Die Planungen für den neuen Universitätscampus auf dem Brauhausberg stoßen auf große Resonanz: Bei der heutigen Veranstaltung informierten sich etwa 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger im kürzlich eröffneten Langen Stall im Kreativ Quartier über den aktuellen Stand des Projektes. Bei der zweistündigen Informationsveranstaltung präsentierten Vertreterinnen und Vertreter der Landeshauptstadt Potsdam sowie die Projektbeteiligten die Ergebnisse des städtebaulichen Qualifizierungsverfahrens. Ein zentraler Punkt war darüber hinaus der Vorentwurf des Bebauungsplans für den zukünftigen Universitätscampus auf dem Brauhausberg.
Die Oberbürgermeisterin und der Kanzler der Universität Potsdam heben die Bedeutsamkeit des Vorhabens für die Landeshauptstadt Potsdam sowie die Chancen eines modernen und qualitätsvollen Lern- und Arbeitsorts hervor. „Das große Interesse zeigt, wie wichtig den Potsdamerinnen und Potsdamern eine nachhaltige und durchdachte Entwicklung des Brauhausbergs ist. In einer beeindruckenden Geschwindigkeit nimmt das Vorhaben Konturen an. Gleichzeitig beweist die Arbeit an diesem wichtigen Vorhaben, dass sich Geschwindigkeit, hochprofessionelle Fachplanung und Transparenz nicht ausschließen“, sagt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel.
Dr. Herbert Heitmann, Sprecher der Hasso Plattner Foundation, ergänzt: „Wir sind heute einen entscheidenden Schritt weiter. Die Vorzugsvariante ist das Ergebnis eines effektiven Werkstattverfahrens und schafft die Voraussetzung dafür, dass dann auch das HPI in Potsdam die Forschungs- und Lehrkapazitäten ausbauen kann, die Europa für seine digitale Souveränität braucht. Der Brauhausberg wird zu einem modernen Universitätscampus im Zentrum und damit zu einer weiteren Bereicherung der Stadt und des Stadtbilds."
Hendrik Woithe, Kanzler der Universität Potsdam, betont: „Der Mehrwert des vereinbarten Projekts liegt für die Universität Potsdam auf der Hand: Auf dem neuen Campus sollen optimale Voraussetzungen geschaffen werden für innovative Lehr- und Lernformate, die den Anforderungen einer sich wandelnden Wissensgesellschaft gerecht werden. Multifunktional ausgestattete Vorlesungssäle, moderne Praxislabore und flexibel nutzbare Gruppenräume unterstützen Studierende dabei, Kompetenzen für die Herausforderungen von morgen zu erwerben. Eine enge Vernetzung unterschiedlicher Fachbereiche und Service-Einrichtungen fördern den interdisziplinären Austausch und erhöhen die Attraktivität der Universität als Arbeitgeberin und als Forschungseinrichtung.“
Zentrale Themen im Überblick
Städtebau
Inhaltlich führte das Architekturbüro Hilmer Sattler Architekten zur Entwicklung der städtebaulichen Figur und deren Weiterentwicklung von den ersten Varianten aus. Zwischen der öffentlichen Beteiligungsveranstaltung vom 29. Januar 2026 über zwei Planungswerkstätten im Februar und April bis zur nun ausgearbeiteten Vorzugsvariante veränderten und konkretisierten sich die Entwürfe der städtebaulichen Entwürfe: Mit der Vorzugsvariante F setzte sich in der zweiten Werkstatt der Entwurf eindeutig durch, der die vorgesehenen Bauten mit den entstehenden Freiräumen gewinnbringend miteinander verknüpft. Der Entwurf überzeugt insbesondere durch seine besondere städtebauliche Qualität in Verbindung mit der Integration des denkmalgeschützten Bestandsgebäudes, funktionalen Zusammenhängen und eines vergleichsweise geringen Versiegelungsgrades.
