Pressemitteilung Nr. 125 vom 25.03.2026 Bauturbo zeigt Wirkung: Potsdam zieht erste Bilanz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus

Seit Inkrafttreten wurden 86 neue Wohnungen genehmigt // Weiteres Potenzial für bis zu 3.000 Einheiten
Nikolaikirche Potsdam auf dem Alten Markt
© Landeshauptstadt Potsdam/Robert Schnabel

Im heutigen Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und ländliche Entwicklung berichtet die Landeshauptstadt Potsdam zum aktuellen Stand der Umsetzung des sogenannten „Bauturbo“ in Potsdam. Nachdem am 30. Oktober 2025 das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung in Kraft trat, hatte die Landeshauptstadt im Dezember 2025 einen Grundsatzbeschluss gefasst, um dem Bauturbo in Potsdam einen Rahmen zu geben. Ziel der Novelle ist es, Genehmigungsverfahren im Wohnungsbau deutlich zu beschleunigen und dringend benötigten Wohnraum schneller zu schaffen.

„Die Bilanz zum Bauturbo ist ermutigend. Wir sehen, dass beschleunigte Verfahren in Potsdam funktionieren können. Das ist ein wichtiges Signal für unsere Stadt, denn wir brauchen schneller mehr bezahlbaren Wohnraum. Das Ziel ist klar: Wir wollen Genehmigungen beschleunigen –, ohne die städtebauliche Qualität, die Bürgerbeteiligung und die langfristige Entwicklung unserer Stadt aus dem Blick zu verlieren“´, sagt Oberbürgermeisterin Noosha Aubel. 

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Bauen, Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt betont: „Potsdam benötigt dringend Wohnraum. Die derzeit in Vorabstimmungen behandelten Flächen bieten ein Potenzial von etwa 2.000 bis 3.000 Wohnungen. Für Teile davon können mithilfe des Bauturbos die Genehmigungsprozesse deutlich verkürzt werden.“

Seit Inkrafttreten des Gesetzes wurden 14 Vorhaben positiv beschieden, während 23 Anträge abgelehnt wurden. Durch die genehmigten Projekte können insgesamt 86 neue Wohnungen entstehen. Die Bandbreite der Vorhaben ist groß: Sie reicht vom Umbau bestehender Gebäude zur Schaffung einer größeren Wohnfläche und Teilung von Wohnungen im Campus Jungfernsee über Veränderung der Anteile für Wohnungsbau in einem Mischgebiet in Groß Glienicke bis hin zum Bau von etwa 30 neuen Wohnungen auf brachliegenden Flächen an der Berliner Straße.

Abgelehnt wurden unter anderem Projekte an der Berliner Straße, die potenziell die Entwicklung des Ernst-von-Bergmann-Klinikums beeinträchtigen könnten, sowie ein Vorhaben für Mikro-Appartements auf Gewerbeflächen am Jungfernsee.

Die Landeshauptstadt Potsdam ruft Investoren dazu auf, ihre Projekte frühzeitig in Vorberatungen einzubringen. Dieses Angebot wird bereits intensiv genutzt. Parallel wird in laufenden Bebauungsplanverfahren geprüft, ob Genehmigungen für Wohnungsbau bereits vor Abschluss der Verfahren erteilt werden können.

So könnten beispielsweise im Kirchsteigfeld in einem ersten Bauabschnitt bereits vor Fertigstellung der Südanbindung etwa 400 bis 500 Wohnungen entstehen, am Horstweg bis zu 600 Wohnungen. Auf einer Fläche zwischen Kirschallee und Habichtweg, die im laufenden Rahmenplanverfahren Bornim-Bornstedt für Wohnungsbau vorgesehen ist, besteht Potenzial für bis zu 400 weitere Wohnungen.

Eine wichtige Grundlage für beschleunigte Verfahren bilden die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Rahmenpläne für Stadt- und Ortsteile. Wenn diese Grundlage mit Bürgerbeteiligung und Beschluss der Stadtverordnetenversammlung erstellt wurde, können Bauvorhaben auch ohne Bebauungsplan schneller genehmigt werden. Gleichzeitig sind Vorhabenträger gefordert, eigenständig Planungsaspekte zu klären, die sonst Teil eines Bebauungsplanverfahrens wären.

Im Ausschuss wurde zudem ein Ausblick auf mögliche Anpassungen des Grundsatzbeschlusses gegeben. So ist vorgesehen, künftig bei kleineren Vorhaben mit weniger als 450 Quadratmeter Wohnfläche auf den Abschluss städtebaulicher Verträge zu verzichten, um sowohl für Antragstellende als auch für die Verwaltung den Aufwand zu reduzieren.