Pressemitteilung Nr. 5 vom 08.01.2024 Umsetzung des Konzeptes „Innenstadt – Straßenräume neu denken!“

Teil der Dortustraße soll modellhaft verkehrsberuhigter Bereich werden
Ein Abschnitt der Dortustraße soll modellhaft zum verkehrsberuhigten Bereich werden.
© Landeshauptstadt Potsdam/ Barbara Plate

Die Stadtverordnetenversammlung hat das Konzept „Innenstadt – Straßenräume neu denken!“ beschlossen und die Verwaltung mit weitergehenden Planungen und Überlegungen für die einzelnen Straßenabschnitte beauftragt, um den Kfz-Verkehr und v. a. den ruhenden Verkehr schrittweise zu reduzieren. Pilothaft soll die Umsetzung nun mit einem Abschnitt der Dortustraße zwischen Brandenburger Straße und Hegelallee begonnen werden. Zum Stand der bisherigen Planungen wurden heute die Gewerbetreibenden des Straßenabschnitts informiert. 

„Ich möchte diesen Weg im Dialog und Austausch mit den Anliegern und Gewerbetreibenden gemeinsam gehen. Wir sehen den Modellversuch als Chance, neue Spielräume für diesen Straßenabschnitt zu erproben und eine attraktive Innenstadt, in der sich die Menschen gern aufhalten, Zeit verbringen und natürlich auch die Geschäfte und Lokalitäten besuchen, zu entwickeln.“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. 

Die Potsdamer Innenstadt ist geprägt von vielen Geschäften, Restaurants und Dienstleistern, aber auch Bewohner und Touristen. Es gibt Bedarf an vielfältigen, sicheren Straßenräumen zum Wohlfühlen für Alle, mit hoher Aufenthaltsqualität. Der ruhende Verkehr soll daher reduziert werden, um Platz für andere Nutzungen zu schaffen. Die Innenstadtbereiche sind gut mit dem ÖPNV und dem Fahrrad erreichbar. Wer dennoch mit dem Kfz in die Innenstadt kommen möchte, kann Besucherparkbereiche bzw. Mischparkflächen in den die Einkaufsinnenstadt angrenzenden Straßenzügen nutzen. Darüber hinaus stehen zudem umfangreiche Parkmöglichkeiten auf Privatflächen bzw. in den die Innenstadt umgebenen Parkhäusern zur Verfügung - die Gebühr dort ist seit der letzten Erhöhung der Parkgebühren für die Innenstadt mittlerweile gleich bzw. geringer.

Die Stadtverordnetenversammlung hat im Mai 2023 daher das Konzept „Innenstadt – Straßenräume neu denken!“ als Rahmen für das weitere Verwaltungshandeln beschlossen (DS 23/SVV/0060). Gleichzeitig wurde die Verwaltung verpflichtet, die Händler und Gewerbetreibenden des jeweils betroffenen Straßenabschnitts einzubeziehen. 

Mit der Umsetzung des Konzeptes soll zuerst modellhaft in der Dortustraße im Abschnitt zwischen Brandenburger Straße und Hegelallee begonnen werden. Dort wurde im Konzept die Ausweisung eines verkehrsberuhigten Bereiches festgelegt, in dem die Besucherparkplätze entfallen sollen. Auf den Flächen, die bisher als Besucherparkplätze dienen, sollen u. a. Außenbereiche für Gastronomie und schrittweise Sitzgelegenheiten, Hochbeete und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und E-Roller etc. entstehen. Auch gesonderte Lieferbereiche wären möglich. 

Zusammen mit den Anwohnenden, Gewerbetreibenden und Gastronomen soll ausprobiert werden, wie der Straßenraum in dem Straßenabschnitt neu und einladend gestaltet werden kann. Geplant ist daher eine einjährige Erprobungsphase, die am 28. März 2024 starten soll. 

Mit den dann gewonnenen Erfahrungen, soll entschieden werden, wie die neue Straßenaufteilung in einen dauerhaften Zustand überführt werden kann. 

Was bedeutet „verkehrsberuhigter Bereich“?

  • Fahrzeuge müssen mit Schrittgeschwindigkeit bewegt werden.
  • Fußverkehr darf nicht durch den Fahrzeugverkehr gefährdet oder behindert werden. Wenn nötig, muss der Fahrzeugverkehr warten.
  • Der Fußverkehr darf den Fahrzeugverkehr nicht unnötig behindern.
  • Fahrzeuge müssen innerhalb gekennzeichneter Flächen geparkt werden. Ausgenommen ist davon das Ein- und Aussteigen sowie das Be- und Entladen. Das ist im gesamten Straßenraum zulässig. 
  • Der Fußverkehr darf die ganze Straßenbreite benutzen. Spielende Kinder sind überall erlaubt.

Das Konzept „Innenstadt – Straßenräume neu denken!“ wurde in zwei Workshops mit Betroffenen diskutiert und entwickelt und anschließend in einer Informationsveranstaltung vorgestellt, bevor es in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, in den Fachgremien diskutiert und von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. 

Das Konzept sieht im wesentlichen folgende Änderungen vor:

  • Umnutzung und Umwidmung der Dortustraße und der Lindenstraße zwischen Hegelallee und Charlottenstraße zu verkehrsberuhigten Bereichen
  • Umnutzung und Umwidmung der Gutenbergstraße zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Lindenstraße zu einem verkehrsberuhigten Bereich
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer in der Kurfürstenstraße, in der Charlottenstraße und der Gutenbergstraße zwischen Hebbelstraße und Friedrich-Ebert-Straße
  • Umwidmung der westlichen Mittelstraße in eine Fußgängerzone 
  • Umgestaltung des Platzes am Jägertor

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