Tourismus in Potsdam: Rekordjahr als Ausgangspunkt und neue Impulse für die Filmstadt

Auftakt der Tourismus-Saison mit Friedhelm Schatz, Bernd Rubelt und Raimund Jennert
© Landeshauptstadt Potsdam/Christine Homann

Mit neuen Höchstwerten bei Gästen und Übernachtungen im Tourismusjahr 2025 bestätigt sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre. Im Fokus stehen nun die nächsten strategischen Schritte für eine nachhaltige und profilstärkende Weiterentwicklung des Tourismusstandorts.

Potsdam ist Filmstadt. Seit 2019 trägt die Landeshauptstadt den Titel „UNESCO Creative City of Film“ und verbindet Filmgeschichte mit lebendiger Gegenwart. Bereits 1911 begann in Babelsberg die Geschichte des ältesten Großatelier-Filmstudios der Welt. Bis heute entstehen hier internationale Produktionen, während zahlreiche Drehorte das Stadtbild prägen.

Wer durch Potsdam geht, begegnet dem Film auf Schritt und Tritt: Die Glienicker Brücke wird zur Kulisse für internationale Produktionen, das Holländische Viertel verwandelt sich in Fantasiewelten und der Alte Markt steht für europäische Metropolen vor der Kamera. Film ist in Potsdam nicht nur Geschichte, sondern Teil des Alltags.

Tourismusentwicklung als Teil der Stadtstrategie

Die aktuellen Kennzahlen zeigen eine weiterhin positive Entwicklung des Tourismus in Potsdam. Gleichzeitig geht es künftig stärker um die qualitative Ausgestaltung und die gezielte Profilierung des Standorts.

„Potsdam mit seinem einzigartigen UNESCO-Welterbe sowie als deutschlandweit einzige UNESCO Creative City of Film ist und bleibt ein Tourismusmagnet. Sowohl die Film- und Medienbranche als auch die Tourismusbranche zählen zu dem wichtigen Wirtschaftsclustern der Landeshauptstadt Potsdam. Die Verbindung beider Themen birgt weiterhin ein großes Potenzial“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. „Aktuelle Zahlen zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus zeigen, dass jeder zehnte Euro, der in Potsdam ausgegeben wird, dem Tourismus zuzuschreiben ist. Diese wirtschaftliche Stärke wollen wir weiterentwickeln, um den vielen Gästen unserer Stadt einen erlebnisreichen Aufenthalt zu bieten und gleichzeitig in eine hohe Lebensqualität für die Potsdamerinnen und Potsdamer zu investieren.“

Denn bei aller positiven Entwicklung gilt: Tourismus in Potsdam ist kein Selbstläufer. 
Der Wettbewerb zwischen Reisezielen nimmt zu, Erwartungen verändern sich und Sichtbarkeit nicht von allein.

„Potsdam hat eine starke Marke – aber ihre Wirkung entsteht erst, wenn wir sie gemeinsam konsequent zum Leben bringen“ , so Nico Franzen, Sprecher des Tourismusbeirats.

Vor diesem Hintergrund rücken insbesondere die gemeinsame Vermarktung, eine klare Profilierung und die enge Zusammenarbeit aller Akteure weiter in den Fokus.
Damit wird Film zunehmend zu einem verbindenden Element zwischen Stadtentwicklung, Kultur und Tourismus.

Film als strategischer Impuls

Die Potsdam Marketing und Service GmbH greift diese Entwicklung auf und setzt 2026 einen klaren Schwerpunkt auf das Thema Film. Ziel ist es, Potsdam als Filmstadt noch stärker erlebbar zu machen, neue Reiseanlässe zu schaffen und bestehende Angebote gezielt miteinander zu verknüpfen. Orte wie der Boulevard des Films in der Brandenburger Straße, das Filmmuseum Potsdam, die Medienstadt Babelsberg, der Filmpark Babelsberg oder zahlreiche Veranstaltungen machen die Filmgeschichte für Gäste sichtbar.

Tagungssegment als wichtiger Baustein

Parallel dazu wird das Tagungs- und Geschäftsreisesegment weiter ausgebaut. Mit dem Potsdam Convention Service, dem MICE-Netzwerk sowie der neuen Mitgliedschaft im German Convention Bureau positioniert sich Potsdam gezielt im Markt für Meetings, Incentives, Konferenzen und Events. Gerade für die Nebensaison bietet dieses Segment wichtige Potenziale für eine Balance-Auslastung.

Bonuskarte Potsdam stärkt lokale Verbindungen

Mit der Bonuskarte wird 2026 ein neues Angebot eingeführt, das Gäste und Einheimische dazu einlädt, Potsdam aktiv und vielseitig zu entdecken. Das Prinzip ist einfach: Für ausgewählte Erlebnisse wie eine Stadtführung, eine Schifffahrt, den Besuch einer Veranstaltung oder den Kauf eines Souvenirs sammelnde Stempel.
Wer alle vorgesehenen Stationen besucht hat, erhält als Belohnung ein Überraschungsgeschenk sowie einen Stadtgutschein (Projekt hier Potsdam) im Wert von 10 Euro.
Durch die enge Einbindung regionaler Partnerunternehmen und des lokalen Handels schafft die Bonuskarte zusätzliche Anreize, verschiedene Angebote miteinander zu verbinden und Potsdam auf kurzen Wegen intensiv zu erleben. Gleichzeitig stärkt sie die lokale Wertschöpfung und fördert die Bindung an den Standort nachhaltig.

Der Filmpark Babelsberg startet in die neue Saison

Als zentraler Akteur im Themenfeld Film macht der Filmpark Babelsberg das Jahresthema unmittelbar erlebbar. Zum Saisonstart am 1. April öffnet der Park seine Tore und lädt dazu ein 115 Jahre Filmgeschichte zu entdecken.

Besucherinnen und Besucher erleben originale Sets und Kulissen, spektakuläre Live-Stunts und tauchen in die Welt der Filmproduktion „Made in Babelsberg“ ein. Neue Events, Thementage und vielfältige Formate erweitern das Angebot in der kommenden Saison.

Perspektive für den Tourismusstandort

Die Potsdam Marketing und Service GmbH ist die zentrale Organisation für das touristische Marketing und die Entwicklung der Destination Potsdam. Sie bündelt Angebote, vernetzte Partnerunternehmen aus Tourismus, Kultur und Wirtschaft und verantwortet die strategische Vermarktung der Stadt.

Im Rahmen der bestehenden Betrauung übernimmt die Potsdam Marketing und Service GmbH diese Aufgaben bis längstens Ende 2027. Der Tourismusbeirat, der zugleich als Nachhaltigkeitsbeirat fungiert, begleitet die strategische Weiterentwicklung des Tourismusstandorts Potsdam beratend und bringt die Perspektiven zentraler Akteure in den gemeinsamen Prozess ein.