Pressemitteilung Nr. 270 vom 16.06.2026 Gedenken an die Opfer des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 und Sonderführung in der Gedenkstätte Lindenstraße

Gedenkstätte Lindenstraße,
© Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
Gedenkstätte Lindenstraße, Foto: Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße

Die Landeshauptstadt Potsdam und die Landesregierung Brandenburg erinnern mit dem Landtag, der Aufarbeitungsbeauftragten sowie der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße am kommenden Mittwoch an den 73. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR.  Am 17. Juni 1953 demonstrierten mehr als eine Million Menschen in über 700 Kommunen für demokratische Rechte, so auch in Potsdam. Das sowjetische Militär schlug den Aufstand mithilfe der Volkspolizei blutig nieder.

Die Feierstunde im Landtag Brandenburg beginnt um 10 Uhr vor Eintritt in die Tagesordnung zur Plenarsitzung. Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke eröffnet die Veranstaltung mit einer Rede. Bürgermeister Burkhard Exner wird in Vertretung der Oberbürgermeisterin für die Landeshauptstadt Potsdam teilnehmen.

„Der 17. Juni 1953 gehört zu den wichtigsten Ereignissen unserer jüngeren deutschen Geschichte. Auch in Potsdam gingen Menschen mutig für ihre Rechte, für politische Teilhabe und gegen Unterdrückung auf die Straße.“, sagt Bürgermeister Burkhard Exner. „Viele zahlten dafür einen hohen Preis. Ihr Einsatz verpflichtet uns bis heute, demokratische Werte zu schützen, Freiheit zu verteidigen und jeder Form von Unrecht entschieden entgegenzutreten.“

Mit einer Kranzniederlegung wird um 14 Uhr im Hof der Gedenkstätte Lindenstraße den Opfern des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 gedacht. Der Dezernent Zentrale Verwaltung, Dieter Jetschmanegg, nimmt für Landeshauptstadt Potsdam an der Gedenkveranstaltung teil.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung bietet die Gedenkstätte Lindenstraße um 14:30 Uhr eine Sonderführung mit Schwerpunkt auf die Ereignisse um den 17. Juni 1953. Der Eintritt zur Führung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter info@gedenkstaette-lindenstrasse.de.

Am 17. Juni 1953 kam es in mehr als 700 Orten in der DDR zu Streiks, Kundgebungen und der Erstürmung von SED- und Polizeigebäuden. Etwa eine Million Menschen schlossen sich den Protesten für bessere Lebensbedingungen, Demokratie und Freiheit an; so auch in Brandenburg. In Potsdam, Rathenow, Brandenburg an der Havel, Oranienburg, Hennigsdorf und Velten gingen Menschen auf die Straße und boten dem SED-Regime die Stirn. Sowjetisches Militär und DDR-Volkspolizei schlugen den Aufstand blutig nieder. Mehr als 50 Menschen starben. Etwa 15.000 Männer und Frauen kamen im Zusammenhang mit dem Aufstand in Haft. Zahlreiche Menschen wurden auch in die MfS-Haftanstalt Lindenstraße 54 eingesperrt.