SecurityLab Potsdam eröffnet

Polymere Materialien für sichere Personaldokumente

Die Bundesdruckerei GmbH und das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP eröffneten am 26. Februar 2008 das SecurityLab Potsdam. Ziel dieser Laborkooperation ist es, auf Basis von Polymeren neue Materialien und Technologien zu entwickeln, die Identitätsdokumente, wie beispielsweise Ausweise, noch sicherer machen.

Die Bundesdruckerei verfügt über ein weltweit anerkanntes Expertenwissen auf dem Gebiet der sicheren Identifikation und entwickelt bereits heute Konzepte für ID-Sicherheitsdokumente der nächsten und übernächsten Generation. Das Fraunhofer IAP ist u. a. darauf spezialisiert, neue Funktionsmaterialien mit besonderen optischen oder elektrischen Eigenschaften zu entwickeln und zu Bauelementen der Polymerelektronik zu verarbeiten. Flexible Displaytechnologien auf Basis von polymeren Leuchtdioden, kurz OLEDs, und organische Transistoren, kurz OFETs, sind Kernkompetenzen des IAP.

Die neuen Materialien und Technologien sollen in künftige ID-Dokumente integriert werden. Ziel ist die Fälschungssicherheit der Dokumente weiter zu erhöhen. Entwickelt werden beispielsweise neue Sicherheitsmerkmale, wie Sicherheitsfarben auf Basis von Polymeren. Diese Spezialfarben sind digital druckbar, farb- und materialstabil und können sowohl für Papierdokumente als auch für Sicherheitskarten verwendet werden.

Außerdem arbeiten die Partner an der Integration von flexiblen Displays in ID-Dokumenten. Displays sind ein untrennbarer Bestandteil für System-on-card-Technologien. „Flexible Displays in Multiapplikations-Sicherheitskarten bedeuten einen erheblichen Mehrwert für die Dokumentensicherheit und den Dokumentenbesitzer. So können Informationen auch nach Ausstellung des Dokuments sicher aktualisiert werden. Displays erweitern die Anzeigemöglichkeiten, beispielsweise durch eine dynamische Gesichtsbilderkennung, und vergrößern den Anwendungsbereich von ID-Karten, etwa bei Online-Geschäften durch eine PIN- oder Passwort-Generierung auf dem Display", so Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei.

OLEDs sind für diese Display-Anwendungen viel versprechend: sie sind sehr dünn, sehr leicht, energie- und kostensparend. OLEDs erlauben einen größeren Blickwinkel, ein helleres Bild und können preiswert gedruckt werden. Die Kombination von OLEDs mit elektronischen Schaltkreisen aus Kunststoff könnten vollständig flexible Displays ermöglichen", erklärt Dr. Hans-Peter Fink, Leiter des Fraunhofer IAP. Bisher werden OLED-Displays mit herkömmlichen Schaltkreisen angesteuert. Ziel ist, die elektronische Schaltung aus organischen Materialien direkt auf die Rückseite der Anzeige zu drucken. Damit werden die Displays selbst zu Trägersystemen, die nur wenige hundert Mikrometer dünn sind. Erste Muster von OLED-Leuchtanzeigen auf flexiblen Substraten zeigen hohe Kontraste und gute Lesbarkeit.

Quelle: Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung