Pogromen kam, zog die ganze Familie nach Potsdam-Babelsberg in die Nähe des in Berlin lebenden Onkels Max. Die älteste Tochter Hannelore war 1936 nach Palästina geschickt worden. Ihr Haus in Dramburg hatten sie verkaufen müssen. Das Geld dafür wurde von den Nationalsozialisten auf ein Sperrkonto eingezogen. Daraus erhielten Erna und Siegfried Wohl nach mehrmaliger Anfrage 700 Reichsmark, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Siegfried Wohl bezahlte sogar seinem nervenkranken Vetter den Aufenthalt im Berliner Sanatorium Nikolassee in Höhe von 275 Reichsmark. Aus der trotzdem folgenden Geldnot heraus vermieteten die Wohls ein Zimmer an die beiden jüdischen Frauen Regina Hirschburg und Charlotte Henschel unter. Sie wurden zusammen mit den Wohls nach Riga deportiert.

Erna und Siegfried Wohl bemühten sich um die Ausreise über Nordamerika nach Chile und hatten teilweise schon Koffer nach Amerika vorgeschickt. Kurz vor ihrer Abreise wurden sie zusammen mit ihren jüngeren Kindern Inge und Gerhard am 13. Januar 1942 mit Transport Nr. 8, Zug DA 44 von Berlin nach Riga deportiert und anschließend dort ermordet. Hannelore Wohl ist die einzige Überlebende der einst fünfköpfigen Familie, blieb in Palästina, heiratete dort und nannte sich fortan Khana Zinderman.

Adresse: 
Stahnsdorfer Straße 92
14482 Potsdam
Deutschland