Schwimmerin, Fritz Cremer, 1959/1966

Bronzefigur mit Metallgerüst auf Bodenplatte aus Sandstein (105cm Höhe/ Sockel ca. 25cm Höhe x 85cm Breite x 40cm Tiefe)
Schwimmerin
© Dirk Alexander Schermer
Schwimmerin (© Dirk Alexander Schermer)

Die 1959 gefertigte Schwimmerin von Fritz Cremer (1906-1993) ist ein typisches Beispiel für die Bildhauerkunst der DDR jener Jahre. Eine Plastik mit einer individuellen Körperform und ein ihr eigener Gesichtsausdruck stehen hierbei im Vordergrund.

Damit werden Fritz Cremers Einflüsse klar erkennbar, die Tradition des Realismus der Berliner Bildhauerschule und sein Studium bei Professor Wilhelm Gerstel (1879-1963) an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin (1929-1934). Wilhelm Gerstel sprach sich für die sogenannte Ausdrucksplastik und Seelenhaftigkeit seiner Plastiken aus und sein späterer Meisterschüler führte diese Aussage unter den Einflüssen des sozialistischen Realismus nach 1950 in der DDR fort.

Fritz Cremer erweiterte die Ausdrucksplastik zum Sinnbild eines emanzipierten, stolzen und freien Menschenbildes, zum sozialistischen Ideal eines physisch gesunden und geistig aktiven Menschen. Dabei verstand er es außerordentlich gut, dieses an sich klassische Ideal in Form von zwanglosen Porträt- und Aktdarstellungen zu gießen. 1966 ist seine Schwimmerin im Zuge der Ausstellung "Plastik im Freien“ und vor dem Hintergrund der 8. Arbeiterfestspiele in Potsdam auf der Freundschaftsinsel aufgestellt worden.

Die unterlebensgroße und eher jugendlich wirkende Schwimmerin sitzt entspannt und sicher das Gewicht haltend auf dem Geländer. Ihren Kopf mit den Haarknoten hat sie leicht nach rechts gedreht und ihr Gesicht zeigt Konzentration und Aufmerksamkeit. Mit der einen Hand stützt sich die Schwimmerin auf das Geländer, während die andere das Handtuch festhält, welches in geschwungener Form herunterhängt. Ihre Weiblichkeit offenbart sich in den nackten Brüsten, die sich in ihrer natürlichen Fülle ganz selbstverständlich dem Betrachter entgegen strecken und auch die leicht herausgearbeitete Scham unter dem eingeknickten Bauch zeigt wenig Zurückhaltung. Die rundlichen Formen der Oberschenkel unterstützen ihre natürliche Weiblichkeit. Die Haltung der Schwimmerin strahlt Ruhe und Natürlichkeit aus und gleichzeitig verrät der Griff nach dem Handtuch und der übergelegte Fuß etwas von der Spannung, die vorzuherrschen scheint.

Fritz Cremer bedient mit seiner Schwimmerin, ihren individuellen Gesichtszügen und der ihr eigenen Körperhaltung nicht nur eine wirklichkeitsgetreue Wiedergabe eines Augenblickes im Leben einer jungen Schwimmerin, sondern auch die Schönheit und Plastizität des menschlichen Körpers.

Adresse

Freundschaftsinsel
Lange Brücke
14467 Potsdam
Deutschland