Mit einem Stadionfest und einem Freundschaftsspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli feiert der SV Babelsberg 03 am Samstag, 11. Juli, das 50-jährige Bestehen des Karl-Liebknecht-Stadions. Seit der Eröffnung der Stadionerweiterung am 10. Juli 1976 hat sich das „Karli“ zu einer der traditionsreichsten Fußballspielstätten entwickelt – das Jubiläum wird entsprechend gemeinsam mit der Landeshauptstadt Potsdam sowie zahlreichen Partnern und Fans gefeiert. Das Stadion ist seit Jahrzehnten Heimat des SV Babelsberg 03 und des 1. FFC Turbine Potsdam, Austragungsort nationaler und internationaler Spitzenbegegnungen und zugleich ein fester Bestandteil der Potsdamer Sport- und Stadtgeschichte.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, die am Samstag um 15:30 Uhr den Anstoß des Freundschaftsspiels vollziehen wird, sagt: „Seit 50 Jahren schlägt im Karl-Liebknecht-Stadion das Fußball-Herz Potsdams. Wo einst DDR-Oberliga-Spiele, Länderspiele und Pokalfights stattfanden, sowie gestern und heute Spitzenfußball der Frauen und Männer begeistert, sind unzählige Erinnerungen entstanden. Das Karli ist weit mehr als ein Stadion – es ist ein Ort der Leidenschaft, des Miteinanders und der Identifikation mit unserer Stadt mitten im Kiez. Und es ist das einzige Stadion mit abknickbaren Flutlichtmasten, um Sichtachsen zu schützen. Echt Potsdam eben. Das Karli steht aber vor allem für emotionale sportliche Momente im Fußball der Frauen und Männer sowie für das unermüdliche Engagement der vielen Ehrenamtlichen, ohne die Vereinsleben nicht denkbar wäre. Mein Dank gilt dem Verein SV Babelsberg 03, der das Stadion seit Jahren in Erbbaupacht betreibt und entwickelt.“
Das heutige Stadion entstand zwischen 1974 und 1976 auf dem traditionsreichen Sportgelände an der Priesterstraße, auf dem bereits seit den 1920er Jahren Fußball gespielt wurde. Mit einer Kapazität von rund 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauern gehörte der Neubau seinerzeit zu den modernsten Fußballstadien der DDR. Das Eröffnungsspiel am 10. Juli 1976 bestritt die BSG Motor Babelsberg gegen die DDR-Olympiaauswahl, die wenige Wochen später bei den Olympischen Spielen in Montreal die Goldmedaille gewann.
Bereits kurz nach seiner Eröffnung etablierte sich das Karl-Liebknecht-Stadion als Austragungsort bedeutender Fußballereignisse. Ein Dutzend Länderspiele der DDR-Männernationalmannschaft wurden hier bestritten. Den Zuschauerrekord verzeichnete das Stadion am 17. August 1977 beim WM-Qualifikationsspiel zwischen der DDR und Malta, das die Gastgeber vor 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauern mit 9:0 gewannen – der höchste Sieg der DDR-Nationalmannschaft und somit ein Rekord für die Ewigkeit.
Auch für den Frauenfußball besitzt das Karl-Liebknecht-Stadion einen besonderen Stellenwert. Am 9. Mai 1990 fand hier das einzige Frauen-Länderspiel der DDR-Geschichte statt. Mit den Erfolgen des 1. FFC Turbine Potsdam wurde das Babelsberger Stadion anschließend zu einer bedeutenden Spielstätte des europäischen Frauenfußballs. Höhepunkt war der Gewinn des Europapokals der Frauen im Jahr 2005, als Turbine Potsdam vor 8677 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion den europäischen Vereinstitel errang. Es folgten zahlreiche weitere internationale Begegnungen der UEFA Women's Champions League sowie DFB-Pokalspiele und Länderspiele der deutschen Frauen-Nationalmannschaft.
Der SV Babelsberg 03, der das Stadion seit dem Jahr 2003 per Pachtvertrag betreibt, sorgte im Karl-Liebknecht-Stadion immer wieder für besondere Fußballmomente – von Aufstiegen über den DFB-Pokal bis hin zu den Spielzeiten im Profifußball. Das Aufstiegsspiel des SV Babelsberg 03 am 9. Juni 2001 gegen Fortuna Düsseldorf in die 2. Bundesliga beispielsweise fand vor 14.700 Zuschauern statt. Das Stadion entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Ort, der weit über Potsdam hinaus für seine besondere Atmosphäre und seine engagierte Fankultur bekannt ist.
In den Jahren 2010 und 2011 erfolgte der Umbau des Stadions mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II des Bundes sowie der Landeshauptstadt Potsdam. Heute verfügt das Karl-Liebknecht-Stadion über eine Kapazität von rund 10.800 Plätzen. Eine Besonderheit des Stadions sind bis heute die klappbaren Flutlichtmasten. Sie wurden so konzipiert, dass die historischen Sichtachsen zum Flatowturm und zum Unesco-Welterbe Park Babelsberg erhalten bleiben. Diese technische Lösung gilt bundesweit als außergewöhnlich und prägt die unverwechselbare Silhouette des Stadions.