Wohnraumagentur Potsdam

Wohnungen Am Stern
© Landeshauptstadt Potsdam/Robert Schnabel

Seit 2026 bereitet die Landeshauptstadt Potsdam den Aufbau einer Wohnraumagentur vor. Sie soll Menschen unterstützen, die nach eigenen Angaben auf großer Wohnfläche leben und ihre Wohnsituation freiwillig verändern möchten – zum Beispiel, weil sie manche Räume nicht nutzen, eine Einliegerwohnung leer steht oder der Wunsch nach mehr Gemeinschaft und Nachbarschaft besteht. So kann vorhandener Wohnraum besser genutzt und für andere Menschen zugänglich werden. 

Im Büro der Oberbürgermeisterin koordiniert seit 2026 ein Wohnraumreferent den Aufbau der Agentur. Diese soll an dem Wohnraumpotenzial ansetzen, das bislang oft unsichtbar bleibt: In Potsdam gibt es etwa 12.000 Haushalte mit großer Wohnfläche. Dazu zählen nach einer Definition des Umweltbundesamtes Haushalte, in denen eine Person auf mehr als 80 Quadratmetern oder zwei Personen auf mehr als 100 Quadratmetern leben. In Potsdam trifft das also auf viele Menschen zu. Diese Zahlen haben sich beim jüngsten Zensus 2022 gegenüber dem Zensus 2011 etwa verdoppelt. Entsprechend groß ist das theoretische Potenzial an unsichtbarem Wohnraum. In der Praxis kommt es jedoch auf diejenigen an, die ihre Wohnsituation ändern möchten.

Dabei geht es ausdrücklich um freiwillige Entscheidungen. Nicht jede große Wohnung und nicht jedes große Haus steht für eine andere Nutzung zur Verfügung. Die Wohnraumagentur richtet sich an Menschen, die selbst etwas verändern möchten – und dafür eine verlässliche Anlaufstelle brauchen. 

Im ersten Schritt geht es darum, die vorhandenen Angebote zu analysieren und die Akteure zu vernetzen und speziell auf Potsdam ausgerichtete Bedarfe zu ermitteln. Auf dieser Grundlage sollen die künftigen Beratungs-, Vermittlungs- und Unterstützungsangebote der Wohnraumagentur entwickelt werden.

Kontakt

Bei Fragen zur zukünftigen Wohnraumagentur wenden Sie sich gern an Wohnraumagentur@rathaus.potsdam.de

Warum die Wohnraumagentur wichtig ist

Wohnraum ist in Potsdam knapp. Viele Menschen suchen eine passende Wohnung, während die Nachfrage weiter steigt. Zugleich verändert sich die Stadt, wie die Haushaltsprognose von 2026 zeigt: Bis 2040 wird die Zahl der Haushalte voraussichtlich um rund 10.700 wachsen - von rund 105.200 auf etwa 115.900. Besonders die Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte steigt. Darauf muss Potsdam mit mehreren Ansätzen reagieren. Neubau bleibt wichtig, ebenso Umbau und Wohnraumschutz. Aber auch der vorhandene Wohnraum muss besser genutzt werden. Genau hier setzt die Wohnraumagentur an. 

Welche Unterstützung ist geplant?

Die Wohnraumagentur soll unterschiedliche Wege unterstützen, vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen. Vorgesehen sind insbesondere Angebote in folgenden Bereichen:

Untervermieten oder Zusammenwohnen

Menschen, die ein freies Zimmer oder eine ungenutzte Einliegerwohnung haben, sollen Unterstützung erhalten, passende Wohnpartnerinnen und Wohnpartner zu finden. Für das Zusammenwohnen von Jung und Alt gibt es Modelle wie „Wohnen für Hilfe“ vom Studierendenwerk West:Brandenburg in Potsdam oder ähnliche Angebote für Azubiwohnen. 

Sicheres Vermieten

Für Eigentümerinnen und Eigentümer, die eine Wohnung vermieten möchten, sich dabei aber Absicherung und Begleitung wünschen, soll ein Angebot für „Sicheres Vermieten“ entwickelt werden. Im Gegenzug für ein Rundum-Sorglos-Paket geht die Wohnung an Menschen mit besonders dringendem Bedarf.

