Pressemitteilung Nr. 378 vom 26.08.2026 Der Nordwesten des Alten Marktes seit 1945 – Fotografien eines oft übersehenen Wandels

Satelliten-Ausstellung des Potsdam Museums ist bis zum 25. Oktober in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam zu sehen
Alter Markt im Umbau 2019
© Landeshauptstadt Potsdam/Barbara Plate

Der Nordwesten des Alten Marktes steht im Mittelpunkt einer neuen Satelliten-Ausstellung des Potsdam Museums in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam (SLB). Unter dem Titel „Platz____für Neues? Der Nordwesten des Alten Marktes im Fokus“ beleuchtet die Präsentation anhand ausgewählter Fotografien die Entwicklung dieses häufig übersehenen Bereichs der historischen Mitte seit 1945. Die Ausstellung eröffnete heute Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, gemeinsam mit Dr. Birgit-Katharine Seemann, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Museum, Marion Mattekat, Leiterin der Stadt- und Landesbibliothek, und Dr. Thomas Steller, Direktor des Potsdam Museums.

Der Nordwesten des Alten Marktes steht meist im Schatten seiner prominenten Nachbarschaft. Seit dem 18. Jahrhundert prägte vor allem die von Friedrich II. nach italienischen Vorbildern gestaltete Südhälfte des Platzes das Bild des historischen Zentrums. Die drei Gebäudeblöcke westlich und nördlich der Nikolaikirche fanden dagegen deutlich weniger Beachtung. Die Ausstellung des Potsdam Museums richtet den Blick gezielt auf diesen Teil des Platzes und macht seinen wechselvollen Wandel nach 1945 sichtbar. Der Fokus liegt dabei auf dem Bau der Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek (WAB), heute Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam.

„Wer die Zukunft des Alten Marktes gestalten möchte, sollte auch seine weniger bekannten Geschichten kennen. Die Ausstellung in der Stadt- und Landesbibliothek verbindet historische Einblicke mit aktuellen Fragen der Stadtentwicklung und lädt alle Interessierten ein, sich auch weiterhin mit der historischen Mitte Potsdams auseinanderzusetzen. Mich begeistert an dieser Ausstellung, dass sie den Blick auf einen Teil des Alten Marktes lenkt, den viele täglich passieren, ohne seine besondere Geschichte zu kennen. Sie zeigt eindrucksvoll, wie sich Potsdam immer wieder verändert hat – und wie wichtig es ist, diesen Wandel gemeinsam zu reflektieren“, bemerkt Kulturbeigeordneter Torsten Wiegel.

Die Leiterin der Stadt- und Landesbibliothek Marion Mattekat sagt dazu: „Bibliotheken bewahren nicht nur Bücher, sondern auch die Erinnerung an eine Stadt. Dass die Geschichte der Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek in dieser Präsentation sichtbar wird, macht deutlich, wie eng Bildung, Kultur und Stadtentwicklung miteinander verflochten sind. Der Erhalt der Bibliothek an dieser Stelle war keine Selbstverständlichkeit. Um ihre Präsenz in der Stadtmitte wurde viele Jahre lang gerungen. Umso mehr freut mich, dass die Bibliothek als ein Ort der Bildung, des Lernens und der Begegnung sich fest in der Innenstadt etabliert hat.“

Museumsdirektor Thomas Steller freut sich über die erste Ausstellungskooperation zwischen den beiden Häusern: „Mit dieser Präsentation richten wir den Blick bewusst auf einen Bereich des Alten Marktes, der oft im Schatten seiner prominenten Nachbarschaft steht, dessen Geschichte für das Verständnis der Potsdamer Stadtentwicklung jedoch von großer Bedeutung ist. Besonders freue ich mich, dass wir dieses Projekt erstmals gemeinsam mit der Stadt- und Landesbibliothek realisieren konnten. Die Kooperation verbindet die Perspektiven beider Einrichtungen und macht deutlich, wie gewinnbringend die Zusammenarbeit für die Vermittlung unserer Stadtgeschichte sein kann.“

Wer tiefer in die städtebaulichen Veränderungen und Zukunftsentwürfe für den Alten Markt eintauchen möchte, ist in der Ausstellung „Platz____für Neues? Visionen für den Alten Markt 1945–2025“ im Potsdam Museum genau richtig. „An interaktiven Planungstischen lassen sich historische und aktuelle Visionen für das Stadtgebiet erkunden. Hier gibt es auch noch Einiges zum Nordwesten des Alten Marktes zu entdecken. Ergänzt wird die Präsentation durch zeitgenössische Fotografien sowie künstlerische Positionen, die den Wandel des Alten Marktes aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten“, erläutert Wenke Nitz, die zusammen mit Uta Kumlehn, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Potsdam Museums, die Ausstellung im Museum und in der Bibliothek kuratiert hat. Sie ergänzt: „Wir freuen uns, dass die Ausstellung im Museum wie auch die parallel gezeigte Schau des Pleinair-Malers Christopher Lehmpfuhl nun bis zum 3. Januar 2027 verlängert werden konnte. Beide zusammen eröffnen einen vielschichtigen Blick auf die Entwicklung der Potsdamer Mitte bis heute“.

Die Ausstellung in der Bibliothek kann bis zum 25. Oktober zu den Öffnungszeiten kostenfrei besichtigt werden: Montag 15 bis 19 Uhr, Dienstag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr, Sonntag 13 bis 17 Uhr.