Freiraumgestaltung
Die zweite inhaltliche Präsentation zum Werkstattverfahren zeigte die Überlegungen der Freiraumplanung des Planungsbüros Planstatt Senner. Dabei wurde der Ansatz eines grünen Campus, der sich auf den Umgang mit der bestehenden Naturstruktur konzentriert, gewählt. Die frühzeitige Einbindung der freiräumlichen Perspektive führte bereits während der Erarbeitung zu einem größeren Baumerhalt. Unter anderem dadurch entstehen Aufenthaltsqualitäten, die sich als naturnahe Lern- und Aufenthaltsräume auszeichnen. Weitere Bedeutung erfährt die Perspektive des Neubaus hin zur Havellandschaft. Bedeutsam sind die Themen Regenwasserversickerung und Sicherung der gegebenen Trinkwasserneubildungsrate als wichtige Voraussetzungen durch die Lage des Standortes im Trinkwasserschutzgebiet. Ein kaskadierendes System aus naturnaher Versickerung und technisch-konstruktiven Lösungen sieht die Wasserrückhaltung und Stärkung der Bodenversickerung vor.
Mobilität
Die Planungen für das Mobilitäts- und Erschließungskonzept befinden sich aktuell noch in der Finalisierung, jedoch konnten Kernerkenntnisse der Untersuchung bereits durch die Verkehrsplaner der W&K Ingenieurgesellschaft vorgestellt werden. Die Nutzung des Universitätscampus zeichnet sich durch ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten aus. Der Hauptweg für die Fußgänger soll daher vom Hauptbahnhof über eine Zuwegung im Bereich der bestehenden Treppenanlage südlich des Kunsthauses MINSK zum Campusgelände führen. Die Hauptanbindung für den Fahrrad- und PKW-Verkehr soll über die instandgesetzte Brücke Am Havelblick erfolgen. Bereits in den Freiraumplanungen wurden gute Lösungsansätze zur Unterbringung von überdachten Fahrradstellplätzen erarbeitet. Eine Busanbindung sowie ein barrierefrei ausgebauter Weg zum Campus von der Albert-Einstein-Straße soll dabei ebenfalls hergestellt werden. Weitere Busanbindungen sind an der Straße am Brauhausberg auf Höhe der Brücke vorgesehen, um einen Zugang zum Campus über die bestehende Treppe der Brücke zu ermöglichen.
Frühzeitige Beteiligung im Bebauungsplanverfahren
Seit dem 2. Juni 2026 läuft die frühzeitige Beteiligung zum Bebauungsplan Nr. 188 „Universitätscampus Brauhausberg“ sowie zur Änderung des Flächennutzungsplans im entsprechenden Teilbereich, als „Sonderbaufläche für Hochschule und Forschung“. Beide Verfahren sind notwendig, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des neuen Universitätscampus zu schaffen. Der Fachbereich Stadtplanung der Landeshauptstadt Potsdam informierte über den Verfahrensstand und die Möglichkeiten zur öffentlichen Beteiligung.
Der Vorentwurf des Bebauungsplans zeigt den Anlass der Planung und die Planungsziele deutlich auf. Er nimmt die städtebauliche Figur des finalen Entwurfs aus dem Qualifizierungsverfahren auf und trifft Regelungen zu den später zugelassenen Nutzungen, zur Bauweise und den Ausmaßen der Gebäudekörper in Breite und Höhe sowie zu umweltrelevanten Themen. Mit der Ausweisung des campusumschließenden Waldparks soll der Charakter des Waldes gesichert und gleichzeitig eine naturnahe Aufenthaltsqualität geschaffen werden.
Für alle Bürgerinnen und Bürger, die nicht persönlich an der Veranstaltung teilnehmen konnten oder weitere Anregungen formulieren möchten, geht der Beteiligungsprozess digital weiter. Noch bis zum 30. Juni 2026 besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung aktiv über das Planungsportal DiPlanung einzubringen:
https://bb.beteiligung.diplanung.de/verfahren/bebauungsplan-nr-188/public/detail.
Begleitend und nachfolgend zur Veranstaltung werden die Planungsergebnisse sowie die Bauleitplanvorentwürfe in einer Ausstellung präsentiert. Sie ist bis zum 20. Juni 2026 im Langen Stall (Kreativ Quartier) zu besichtigen, vom 23. bis zum 30. Juni 2026 dann in der Stadt- und Landesbibliothek, Am Kanal 47.
Weiterführende Informationen zu den bisherigen Etappen im Planungsprozess des Universitätscampus Brauhausberg finden sich online unter mitgestalten.potsdam.de/brauhausberg.