Umbau und Wohnungsteilung

Wenn sich durch bauliche Veränderungen zusätzlicher Wohnraum schaffen lässt, soll die Wohnraumagentur künftig passende Beratungsangebote vermitteln, etwa im Rahmen eines Wohnraum-Checks.

Umzugskonzepte

Es gibt Erfolgsmodelle für den Wohnungswechsel innerhalb von Wohnungsgesellschaften, etwa den Flächenbonus der Pro Potsdam. Mittelfristig lassen sich Alternativbauten entwickeln mit seniorengerechtem Wohnraum, der zum Umzug reizt und dadurch große Wohnungen oder Häuser für Familien freimacht.

Gemeinschaftliches Wohnen

Auch Wohnformen, die Nähe, Nachbarschaft und gegenseitige Unterstützung stärken, sollen in den Blick genommen werden. 

Ein neuer Baustein der Potsdamer Wohnungspolitik

Die Pläne für die Wohnraumagentur gehören zur Umsetzung des wohnungspolitischen Konzepts der Landeshauptstadt Potsdam. Die Haushaltsprognose unterstreicht, dass die Stadt verschiedene wohnungspolitische Ansätze braucht: Neubau und Umbau, eine bessere Nutzbarmachung ungenutzten Wohnraums sowie wirksamen Wohnraumschutz. 
Die Wohnraumagentur soll dazu beitragen, dass vorhandener Wohnraum dort besser genutzt werden kann, wo Eigentümerinnen, Eigentümer oder Bewohnerinnen und Bewohner dies selbst wünschen. Damit verbindet sie individuelle Unterstützung mit einem Beitrag zur Entlastung des Potsdamer Wohnungsmarktes. 

 

Fragen und Antworten (FAQ) zur zukünftigen Wohnraumagentur Potsdam

Ich habe eine ungenutzte Einliegerwohnung und kann mir vorstellen, sie zu vermieten – aber ich bin unsicher, wer dann ins Haus kommt. Kann die Wohnraumagentur mir helfen?

Genau für diesen Wunsch soll die zukünftige Wohnraumagentur Angebote schaffen: Entweder für ein Zusammenwohnen oder für eine Vermietung soll es eine Vermittlung von passenden Personen geben. Danach steht die Agentur dauerhaft zur Seite und dient als Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen.

Meine Mutter wünscht sich einen jungen Menschen im Haus, der gelegentlich beim Einkaufen hilft oder im Garten. Haben Sie da jemand?

Schon jetzt vermittelt das Studierendenwerk West:Brandenburg Wohnpartnerschaften zwischen Jung und Alt. Informationen finden Sie auf der Seite des Studierendenwerks.
Zukünftig soll es durch die Wohnraumagentur auch möglich werden, Wohnpartnerschaften für Auszubildende anzubieten.

Ich habe eine Wohnung geerbt, traue mich aber nach schlechten Erfahrungen nicht mehr, sie zu vermieten. Können Sie mir Sicherheiten bieten?

Die zukünftige Wohnraumagentur soll ein Angebot für „Sicheres Vermieten“ schaffen: Sie erhalten eine Mietgarantie und das Mietverhältnis wird begleitet. Im Gegenzug geht die Wohnung an eine Person, die dringend Wohnraum benötigt. Wir werden das Angebot auf dieser Seite kommunizieren, sobald es bereitsteht.

Um eine zweite Person in meiner Wohnung oder meinem Haus aufzunehmen, wäre ein zweiter Eingang hilfreich oder ein zweites Bad. Wer prüft, ob und wie das machbar ist?

Eine Umbauberatung ist eines der Elemente der geplanten Wohnraumagentur: Wir vermitteln Ihnen dann Planer und Planerinnen, die in einem Wohnraum-Check prüfen, wie sich Ihr Haus umbauen lässt. 

Kann die Wohnraumagentur bei Umzug oder Wohnungstausch helfen?

Das ist vorerst nicht geplant, weil es zwar Erfolgsmodelle dafür gibt, doch sie brauchen Zeit. Falls Sie allerdings bei der Pro Potsdam mieten und sich verkleinern möchten, bietet das Wohnungsunternehmen Ihnen mit dem Wohnflächenbonus günstige Mietkonditionen und eine finanzielle Umzugshilfe. Mehr Informationen bietet die ProPotsdam.