Pressemitteilung Nr. 39 vom 28.01.2026 „Natur des Jahres 2026“ wird am 3. Februar in der Grünen Stunde für Erwachsene im Naturkundemuseum Potsdam vorgestellt

Vogel des Jahres 2026: Das Rebhuhn-Präparat im Naturkundemuseum Potsdam illustriert die Bedrohung durch intensive Landwirtschaft und Lebensraumverlust.
© NKMP/David Marschalsky

Vom Feldvogel über das größte heimische Wildtier bis hin zur Fledermaus: Die „Natur des Jahres 2026“ vereint sehr unterschiedliche Arten, die eines gemeinsam haben – sie sind auf vernetzte, vielfältige Lebensräume angewiesen. In der Veranstaltungsreihe „Grüne Stunde für Erwachsene“ stellt das Naturkundemuseum Potsdam am Dienstag, dem 3. Februar, um 15 Uhr die Natur des Jahres 2026 vor.

Museumsgäste erfahren von der Entomologin und wissenschaftlichen Mitarbeiterin Christin Großmann in einem Vortrag, warum unter anderem Rebhuhn, Rothirsch, Europäischer Wels, Warzenbeißer, Kleiner Abendsegler und Zitterpappel in diesem Jahr ausgewählt wurden und welche Herausforderungen ihren Lebensräumen drohen. Dabei wird unter anderem erläutert, wie das Rebhuhn durch perfekte Tarnung am Boden überlebt und welche Strategien der Rothirsch als „König der Wälder“ nutzt, um Revierstreitigkeiten zu vermeiden. Außerdem erfahren die Gäste, was der Europäische Wels wirklich frisst und warum er gerade vom Klimawandel profitiert. Thematisiert wird auch, wie der Warzenbeißer als Fleischfresser lebt und welche Beute er bevorzugt, wie der winzige Kleine Abendsegler bis zu 1.600 Kilometer zurücklegt und warum die Blätter der Zitterpappel schon bei leichtem Wind zittern – inklusive der faszinierenden Funktionsweise ihres Samen-Fallschirms. Anschließend wird bei einem Getränk auf die diesjährigen Jahreswesen angestoßen, und die Gäste können in einer Kurzführung einige der Tiere aus dem Vortrag in den Ausstellungen bewundern.

Jedes Jahr küren diverse Naturschutzorganisationen und Umweltverbände verschiedene Tiere, Pflanzen oder Lebensräume des Jahres. Ausgewählt werden Arten, die gefährdet sind, eine einzigartige Lebensweise haben oder auf die aus anderen Gründen aufmerksam gemacht werden soll. Viele der Arten des Jahres 2026 eint dabei zentrale Themen: ihre Abhängigkeit von vernetzten Lebensräumen sowie ihr Leiden unter zunehmender Versiegelung, intensiver Landnutzung und dem Verlust alter Laubwälder.

„Die Arten des Jahres 2026 machen deutlich, wie eng Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume miteinander verknüpft sind. Ihr Schutz gelingt nur, wenn Landschaften wieder stärker vernetzt und vielfältig gestaltet werden“, sagt Referentin Christin Großmann.

Für den dramatischen Rückgang typischer Feldvögel steht das Rebhuhn, das vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und seinem bayerischen Partner LBV zum Vogel des Jahres 2026 gewählt wurde. Die Art leidet besonders unter der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung und dem Verlust strukturreicher Lebensräume. Als Wildtier des Jahres 2026 kürte die Deutsche Wildtier Stiftung den Rothirsch. Das größte heimische Wildtier ist auf großflächige, zusammenhängende Wald- und Offenlandgebiete angewiesen, die in Deutschland zunehmend zerschnitten werden. Mit dem Europäischen Wels rückt die größte einheimische Fischart als Fisch des Jahres 2026 in den Fokus. Ausgewählt vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), steht er exemplarisch für die Veränderungen aquatischer Lebensräume im Zuge des Klimawandels. Der Warzenbeißer wurde von der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) zum Insekt des Jahres 2026 gewählt. Die große Heuschreckenart macht auf den Rückgang artenreicher Wiesen und die Bedrohung der Insektenvielfalt aufmerksam. Als Fledermaus des Jahres 2026/2027 wählten die Mitgliedsverbände von BatLife Europe, darunter der NABU, den Kleinen Abendsegler. Die wanderfreudige Art ist besonders auf alte, strukturreiche Wälder angewiesen. Ergänzt wird die Natur des Jahres 2026 durch die Zitterpappel, den Baum des Jahres. Die Wahl der Dr. Silvius Wodarz Stiftung würdigt die Bedeutung dieser Pionierbaumart für Biodiversität und die Entwicklung naturnaher Lebensräume.

Einmal im Monat informieren Expertinnen und Experten im Naturkundemuseum Potsdam über wissenswerte und aktuelle Themen der Biologie. Interessierte können in der Veranstaltungsreihe „Grüne Stunde für Erwachsene“ ihr naturkundliches Wissen auffrischen, Neues erfahren und den Mitarbeitenden des Museums oder externen Vortragenden in angenehmer Atmosphäre Fragen stellen. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro zuzüglich zum Museumseintritt von 4 Euro für Erwachsene bzw. 3 Euro ermäßigt. Getränke und Kekse sind inklusive. Eine telefonische Anmeldung ist unter der Telefonnummer 0331 289-6707 erforderlich. Das Naturkundemuseum Potsdam ist mit dem Bus 695 gut zu erreichen. Die Haltestelle „Naturkundemuseum“ liegt 100 Meter vom Haupteingang entfernt.

Adresse und Kontakt
Naturkundemuseum Potsdam
Breite Straße 13
14467 Potsdam
0331 289-6707
www.naturkundemuseum-potsdam.de
naturkundemuseum@rathaus.potsdam.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet
Museumsmontag: Jeden 1. Montag im Monat von 9 bis 17 Uhr geöffnet mit 50 Prozent Rabatt auf den Eintrittspreis