Mit der Finissage der Ausstellung „PNEUMA, Baby! – Fragile Konstrukte 1“ im soziokulturellen Zentrum Neubad in Luzern endet die diesjährige Städtepartnerschaftsresidenz der Landeshauptstadt Potsdam in der Schweizer Partnerstadt. Seit Anfang April forschte und arbeitete die Potsdamer Bildende Künstlerin, Drehbuchautorin und Dramaturgin Jenny Alten in Zusammenarbeit mit Udo Koloska im Rahmen des Residenzprogramms in einem soziokulturellen Zentrum in Luzern in der Schweiz.
Die Städtepartnerschaftsresidenz zwischen Potsdam und Luzern bot Jenny Alten als ausgewählter Stipendiatin die Gelegenheit, in Luzern neue Perspektiven zu gewinnen, ihre künstlerische Praxis weiterzuentwickeln und internationale Netzwerke zu knüpfen. Die Weiterentwicklung des Projekts in Luzern führte zur Kollaboration mit dem Künstler Udo Koloska. Durch Field Recordings und elektronische Soundscapes setzt sich der Künstler in einer anderen Praxisform ebenso mit Begriffen wie Chaos, Verbindungen, Gemeinschaft, Zerbrechlichkeit und Autonomie auseinander. Die Ergebnisse der ortsspezifischen Arbeiten der beiden Potsdamer Kunstschaffenden sind seit dem 10. Mai in der Ausstellung „PNEUMA, Baby! – Fragile Konstrukte 1“ im Neubad zu sehen.
Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, sagt: „Das Residenzprogramm zwischen Potsdam und Luzern soll die kulturelle Zusammenarbeit der Partnerstädte vertiefen, den internationalen Austausch stärken und eine Plattform schaffen, auf der Kunst und Kreativität neue Formen des Dialogs und der Kooperation entwickeln können. Kultureller Austausch schafft Verständigung, öffnet Perspektiven und stärkt die Beziehungen zwischen Städten über Ländergrenzen. Wir sind als Stadt sehr froh darüber, dass wird der Stipendiatin Jenny Alten diese internationale Residenz ermöglichen konnten und freuen uns schon sehr auf die vor Ort gesammelten Impulse, die sie mit nach Potsdam bringt.“
In ihren Installationen baut Jenny Alten mit Flüssigkeiten, Schläuchen und Pumpen Systeme, um Prozesse sichtbar zu machen, die sich ihrer vollständigen Kontrolle entziehen. „Mich interessiert, diesen Punkt zu erreichen, wo ich es nicht mehr kontrollieren kann. Ich finde, dass dieses Unbeständige etwas an sich hat, dass man toleranter gegenüber Fragilität und Unvorhergesehenem wird“, beschreibt die Künstlerin ihre Arbeit. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind häufig biografische Bezüge, von denen aus sie Fragen nach Autonomie und Abhängigkeit, Fürsorge, Infrastruktur und kollektiver Agency untersucht.
Udo Koloska arbeitet mit Tonaufnahmen aus dem urbanen Luzern und lässt abstrakte Klangfelder und Rhythmen entstehen. Die Klanginstallation provoziert Fragen nach der Ontologie der Objekte wie auch nach den Grenzen unseres Wahrnehmens.
Das familienfreundlich ausgerichtete Residenzprogramm der beiden Partnerstädte ermöglichte es dem Künstlerpaar Alten/Koloska, die künstlerische Arbeit in Luzern mit der Kinderbetreuung in Potsdam zu vereinbaren. Dadurch konnten sowohl die Weiterentwicklung des Projekts als auch die Teilnahme beider Kunstschaffenden an der Residenz realisiert werden.
Zur Abschlussveranstaltung mit Führung der Potsdamer Kunstschaffenden durch die Ausstellung im Neubad reisten auch Vertreterinnen und Vertreter der Landeshauptstadt Potsdam nach Luzern. Eine öffentliche Präsentation der im Rahmen der Residenz entstandenen Arbeiten von Jenny Alten ist auch in Potsdam geplant.