Pressemitteilung Nr. 306 vom 02.07.2026 Integrierte Schulentwicklungsplanung: Verwaltung stellt Lösungsansätze für die künftige Schulentwicklung vor

Zeppelin-Grundschule
© Landeshauptstadt Potsdam / Paul Hesse

Im Rahmen der Arbeitsgruppensitzung zur Integrierten Schulentwicklungsplanung (IKSEP) hat die Landeshauptstadt Potsdam Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverordnetenversammlung und des Staatlichen Schulamtes über den aktuellen Stand der Schulentwicklungsplanung informiert und gemeinsam über Lösungsansätze für die zukünftige Entwicklung der Potsdamer Schullandschaft diskutiert. Um die wohnortnahe Versorgung bei sinkenden Geburtenzahlen weiterhin abzusichern und das Schulnetz stabil zu halten, schlägt die Verwaltung die Reduzierung der Zügigkeiten in den Grundschulen vor. Um dagegen der steigenden Nachfrage in der Sekundarstufe I über das Jahr 2031 hinaus gerecht zu werden, müssen unter anderem an bestehenden Gymnasien vorübergehend zusätzliche Klassen eingerichtet werden.

Der Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Torsten Wiegel, sagt dazu: „Mit den vorgestellten Maßnahmen schaffen wir eine belastbare Grundlage für die Schulentwicklung der kommenden Jahre. Unser Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen auch künftig ein qualitativ hochwertiges und bedarfsgerechtes Bildungsangebot in Potsdam zu ermöglichen. Dabei setzen wir bewusst auf den Erhalt aller Schulstandorte und Schulformen, eine effiziente und flexible Nutzung vorhandener Kapazitäten sowie eine enge Abstimmung mit den Schulen, dem Staatlichen Schulamt, dem Ministerium und der Kommunalpolitik. Die heutige Sitzung hat gezeigt, dass wir diesen Weg gemeinsam gestalten und tragfähige Lösungen für die Herausforderungen der kommenden Jahre gemeinsam entwickeln.“

Die von der Verwaltung erarbeiteten Vorschläge sind das Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses mit den Schulen sowie den zuständigen Bildungsbehörden. Ziel ist es, die Schulentwicklungsplanung an die veränderten demografischen Entwicklungen anzupassen und gleichzeitig ein leistungsfähiges, bedarfsgerechtes und wohnortnahes Bildungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler in Potsdam sicherzustellen. Die vorgestellten Maßnahmen ermöglichen es, die prognostizierte Nachfrage sowohl im Primarbereich als auch in der Sekundarstufe I langfristig abzudecken. In der Sitzung wurden die Lösungsansätze gemeinsam mit Politik, Verwaltung und weiteren Beteiligten erörtert und fachlich diskutiert.

Vorschläge für die Grundschulen
Für die Grundschulen steht die Sicherung des wohnortnahen Standortnetzes im Mittelpunkt. Aufgrund sinkender Schülerzahlen sollen ab 2027 in zahlreichen Planungsräumen die Zügigkeiten angepasst werden. Die dadurch freiwerdenden räumlichen Kapazitäten sollen den Schulen zugutekommen und unter anderem für Teilungsunterricht, kleinere Lerngruppen oder Förderangebote genutzt werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Sprache“ an die Karl-Foerster-Schule zu verlagern. Weitere freie Kapazitäten sollen temporär zur Entlastung des Gymnasialbereichs genutzt werden. Zusätzliche Nachnutzungsmöglichkeiten werden derzeit geprüft.

Vorschläge für die weiterführenden Schulen
Ein zentrales Ziel der Schulentwicklungsplanung ist der Erhalt aller bestehenden Schulstandorte und Schulformen. Gleichzeitig soll die steigende Nachfrage in der Sekundarstufe I bis über das Jahr 2031 hinaus abgesichert werden. Dafür schlägt die Verwaltung unter anderem vor, an bestehenden Gymnasien vorübergehend zusätzliche Klassen einzurichten. Hierfür sollen freiwerdende Räumlichkeiten an Grundschulen mitgenutzt werden, wie zum Beispiel am Schulstandort Hannah-Arendt-Gymnasium/Zeppelin-Grundschule. Gleichzeitig sollen an Gesamtschulen vorhandene bauliche Kapazitäten ausgeschöpft und Zügigkeiten erhöht werden. Ein weiterer Baustein ist die Verlagerung der Sekundarstufe I der Theodor-Fontane-Oberschule an den Standort des Oberstufenzentrums I. Ziel ist es die Schulform Oberschule damit zu stärken und Synergien zwischen beiden Schulen zu nutzen. Zusätzlich können die vorhandenen Kapazitäten an der Jägerallee besser genutzt werden.

Perspektivisch ist zudem die Errichtung einer Universitätsschule als Schulzentrum am Standort Zum Teufelssee vorgesehen. Die als Versuchsschule angelegte Schule soll innovative Lehr- und Lernformen in enger Kooperation mit der Universität wissenschaftlich entwickeln, erproben und in die Schulpraxis übertragen. Darüber hinaus soll die Einrichtung weiterer Schulzentren im Planungszeitraum geprüft werden. Aus Sicht der Verwaltung stärkt die Bildung von Schulzentren für die Jahrgänge 1–13 die Attraktivität der Schulen und ermöglicht die gezielte Nutzung von Synergien benachbarter Schulstandorte, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche Nachfrageentwicklungen im Primar- als auch im Sekundarbereich. Auf einen Neubau an den Standorten Golm und Waldstadt Süd soll nach aktuellem Planungsstand verzichtet werden. Die Flächen werden jedoch für mögliche zukünftige Standortentscheidungen und Bedarfe gesichert.

Vorschläge für die Förderschulen
Auch im Bereich der Förderschulen sieht der Entwurf verschiedene Maßnahmen vor. Der Standort der Schule am Nuthetal soll erhalten bleiben. Gleichzeitig wird geprüft, ob der Standort künftig flexibel sowohl als Förder- oder Grundschulstandort genutzt werden kann. Der Förderschwerpunkt „Sprache“ soll an die Karl-Foerster-Schule verlagert werden. Darüber hinaus wird die Errichtung einer zweiten Förderschule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ geprüft. Als mögliche Standorte kommen freiwerdende Bestandsimmobilien der Stadt in Betracht.

Vorschläge für die Oberstufenzentren
Durch die Verlagerung der Sekundarstufe I der Theodor-Fontane-Oberschule an das Oberstufenzentrum I soll der Standort Jägerallee künftig besser ausgelastet und vorhandene Flächen effizient genutzt werden. Gleichzeitig bietet die Verlagerung Vorteile durch eine bessere Verzahnung von allgemeiner und beruflicher Bildung, gestärkte Berufsorientierung und die Nutzung gemeinsamer Ressourcen.

Die Landeshauptstadt Potsdam wird die vorgestellten Maßnahmen in den kommenden Monaten weiter konkretisieren und gemeinsam mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren beraten. Ziel bleibt eine nachhaltige, bedarfsgerechte und zukunftsfähige Schulentwicklungsplanung, die sowohl den pädagogischen Anforderungen als auch den demografischen Entwicklungen der wachsenden Stadt gerecht wird. Der Entwurf der Integrierten Schulentwicklungsplanung soll Ende des dritten Quartals 2026 in die politischen Gremien eingebracht werden. Der Beschluss ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

 

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