Pressemitteilung Nr. 220 vom 21.05.2026 Konzert und Lesung der Städtischen Musikschule setzen Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz

Schülerinnen und Schüler erinnern am 22. Mai im Potsdam Museum an die Bücherverbrennungen von 1933
Jahrestag der Bücherverbrennung in Potsdam,
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Jahrestag der Bücherverbrennung in Potsdam

Im Gedenken an die Bücherverbrennungen des Jahres 1933 veranstaltet die Städtische Musikschule Potsdam gemeinsam mit dem Potsdam Museum, der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam sowie der Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Potsdam am Donnerstag, 22. Mai um 18 Uhr ein Konzert und eine Lesung für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz. Die Veranstaltung findet im Veranstaltungssaal des Potsdam Museums statt. Der Eintritt ist frei. Interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer sind herzlich eingeladen.

Schülerinnen und Schüler der Städtischen Musikschule interpretieren im Rahmen des Konzerts verfemte Musik und lesen aus literarischen Werken, die 1933 verbrannt wurden. Auf dem Programm stehen unter anderem Kammermusikwerke von Komponisten wie Felix Mendelsohn-Bartholdy, Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Kurt Weill, Hanns Eisler für unterschiedliche Besetzungen mit Klavier, Querflöte, Violoncello, Saxophon und Gesang. Zwischen den Musikbeiträgen lesen Schülerinnen und Schülern der Musikschule aus literarischen Werken von Erich Kästner, Berthold Brecht, Mascha Kaléko und Joachim Ringelnatz.

Am 10. Mai 1933 organisierten Studentenvereinigungen mit nationalsozialistischer Gesinnung auf dem Berliner Bebelplatz sowie in 21 weiteren Universitätsstädten die Verbrennung von Werken verfemter Autorinnen und Autoren. Im Verlauf des Jahres folgten deutschlandweit zahlreiche weitere Verbrennungsaktionen – darunter auch am 22. Mai 1933 in Potsdam sowie am 24. Juni 1933 am heutigen Bahnhof Medienstadt Babelsberg.

Die Bücherverbrennungen markierten einen wesentlichen Schritt der systematischen Verfolgung jüdischer, marxistischer, pazifistischer und politisch unliebsamer Schriftsteller durch die Nationalsozialisten.