Theodor und Helene Dornbusch, geb. Rheingold

Stolperstein Theodor Dornbusch (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Theodor Dornbusch (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Theodor Dornbusch (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Helene Dornbusch (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Helene Dornbusch (Foto: Christian Michelides)
Stolperstein Helene Dornbusch (Foto: Christian Michelides)
Heutige Ansicht des Haus in Alt Nowawes 116 (Foto: Udo Unkelbach)
Heutige Ansicht des Haus in Alt Nowawes 116 (Foto: Udo Unkelbach)
Heutige Ansicht des Haus in Alt Nowawes 116 (Foto: Udo Unkelbach)

Theodor Dornbusch wurde am 26. August 1879 als ältestes von vier Kindern in Darmstadt geboren. Sein Vater Adolph Dornbusch (geb. 23. Mai 1836) war mit Bine, geborene Gutenberg (geb. 26.12.1848) verheiratet und betrieb in Darmstadt eine Bürstenfabrik. Theodor Dornbusch nahm zusammen mit seinem jüngeren Bruder Julius als Soldat am Ersten Weltkrieg an der Ostfront teil. Julius, ein gelernter Buchbinder, ging freiwillig in den Kriegsdienst und fiel dort 1915. Theodor Dornbusch kehrte aus dem Krieg zurück und heiratete die vier Jahre ältere Helene Rheinhold (geb. 28.12.1875 in Koblenz). Die Ehe blieb kinderlos.

Nach einer Zwischenstation in Hannover arbeitete Theodor Dornbusch von 1910 bis 1922 als ausgebildeter Diplom-Ingenieur bei Orenstein und Koppel in Neuendorf (ab 1907 Nowawes, 1938 Babelsberg). Seit 1918 lebten die Dornbuschs in der Wilhelmstraße 118 (heute Alt Nowawes 116). In der Firma AEG Berlin war er in der Ausbildung, später vorübergehend als Konstrukteur bei Union-Kupplung in Berlin tätig. Mehrfach war er arbeitslos. Trotzdem unterstützte er weiterhin seine in Darmstadt lebenden Schwestern.

Laut seiner Vermögenserklärung vom 7. Januar 1942, zu deren Ausstellung er genötigt wurde, war er zu diesem Zeitpunkt pensioniert, und seine monatlichen Bezüge beliefen sich auf 92,50 Reichsmark. Theodor Dornbusch erwähnte außerdem seine „diverse[n] Bücher und Kataloge aus meinem Fachgebiet". Das Ehepaar lebte damals noch in seiner gewohnten häuslichen Umgebung. Über Berlin wurden Theodor und Helene Dornbusch am 13. Januar 1942 in das Ghetto von Riga deportiert. Dort nahmen sie sich beide am 24. Januar 1942 das Leben.

Die Wohnung der Dornbuschs in Potsdam-Babelsberg wurde geräumt und das Inventar beschlagnahmt. Die NS-Behörden beschäftigten sich noch monatelang nach dem Tod der Eheleute mit der „Verwertung" ihres Hab und Gutes. Die Versteigerung erfolgte am 3. März 1942 vormittags, 10 Uhr, in Potsdam-Babelsberg auf dem Gelände der Speditionsfirma Grünefeld in der Wilhelmstraße 83.

Adresse: 
Alt Nowawes 116
14482 Potsdam
Deutschland