Die Landeshauptstadt Potsdam hat ihren neuen Lokalen Teilhabeplan 3.0 vorgestellt. Mit insgesamt 85 konkreten Maßnahmen bildet er den strategischen Rahmen, um Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe in Potsdam weiter auszubauen und Barrieren in allen Lebensbereichen systematisch abzubauen.
Der Teilhabeplan versteht Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe und richtet sich an Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Stadtgesellschaft gleichermaßen. Grundlage sind die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention sowie das Ziel einer barrierefreien und diskriminierungsfreien Stadtentwicklung.
Die Oberbürgermeisterin Noosha Aubel erklärt: „Eine inklusive Stadt entsteht nicht von selbst – sie muss bewusst gestaltet werden. Barrierefreiheit und gleichberechtigte Teilhabe sind keine Zusatzaufgaben, sondern Kern unseres Verwaltungshandelns. Mit dem Lokalen Teilhabeplan schaffen wir konkrete Strukturen, um Barrieren abzubauen und Teilhabe in allen Bereichen des städtischen Lebens mitzudenken. Davon profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern alle Menschen in unserer Stadt.“
Dr. Tina Denninger, Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Landeshauptstadt Potsdam, erklärt: „Inklusion ist kein Zusatzthema und keine freiwillige Leistung. Sie ist ein Menschenrecht und eine Kernaufgabe kommunaler Entwicklung. Der Teilhabeplan schafft deshalb einen verbindlichen Rahmen mit konkreten Maßnahmen, Zuständigkeiten und Monitoringstrukturen.“
Erarbeitet wurde der Plan in einem umfangreichen Beteiligungsprozess. In Arbeitsgruppen wirkten Menschen mit Behinderung, Selbstvertretungen, Verwaltung, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit und brachten ihre Perspektiven und Erfahrungen ein.
Zu den geplanten Maßnahmen gehören unter anderem der Ausbau barrierefreier Infrastruktur, die Weiterentwicklung verständlicher und digital zugänglicher Informationsangebote, die Stärkung inklusiver Beschäftigungsstrukturen, inklusive Kultur- und Freizeitangebote sowie niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Auch Sensibilisierung und Fortbildung innerhalb der Verwaltung sollen weiter gestärkt werden.
Ein besonderes Merkmal des Lokalen Teilhabeplans ist seine fortlaufende Weiterentwicklung. Anders als klassische Aktionspläne mit festen Laufzeiten soll der Plan regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden. Über ein konstantes Monitoring werden Umsetzungsstände transparent gemacht, Maßnahmen angepasst und neue Bedarfe aufgenommen.
„Der Teilhabeplan ist kein statisches Papier, sondern ein lernendes Instrument inklusiver Stadtentwicklung“, erläutert Tina Denninger. „Entscheidend wird sein, dass Inklusion dauerhaft mitgedacht, ressortübergreifend umgesetzt und gemeinsam weiterentwickelt wird.“
In Potsdam leben aktuell rund 25.500 Menschen mit anerkannter Behinderung. Gleichzeitig kommen Maßnahmen zur Barrierefreiheit vielen weiteren Menschen zugute – etwa älteren Menschen, Familien mit Kinderwagen oder Personen mit temporären Einschränkungen.
Der Lokale Teilhabeplan wird am 1. Juli in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt und zuvor in verschiedenen Ausschüssen beraten.