Den neuen Seniorenplan der Landeshauptstadt begrüßen wir ausdrücklich; aber wir nehmen ihn auch beim Wort! Denn die Auseinandersetzung mit den Belangen älterer Menschen ist heute nicht nur eine Freude, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit.
In Zeiten knapper Kassen darf der Seniorenplan kein Wohlfühlpapier bleiben, das ältere Menschen als Kostenfaktor behandelt. Er muss zeigen, dass die Verbesserung der Lebensbedingungen von Seniorinnen und Senioren kein Gegenspiel zur Jugend ist, sondern ein Gewinn für die ganze Stadt.
Wohnen bleibt dabei die Schlüsselfrage. Altersgerechte, kleinere Wohnungen fehlen nach wie vor in fast allen Stadtteilen. Wer älteren Menschen einen passenden Wohnraum bietet, schafft zugleich Platz für Familien; sozialer Ausgleich ganz praktisch gedacht. Das geplante Projekt für Service-Wohnen in Drewitz ist hier ein positives Beispiel, dem weitere folgen müssen.
Wir erwarten, dass die Stadt jetzt Tempo macht: mit mehr barrierefreien Wohnungen, mit Unterstützung beim Umzug und mit Beratung, die freiwillige Veränderungen ermöglicht statt sie zu erschweren.
Auch die Kommunikation muss besser werden. Viele gute Angebote bleiben ungenutzt, weil Informationen die Menschen schlicht nicht erreichen. Ein regelmäßig erscheinendes Seniorenmagazin würde helfen, wichtige Hinweise direkt nach Hause zu bringen. Analog, verständlich und nah am Alltag.
Der Seniorenbeirat wird den weiteren Prozess kritisch begleiten. Wir wollen, dass der Seniorenplan kein Stapel Papier bleibt, sondern ein Arbeitsplan für eine solidarische und altersfreundliche Stadt.
Besonders danken wir Herrn Gumberger für die außerordentlich gute Zusammenarbeit bei der Erarbeitung des Seniorenplans. Seine fachliche Begleitung und Offenheit im Dialog haben entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Konzept so fundiert und praxisnah geworden ist.
Zugleich begrüßen wir, dass die Umsetzung der Maßnahmen künftig jährlich im GSWI (Ausschuss für Gesundheit, Soziales, Wohnen und Integration) überprüft wird. So bleibt gewährleistet, dass der Seniorenplan ein lebendiges Instrument bleibt, mit klaren Zielen, überprüfbaren Fortschritten und echter Wirkung für die Menschen in Potsdam.
Potsdam soll eine Stadt sein, in der Älterwerden kein Risiko ist, sondern Teil eines guten, gemeinsamen Lebens.
Peter Mundt
im Namen des Seniorenbeirates
der Landeshauptstadt Potsdam
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- Stellungnahme zum neuen Seniorenplan