Pressemitteilung Nr. 83 vom 26.02.2026 Ausstellung „Theo von Brockhusen. Farbe im Licht“ noch bis zum 22. März im Potsdam Museum zu sehen

Frank Herrmann zu Besuch in der Brockhusen-Ausstellung
© Potsdam Museum/Susanne Städler

Noch bis zum 22. März präsentiert das Potsdam Museum die Sonderausstellung „Theo von Brockhusen. Farbe im Licht“, die sehr große Aufmerksamkeit erfährt und zu den großen Publikumserfolgen des Museums zählen wird. „Dass die Ausstellung in Potsdam und Brandenburg ebenso wie über die Region hinaus auf so großes Interesse stößt, freut uns sehr“, betont Torsten Wiegel, Beigeordneter für Bildung, Kultur, Jugend und Sport der Landeshauptstadt Potsdam.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Werk von Theo von Brockhusen. Erstmals seit über 30 Jahren konnte eine umfassende Retrospektive des Künstlers realisiert werden. Über 41 Werke aus musealen und privaten Sammlungen veranschaulichen Brockhusens Entwicklung vom Impressionismus zum Expressionismus. Ergänzt durch Arbeiten bedeutender Zeitgenossen eröffnet die Schau zugleich einen Blick auf die Entwicklung des deutschen Impressionismus in Berlin und Brandenburg.

Das künstlerische Schaffen Theo von Brockhusen war eng mit der Havellandschaft verbunden. Besonders Baumgartenbrück am Schwielowsee nahm dabei eine zentrale Rolle ein. Hier fand der Landschaftsmaler zwischen 1906 und 1915 ideale Bedingungen für sein Freilichtatelier – geprägt von Wasser, weitem Himmel und den charakteristischen „Farben im Licht“.

Ein besonderer Moment der Ausstellung war deshalb der Besuch der Familie Herrmann aus Baumgartenbrück, deren Traditionshaus einst ein wichtiger Treffpunkt für Kunstschaffende war und noch heute als Ferienunterkunft Gäste empfängt. „Bereits in 6. Generation betreibt die Familie Herrmann das ehemalige Brückenwärterhaus Baumgartenbrück, welches zum Ort Geltow gehört. Um 1900 entdeckten viele Künstlerinnen und Künstler die Naturidylle als Inspirationsquelle für ihre Bildmotive. Agnes Herrmann war neben ihrer Tätigkeit als Gastwirtin sehr kunstsinnig und unterstützte junge Talente mit günstigen Unterkünften, gutem Essen und schuf so eine passende Atmosphäre zum Arbeiten vor Ort“, erklärt Thomas Steller, Direktor des Potsdam Museums.

Zu den Gästen zählte auch Theo von Brockhusen, der mehrfach bei der Familie Herrmann verweilte. Aus Dankbarkeit schenkte er der Gastwirtsfamilie zwei Gemälde der „Alten Holzbrücke“, die nun erstmals öffentlich im Potsdam Museum gezeigt wurden. „Er konnte die Einheimischen und Ausflügler sofort beobachten und skizzieren. Theo von Brockhusens Blick ist der des Impressionisten. In kommaartigem Pinselauftrag und kühler Farbpalette zeigte er seinen Eindruck der von Menschen belebten Holzbrücke: eine augenblickliche Momentaufnahme eines Sommertages an der Havel. Geschickt verstand es der Künstler, das Auge des Betrachters ins Bild hineinzuführen zu den in der Tiefe des Raumes ankommenden Urlaubsgästen an der Dampferanlegestelle in Baumgartenbrück“, erläutert Dr. Hendrikje Warmt, Kuratorin der Ausstellung und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Potsdam Museums.

Weitere Malerinnen und Maler wie Hannah Schreiber de Grahl oder Karl Hagemeister sowie die Fotografin Marie Goslich gehörten auch zu den Besuchern des idyllischen Ortes. Sie verewigten sich ebenso wie Brockhusen im Gästebuch der Traditionsgaststätte, das im Original gerade als Leihgabe in der Sonderschau im Potsdam Museum gezeigt wird.

Mit der Ausstellung unterstreicht das Potsdam Museum die anhaltende Bedeutung des Havellandes als Inspirations- und Wirkungsstätte einer prägenden kunsthistorischen Epoche. Die Ausstellung „Theo von Brockhusen. Farbe im Licht“ ist noch bis zum 22. März im Potsdam Museum zu sehen.