Pressemitteilung Nr. 107 vom 12.03.2026 Amphibienwanderung beginnt: Rücksicht entlang der Wanderstrecken gefragt

Amphibienwanderung
© NABU/Johannes Müller

Seit den ersten milderen und feuchten Nächten des Spätwinters ist auch in Potsdam wieder ein besonderes Naturschauspiel zu beobachten: Frösche, Kröten und Molche machen sich auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern.

Um die Tiere in dieser sensiblen Zeit zu schützen, hat die Landeshauptstadt Potsdam an bekannten Wanderstrecken Hinweisschilder mit dem Zusatz „Amphibienwanderung“ aufgestellt. Die Schilder machen darauf aufmerksam, dass insbesondere in den Abend- und Nachtstunden mit querenden Tieren zu rechnen ist. Dabei sollten Verkehrsteilnehmer folgendes beachten:

  • Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit in den gekennzeichneten Bereichen.
  • Seien Sie besonders bei feuchtem Wetter aufmerksam.
  • Achten Sie auf Personen, die entlang der Straße Amphibienschutzzäune betreuen oder Tiere sichern.
  • Schon eine angepasste Geschwindigkeit kann entscheidend sein. Amphibien werden nicht nur durch Überrollen gefährdet – selbst bei höherer Geschwindigkeit kann der entstehende Luft- und Druckstoß zu tödlichen Verletzungen führen.

Amphibien spielen eine wichtige Rolle im Ökosystemen: Sie regulieren Insektenbestände und sind selbst Teil komplexer Nahrungsketten. Ihre Bestände sind jedoch seit Jahren rückläufig – Lebensraumverlust, Klimaveränderungen und der Straßenverkehr setzen ihnen stark zu. Die Wanderung zu den Laichgewässern ist für die Tiere eine existenzielle Reise. Viele von ihnen sind nur wenige Zentimeter groß – doch sie legen jedes Jahr erstaunliche Strecken zurück. Dabei überqueren sie Straßen, Wege und Zufahrten, was für die Tiere sehr riskant ist.

Zur Unterstützung der Amphibien sind in den kommenden Wochen wieder ehrenamtliche Helferinnen und Helfer im Einsatz. Sie errichten Schutzzäune, kontrollieren diese in den frühen Morgen- und Abendstunden oder tragen die Tiere sicher über die Straße. Dieser Einsatz erfolgt häufig bei Kälte, Dunkelheit und Regen. Eine vorausschauende und angepasste Fahrweise schützt nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen, die sich für ihren Erhalt einsetzen.