Pressemitteilung Nr. 182 vom 28.04.2026 Erste Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung bis 2031 in Potsdam vorgestellt

Ziel ist eine verlässliche, zukunftsfähige und wohnortnahe Bildungsinfrastruktur, die allen Schülerinnen und Schülern bestmögliche Lernbedingungen bietet.
Anmeldung der Schulanfänger.
© LHP/Frank Daenzer
Anmeldung der Schulanfänger. Foto: LHP/Frank Daenzer

Die Arbeitsgruppe zur Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplanung (IKSEP) hat heute den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen, des Staatlichen Schulamtes sowie der Fraktionen die ersten Ergebnisse der Schulentwicklungsplanung für die Landeshauptstadt Potsdam vorgestellt. Grundlage der aktuellen Analysen ist die neue Bevölkerungsprognose für den Zeitraum 2025 bis 2040. Daraus ergeben sich differenzierte Prognosen für die Primarstufe, die Sekundarstufen I und II, die Förderschulen sowie die Berufsschulen und Oberstufenzentren. 

Der Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Torsten Wiegel, sagt: „Die aktuellen Prognosen zeigen deutlich, dass wir unsere Schulentwicklungsplanung noch stärker flexibilisieren müssen. Während wir in einigen Bereichen weiter wachsen, entstehen andernorts neue Spielräume. Entscheidend ist jetzt, diese Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige Lösungen zu entwickeln. Unser Ziel ist eine verlässliche, zukunftsfähige und wohnortnahe Bildungsinfrastruktur, die allen Schülerinnen und Schülern bestmögliche Lernbedingungen bietet.“

Die Fortschreibung der Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplanung betrachtet den Planungszeitraum von 2026 bis 2031, berücksichtigt jedoch für strategische und langfristige Entscheidungen auch die Entwicklungen bis zum Jahr 2040. Die Auswertung zeigt, dass sich die Schülerzahlen in den kommenden Jahren je nach Altersgruppe und Planungsraum unterschiedlich entwickeln werden.

Im aktuellen Schuljahr gibt es 11.532 Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe in Potsdam. Mit der Eröffnung der Grundschule in Krampnitz zum kommenden Schuljahr stehen im Stadtgebiet insgesamt 27 öffentliche Grundschulen und Primarstufen weiterführender Schulen sowie elf in freier Trägerschaft zur Verfügung. Das Ziel der Schulplanung ist es, die wohnortnahe Versorgung mit dem bestehenden Grundschulnetz zu erhalten. Aufgrund des prognostizierten Rückgangs der Schülerzahlen ab 2027 müssen jedoch insbesondere in den Planungsräumen mit hohen Grundschulkapazitäten Zügigkeiten reduziert werden. Dies gilt beispielsweise für den Planungsraum Bornim, Bornstedt mit vier Grundschulen und derzeit zwölf Zügen und für den Planungsraum Innenstadt mit drei Grundschulen und derzeit acht Zügen. Demgegenüber steht die Entwicklung der Schülerzahlen in den Planungsräumen Stern, Drewitz und Kirchsteigfeld. Hier bleiben die Grundschulkapazitäten stabil bei zwei bis drei Zügen je Schule. Zum Ende des Planungszeitraums werden sich die Schülerzahlen in der Primarstufe stabilisieren und anschließend wieder leicht steigen. 

Mit den sinkenden Schülerzahlen ist gleichermaßen auch eine geringere Nachfrage nach Hortplätzen zu erwarten. Dies bietet die Chance die Verzahnung von Schule und Hort mit veränderten Raumnutzungsstrategien zu fördern und Horteinrichtungen mehr Fläche zur alleinigen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Gleichwohl könnte für Schulen punktuell eine Entlastung herbeigeführt werden, deren Schulanschlussbetreuung bislang über mehrere Hortversorger realisiert wurde. 

In der Sekundarstufe I und II in Potsdam lernen derzeit 12.704 Schülerinnen und Schüler an drei Oberschulen, zwölf Gesamtschulen und 13 Gymnasien, davon acht Schulen in freier Trägerschaft. Für die Entwicklung der Schülerzahlen in der Sekundarstufe spielen neben der Bevölkerungsprognose auch Annahmen zum Anwahl- und Einpendelverhalten eine entscheidende Rolle. Im Unterschied zur Primarstufe wird für die Sekundarstufe bis zum Jahr 2030 ein deutlicher Anstieg der Schülerzahlen prognostiziert. Dies führt zu einer stärkeren Auslastung bestehender Schulstandorte, wobei die Entwicklung je nach Schulform unterschiedlich ausfällt. Hierzu bedarf es intensiver Gespräche mit den Schulleitungen, um gemeinsam Lösungen für diesen Zeitraum zu entwickeln. Ab dem Jahr 2034 wird dann ein deutlicher Rückgang erwartet. Diese Entwicklung wird ein Schwerpunkt der darauffolgenden Fortschreibung des IKSEP ab 2031, ist aber auch für aktuelle Standortentscheidungen von besonderer Bedeutung.

In Potsdam gibt es insgesamt fünf Förderschulen, davon vier in öffentlicher und eine in freier Trägerschaft. Insgesamt werden hier rund 820 Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfen von der 1. bis zur 10. Jahrgangsstufe aus Potsdam aber auch aus dem Umland unterrichtet. Aufgrund begrenzter Kapazitäten bleiben nach jetzigen Planungen die Schülerzahlen an den Förderschulen weitgehend konstant. In der Folge ist eine verstärkte Integration von Schülerinnen und Schülern in das Regelschulsystem zu beobachten. Vor dem Hintergrund steigender sonderpädagogischer Förderbedarfe wird derzeit geprüft, inwieweit Kapazitäten ausgebaut oder verlagert werden können. Hierfür könnten die freiwerdenden Kapazitäten vor allem in Kitas und Grundschulen dienen. 

Die drei Oberstufenzentren im Potsdamer Stadtgebiet verzeichnen aktuell rund 3.870 Berufsschülerinnen und -schüler. Nach einem Rückgang der Schülerzahlen an den Oberstufenzentren bis zum Schuljahr 2020/21 haben sich die Schülerzahlen in den vergangenen fünf Jahren wieder stabilisiert. Diese Zeit war vor allem durch die Verlagerung einzelner Ausbildungsgänge, wie beispielsweise der Handelsberufe zum OSZ II, gekennzeichnet. Allerdings sind weiterhin nicht alle Standorte vollständig ausgelastet, sodass teilweise freie Kapazitäten bestehen, die ebenfalls für alternative Nutzungen in Betracht gezogen werden können.

Auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse werden nun vertiefende Gespräche innerhalb der Verwaltung sowie mit Schulleitungen, dem Staatlichen Schulamt, dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS) und weiteren Akteuren geführt. Ziel ist es, gemeinsam tragfähige Lösungen für die zukünftige Schulentwicklung zu erarbeiten.

Die Fortschreibung der Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplanung bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung der Kita- und Schulinfrastruktur in der Landeshauptstadt Potsdam und soll im Herbst dieses Jahres der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.