Die Landeshauptstadt Potsdam lädt gemeinsam mit den Vorhabenträgern Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und Energiequelle GmbH, einem erfahrenen Projektentwickler für erneuerbare Energien mit Firmensitz in Brandenburg, zu einer ersten Informationsveranstaltung über die geplanten Windenergievorhaben „Groß Glienicke Nord-West“ und „Kartzow“ ein. Eingeladen sind die Einwohnerinnen und Einwohner aus Groß Glienicke und Fahrland sowie alle weiteren Interessierten. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 10. September, von 16 bis 20 Uhr in der Grundschule Krampnitz, Tove-Jansson-Weg 10, statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich.
Mit den geplanten Änderungen des Flächennutzungsplans (FNP) sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für zwei Windenergievorhaben geschaffen werden. Am Standort Groß Glienicke Nord-West sind bis zu fünf Windenergieanlagen vorgesehen, am Standort Kartzow bis zu vier Anlagen. „Die Energiewende beginnt vor Ort. Die Nutzung und der Ausbau erneuerbarer Energien kann Potsdam unabhängiger machen, unsere CO₂-Bilanz verbessern und durch finanzielle Beteiligungen zugleich zusätzliche Mittel für wichtige Projekte in den begünstigten Ortsteilen und in ganz Potsdam ermöglichen“, sagt Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt.
Die Informationsveranstaltung ergänzt die formellen Beteiligungsverfahren und soll frühzeitig über die Planungen informieren. Der Beigeordnete Bernd Rubelt sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung, der EWP und von Energiequelle geben einen Überblick über den aktuellen Planungsstand und stehen für Fragen und Gespräche zur Verfügung.
Thomas Niemeyer, Gesamtverantwortlicher Erneuerbare Großerzeuger (Strom) der EWP, führt aus: „Der Aufbau erneuerbarer Großerzeuger auf dem eigenen Stadt- und Versorgungsgebiet macht uns unabhängiger von volatilen Energiemärkten, trägt zur Versorgungssicherheit bei und leistet einen Beitrag zur langfristigen Preisstabilität und Zukunftsfähigkeit der EWP.“
Auch für Energiequelle hat das Vorhaben in der Landeshauptstadt einen besonderen Stellenwert. Abteilungsleiter Niels Mocker erklärt: „Mit den beiden geplanten Windenergieprojekten freuen wir uns bei Energiequelle darauf, erstmals in Potsdam aktiv zu werden. Unsere Expertise aus erfolgreich umgesetzten Projekten in ganz Deutschland und insbesondere in Brandenburg wollen wir gezielt in die gemeinsame Entwicklung vor Ort einbringen.“ Eigentümerin der Flächen ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die BImA unterstützt die Landeshauptstadt mit geeigneten Liegenschaften für den Ausbau erneuerbarer Energien.
Die Veranstaltung am 10. September ist als thematischer Rundgang konzipiert. Rundgänge starten jeweils um 16, 17, 18 und 19 Uhr und bieten Gelegenheit für direkte Gespräche mit den Fachleuten der Stadtverwaltung und der Vorhabenträger. Thematisiert werden unter anderem der aktuelle Planungsstand, der weitere Genehmigungsprozess sowie technische und umweltbezogene Aspekte der Vorhaben.
Auch die Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung der Gemeinden an den Erträgen aus Windenergieanlagen werden vorgestellt. Entsprechende Regelungen sehen Zahlungen an Gemeinden im Umfeld von Windenergieanlagen vor. Die Höhe der Zahlungen hängt unter anderem von der Anzahl und Leistung der Anlagen sowie den jeweiligen Standortbedingungen ab. Aufgrund des frühen Planungsstadiums können die zu erwartenden Beträge derzeit erst geschätzt werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 4. März 2026 das Potsdamer Verteilungsmodell für entsprechende Sonderabgaben beschlossen. Danach sollen 75 Prozent der Mittel für Maßnahmen im Rahmen der gesetzlichen Zweckbindung im jeweils begünstigten Ortsteil eingesetzt werden. Über die Verwendung entscheidet der zuständige Ortsbeirat. Weitere 25 Prozent sollen für Maßnahmen innerhalb der räumlichen Kulisse der „Strategieplanung ländlicher Raum“ zur Verfügung stehen und damit auch ortsteilübergreifende Vorhaben ermöglichen.
Die Vorlagen zu den beiden Flächennutzungsplanänderungen sollen am 17. September im Ausschuss für Klima, Umwelt und Mobilität (KUM) und am 29. September im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und ländliche Entwicklung (SBL) beraten werden.
Anmeldung zur Veranstaltung
Die Organisation und Moderation der Veranstaltung übernimmt das Team um Prof. Dr. Gernot Barth von IKOME | Steinbeis Mediation. Das in Leipzig ansässige Unternehmen ist auf Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung bei Energieinfrastrukturprojekten spezialisiert und begleitet auch den weiteren Kommunikationsprozess zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Stadtverwaltung und Vorhabenträgern.
Zur besseren Planung werden Interessierte gebeten, sich vorab für das gewünschte Zeitfenster mit Angabe der Personenzahl anzumelden. Die Anmeldung ist per E-Mail an potsdam@ikome.de oder telefonisch unter 0341 261 80 444 möglich.