Bornstedt

Das Rittergut Bornstedt gehörte zu den Erwerbungen, die der Große Kurfürst 1657 im Raum um Potsdam vornahm. Die Wirtschaft auf dem Gelände des späteren Krongutes bestand aus einer Brauerei und einer Brennerei. Ab 1727 wurde auch ein Hopfengarten betrieben. Friedrich Wilhelm IV. ließ nach einem Brand das Krongut von 1846 bis 1848 nach Entwürfen Johann Heinrich Haeberlin im italienischen Stil neu errichten. Ab 1867 wurde es zum Wohnsitz des Kronprinzenpaars Friedrich Wilhelm und Victoria. Nach verschiedenen Umbauten wohnte hier ab 1901 eine Schwester der Kaiserin Auguste Victoria, Prinzessin Feodora, die in den folgenden Jahren das Gut zu einem Künstlerhof mit Schriftstellern, literarischen Zirkeln und Malern etablierte.

Die Kirche mit freistehenden Campanile im italienisierenden Architekturstil entstand 1842/43 auf Wunsch des Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Entwürfen von Friedrich Ludwig Persius. Friedrich August Stüler wurde mit dem weiteren Entwurf und der Ausführung beauftragt. Reinhold Persius brachte 1881/82 die Bornstedter Kirche in die heute noch erhaltene Fassung. Im Gotteshaus befinden sich bemerkenswerte Ausstattungsgegenstände sowie die außergewöhnliche Grabplatte von Jacob Paul von Gundling. Der Wandel in der Bornstedter Baukultur ist entlang der Ribbeckstraße noch gut ablesbar: Hier befinden sich neben herrschaftlichen Villen, Miethäuser der Gründerzeit, Pfarr- und Schulhaus auch die Wohnhäuser der einfachen Landbevölkerung.

Der Bornstedter Friedhof war bereits im 19. Jahrhundert prominent: Theodor Fontane stellt den wohl berühmtesten Potsdamer Friedhof mit dem Hinweis vor, dass - was in Sanssouci stirbt - auch in Bornstedt begraben wird. Er spielte auf die zahlreichen Generäle, Offiziere, Kammerherren und Kammerdiener, Geheimen Räte, Hofärzte und Hofbaumeister, "vor allem - Hofgärtner in Bataillonen" an. Neben dem einzigen "Langen Kerl", Heinrich Wilhelm Wagenführer, dem Grenadier des Leibgardebataillons des Soldatenkönigs, wurden dort zum Beispiel der einzige Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, der eine ordentliche Beerdigung bekommen hat, Kurt von Plettenberg, und Ludwig Justi, langjähriger Direktor der Nationalgalerie Berlin, bestattet. Auf dem privaten Friedhof der Familie Sello liegen zum Beispiel der berühmte Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné, die Architekten Friedrich Ludwig Persius und Ferdinand von Arnim.

Adresse: 
Bornstedt
Ribbeckstraße
14469 Potsdam
Deutschland