Die Landeshauptstadt Potsdam macht auf dem Weg zum Europapreis des Europarates den nächsten großen Schritt: Nach dem Europadiplom im Jahr 2024 erhält die Stadt 2025 die Ehrenfahne des Europarates. Damit würdigt der Europarat das besondere Engagement Potsdams für die europäische Idee, für internationalen Austausch und für lebendige Städtepartnerschaften.
Die Ehrenfahne wird am 1. Dezember 2025 um 16 Uhr im Veranstaltungssaal der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam verliehen. Der Bundestagsabgeordnete Serdar Yüksel, Mitglied der deutschen Delegation in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Mitglied des Unterausschusses Europapreis, überreicht die Fahne im Namen des Europarates. Für die Landeshauptstadt Potsdam nimmt Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, die Auszeichnung in Vertretung von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel entgegen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen.
Im Anschluss an die Verleihung lädt die Landeshauptstadt Potsdam gemeinsam mit dem Europa-Zentrum Potsdam der BBAG e.V. um 18 Uhr am selben Ort zu einem Potsdamer Europa-Dialog ein. Unter dem Titel „Hybride Bedrohungen für die Demokratie in Europa“ diskutieren Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden, wie verwundbar und wie widerstandsfähig die Demokratie im digitalen Zeitalter ist. Europa sieht sich zunehmend gezielten Desinformationskampagnen, Cyberangriffen und subtilen Strategien ausgesetzt, die darauf zielen, das Vertrauen in demokratische Institutionen zu schwächen. Auf dem Podium sprechen hierzu Prof. Dr. Christian Dörr vom Hasso-Plattner-Institut Potsdam, Nico Marquardt, Vorsitzender des Digitalisierungsrates der Landeshauptstadt Potsdam und Stadtverordneter, Dr. Wilfried Peters, Leiter des Verfassungsschutzes Brandenburg, sowie Marisa Wengeler vom Institute for Strategic Dialogue. Moderiert wird die Diskussion von Katja Sinko aus dem Team Europe Direct der Europäischen Kommission. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist über den angegebenen Link erforderlich. Unterstützt wird die Veranstaltung durch die Brandenburgische Landeszentrale für Politische Bildung.
Der Europapreis des Europarates zeichnet Städte und Gemeinden aus, die sich in besonderer Weise für Europa engagieren. Die Bewerbung erfolgt in einem vierstufigen Verfahren, bei dem sich Kommunen Jahr für Jahr auf die jeweils nächste Stufe bewerben. Potsdam hat 2024 die erste Stufe, das Europadiplom, erhalten und erreicht mit der Ehrenfahne nun die zweite Stufe. Für 2026 ist die Bewerbung um die Ehrenplakette geplant, 2027 soll schließlich die Bewerbung um den Europapreis folgen. Mit der Verleihung des Europapreises ist ein Preisgeld von 20.000 Euro verbunden. Die Landeshauptstadt beabsichtigt, diese Mittel zu nutzen, um jungen Menschen aus Potsdam Besuche der europäischen Institutionen in Straßburg zu ermöglichen.
Die Bewerbung auf die einzelnen Stufen erfolgt jeweils schriftlich. Der Europarat verlangt dabei einen Nachweis konkreter Aktivitäten. Dazu gehören unter anderem die Pflege von Städtepartnerschaften und anderen kommunalen Kooperationen mit ausländischen Städten und Gemeinden, europäische Veranstaltungen und die Begehung des Europatages am 5. Mai, Maßnahmen zur Verbreitung des europäischen Gedankens in der Stadtgesellschaft, europäische und internationale Solidaritätsaktionen sowie die Mitgliedschaft in Kommunalverbänden, die europäische Zusammenarbeit fördern. Potsdam ist international eng vernetzt und versteht sich als europäische Stadt. Mit der Bewerbung um den Europapreis macht die Landeshauptstadt deutlich, dass sie ihre europäische Verantwortung aktiv wahrnimmt und sich in all ihren Handlungsfeldern für Dialog, Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde, Vielfalt und nachhaltige Entwicklung einsetzt.