Samuel Guttmann

Die ehemalige Potsdamer Synagoge neben der Hauptpost
Die ehemalige Potsdamer Synagoge neben der Hauptpost
Die ehemalige Potsdamer Synagoge neben der Hauptpost

Samuel Guttmann, der Oberkantor der Potsdamer Synagoge, wurde am 28. Oktober 1942
im Alter von 63 Jahren gemeinsam mit weiteren 99 Personen im „Alterstransport I/72" aus Berlin in das Lager Theresienstadt deportiert.

Am 25. Juni 1879 in Königsberg (Ostpreußen) geboren, war Samuel Guttmann ein Schüler von Eduard Birnbaum, dem Schöpfer von Werken der Synagogenmusik. Das Ehepaar Guttmann, Rebecka (geb. Sack aus Litauen) und Samuel wohnte, bis es die Wohnung verlassen musste, auf dem Gelände der Synagogengemeinde. Der Gebäudekomplex neben der Hauptpost bestand aus einem Vorder- und einem Hinterhaus am Wilhelmplatz 2 - heute Platz der Einheit - und der Synagoge, Wilhelmplatz 1. An sie erinnert heute nur noch eine Gedenktafel.

Der Kantor, Lehrer und spätere Oberkantor Samuel Guttmann war der Amtsnachfolger von Zemach Schönberger (1852 - 1906) und somit eine sehr wichtige Person der Gemeinde Potsdams und des jüdischen Lebens. Er wurde zum 2. Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes berufen. Lange Jahre hatte er gute Verbindungen zum Organisten und Glockenspieler der christlichen Garnisonkirche, Professor Otto Becker, mit dem er zusammen musizierte.

An Samuel Guttmann, der nach einem halben Jahr Aufenthalt am 17. Mai 1943 in Theresienstadt starb und seine Frau, deren Spur sich im jüdischen Altersheim in der Babelsberger Bergstraße verliert, erinnert heute auch ein von John (Joachim) Gersmann und Beate Spier gestifteter und aufgestellter Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof Potsdam.

 

Adresse: 
Stolperstein für Samuel Guttmann
Am Platz der Einheit 2
14467 Potsdam
Deutschland